Kooperationen mit Mercedes-Benz, Porsche und MotoGP sowie neue Flight-Sticks für Enthusiasten: MOZA entwickelt High-End-Peripherie für Simulationsfans mit gehobenen Ansprüchen. Die Redaktion warf einen Blick auf die vorgestellten Modelle.

MOZA Racing hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der vielseitigsten Anbieter im Simulationsbereich entwickelt. Ausgehend vom klassischen Sim-Racing, erweitert der Hersteller sein Portfolio zunehmend um neue Produktkategorien, Lizenzkooperationen und zusätzliche Plattformen. Der Anspruch geht damit längst über Lenkräder und Direct-Drive-Bases hinaus.
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Luxus-Lenkräder in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz
Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz entwickelten Lenkräder. Das durch Mercedes-Benz' Vision-One-Eleven-Konzeptfahrzeug inspirierte, D-förmige Lenkrad fällt sofort durch sein extravagantes Design und die gleich fünf integrierten Displays auf: Vier 1,04-Zoll-Anzeigen sitzen in den Drehreglern, hinzu kommt ein zentraler Bildschirm mit 2,85 Zoll.

Die Auflösung des Hauptbildschirms beträgt 480 x 480 Pixel bei einer Wiederholungsrate von 60 Hz. Das Beste daran: Es handelt sich um einen individualisierbaren Touchscreen. Ihr könnt hier also die Menüs selbst anpassen und mit kleinen Swipes zwischen ihnen wechseln. Wer keine Lust auf diese Technik hat, für den liefert MOZA direkt eine magnetische Abdeckung samt Mercedes-Benz-Stern mit. Die vier kleineren Displays dienen in Verbindung mit den Drehrädern etwa der Einstellung der Bremsen oder des ABS - direkt vom Lenkrad aus.
Das Lenkrad verfügt über acht Fronttasten, zwei Thumbwheels und zwei Sieben-Wege-Schalter. Die Frontplatte besteht aus 3K-Carbongewebe in Köperbindung und wird in einem Heisspressverfahren gefertigt, wie es in ähnlicher Form auch im Langstreckenrennsport zum Einsatz kommt. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich das Lenkrad noch in der Entwicklung. MOZA veröffentlichte bislang weder einen Preis noch einen Release-Termin.

Gleiches gilt für das GT Steering Wheel, das zweite Lenkrad innerhalb der Kooperation mit dem Stuttgarter Autobauer. Es setzt auf eine klassische, wettbewerbsorientierte GT-Bauform und fällt damit erheblich konventioneller aus. Auch dieses Lenkrad besitzt allerdings noch Prototypenstatus. Eines wird an dieser Stelle aber deutlich: Kooperationen mit renommierten Autoherstellern nehmen für MOZA eine zunehmend wichtige Rolle bei der Konzeption und Produktion kommender Lenkradmodelle ein.
Auch Porsche spielt mit!
In die gleiche Kerbe schlagen die vorgestellten Lenkradmodelle in Zusammenarbeit mit Porsche und Ford. Bereits 2025 stellte MOZA seine Variante des Porsche 911 GT3 RS Steering Wheels vor, nun kehrt es in überarbeiteter und augenscheinlich seriennäherer Form zurück.
Die MOZA-Designer griffen für die Entwicklung auf originale CAD-Daten von Porsche zurück. Dadurch ist das "Spielgerät" sehr nahe am Original: Form, Position der Tasten und das Bedienkonzept orientieren sich deutlich an der Vorlage. Selbst ein funktionaler Hupenknopf gehört zum Konzept.

Das Lenkrad besteht aus einem einteiligen Rahmen aus hochfester Aluminium-Druckgusslegierung. Das sorgt für Stabilität im hektischen und anspruchsvollen Sim-Racing-Alltag. Besonders wichtig sind an dieser Stelle die vielfältigen, programmierbaren Bedienelemente: Insgesamt stehen 25 frei programmierbare Eingaben zur Verfügung, darunter zehn Tasten auf der Vorderseite, eine rückseitige Taste sowie die Hupe, vier Drehregler und zwei klickbare Daumenräder.
Wann das Porsche-Wheel erscheint, ist offen. Gerüchte über einen Marktstart im 1. Quartal 2027 sind nicht bestätigt. Auch einen endgültigen Preis gibt es noch nicht.
Das Lenkradportfolio komplettiert schliesslich das Ford Mustang GTD Steering Wheel. Auch hier steckt viel Liebe zum Detail drin - bis hin zum blau gestickten Mittelstreifen. In Sachen Technik protzt MOZA mit einem 2,99 Zoll grossen Display, das während der Rennen alle wichtigen Informationen liefert und dessen Benutzer-Interface zudem frei konfiguriert werden kann.
Für eine möglichst flexible Bedienung verfügt das Lenkrad über zwölf beleuchtete Fronttasten, zwei rückseitige Tasten, vier Drehregler mit jeweils zwölf Positionen und integrierten Status-LEDs, zwei 7-Wege-Funky-Switches, zwei Kippschalter sowie zwei klickbare Daumenräder. Damit lassen sich wichtige Rennparameter wie Bremsbalance oder Traktionskontrolle direkt und ohne Umwege anpassen. Auch hier fehlen allerdings noch Preis und Veröffentlichungstermin.
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Jetzt auch Motorrad-Lenker
Aber MOZA kann nicht nur auf vier, sondern auch auf zwei Rädern. Denn inzwischen arbeitet das Unternehmen mit der MotoGP zusammen und präsentierte ein Steuerungssystem für Motorradsimulationen - wie etwa die Titel aus dem Hause Milestone.

Der Lenker misst 620 mm und kombiniert Magnesium und Kunststoff mit einem Aluminium-Quick-Release. Zehn beleuchtete Kurzhubtasten, zwei Fünf-Wege-Schalter und sechs RGB-LEDs ergänzen die klassischen Motorrad-Bedienelemente. Optional kann ausserdem das CM2-Dashboard montiert werden.
Jetzt werdet ihr euch fragen: Kann ich den Lenker auch mit meiner bisherigen MOZA-Hardware verbinden? Die Antwort lautet: ja! Der MotoGP-Lenker benötigt keine Motorrad-Base, sondern kann auch mit bestehenden Direct-Drive-Wheelbases aus dem Hause MOZA kombiniert werden.
Dass die realistische Umsetzung der Kräfte, die auf einen Motorradfahrer und dessen fahrbaren Untersatz wirken, in der Hardware-Simulation auch Grenzen mit sich bringt, sollte klar sein. Trotzdem sorgen Force-Feedback-Effekte am Lenker für eine Darstellung der Kraftübertragung und dafür, dass man stärker gegenlenken muss.
Zu den bestätigten Spielen gehören unter anderem "MotoGP 26", "GP Bikes", "Assetto Corsa" und "BeamNG.drive". Weitere Titel sollen folgen. Preis und Verkaufsstart sind noch nicht bekannt.

Wo wir aber gerade beim Thema Feedback waren, müssen wir auch kurz über das PHF Pedal Haptic Feedback Kit sprechen. Dabei handelt es sich um kompakte Haptikmotoren, die an bestehenden MOZA-Pedalen montiert werden. Sie bringen nämlich Elemente wie etwa Eingriffe des ABS oder der Traktionskontrolle mittels Vibrationen ins Spiel. Das Kit inklusive Control Box kostet 45 Euro, zusätzliche Module liegen bei 23 Euro. Damit gehört PHF zu den günstigeren Möglichkeiten, ein vorhandenes MOZA-Setup um zusätzliche haptische Rückmeldungen zu erweitern.
Mit Force Feedback in die Luft
Und nachdem wir nun schon in Autos und auf Motorrädern unterwegs waren, heben wir im MOZA-Sortiment auch noch ab. Denn der Hersteller ist im Flight-Sim-Bereich ebenfalls sehr aktiv und präsentiert die spannende Kombination aus MH16 Flightstick und AB9 Force Feedback Base.

Der MH16 orientiert sich an klassischen militärischen Steuerknüppeln und besteht aus einer Aluminiumlegierung. MOZA integriert bis zu 30 programmierbare Eingaben, darunter Trigger, Schalter und einen ALPS-8-Wege-Hat. Seitliche Module lassen sich über Pogo-Pins ergänzen.
Das eigentliche technische Herzstück sitzt darunter. Die AB9 arbeitet mit zwei Servomotoren und erreicht bis zu 12 Nm Drehmoment. MOZA nutzt dafür sein eigenes Control-Loading-System, kurz MCLS. Damit sollen unter anderem unterschiedliche aerodynamische Belastungen, Turbulenzen sowie Kräfte bei Start und Landung am Stick spürbar werden.
Unterstützt werden unter anderem "Microsoft Flight Simulator 2020/2024", "DCS World", "X-Plane", "IL-2 Sturmovik" und "War Thunder". Neben MOZA-Sticks lassen sich mit entsprechenden Adaptern auch ausgewählte Griffe anderer Hersteller verwenden.
Unterm Strich zeigt das aktuelle MOZA-Sortiment vor allem drei Dinge: grosse Marken, einen hohen Anspruch an Authentizität und den Willen, neue Simulationsbereiche zu erschliessen. Ob das fruchtet? Das wird die Zeit zeigen. Wir sind gespannt, wie sich die Produkte am Markt durchsetzen werden.
Mehr Infos zum MOZA R5 Pro Bundle und viele weitere Sim-Racing-Lösungen findet ihr direkt im MOZA Racing Shop oder bei autorisierten Fachhändlern.