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Die GAMES.CH-Kolumne #04-2020: PS5 und Xbox Series X

Was die nächste Konsolen- und Games-Generation möglich machen könnten

Artikel Video Michael

Sie sind auf dem Weg: PlayStation 5 und Xbox Series X. Beide Konsolen repräsentieren die mittlerweile neunte Konsolengeneration. Doch was könnte uns diese neue Etappe der Videospielhistorie bringen? Denn bislang sprechen viele vor allem von der Grafik. Aber das kann doch wohl nicht alles sein?

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Es dauert nicht mehr lange. Ende 2020 soll die Xbox Series X, die neue Xbox eben, in unseren Wohnzimmern stehen. Und auch die PlayStation 5 wird uns in diesem Zeitraum erwarten. Versprochen wird uns von beiden Konsolen vor allem eines: mehr Power und damit eine bessere Grafik! Und entsprechend wird vor allem mit Werten zur Rechenkraft und Schnelligkeit der technischen Innereien umhergeworfen - und mit den Auflösungen und Effekten, die diese ermöglichen. Und sicher: Wir wollen mit dem Sprung in der Konsolengeneration eine fette Grafik sehen, mehr Polygone ins Gesicht geworfen und gigantischere Spielwelten vor uns ausgebreitet bekommen. Das ist es dann auch, was erste bestätigte Cross- und Next-Gen-Games wie "Godfall" und "Outriders" in ihren Trailern zeigen: viel Bewegung in den Kulissen, detailreiche Texturen, coole Licht- und Physikspielereien.

Das ist gut, aber kann ja wohl nicht alles sein, was die Next-Gen-Ära definiert, oder? Wird es auch nicht. Zumindest ist das zu hoffen, denn was wir über die letzten Jahre gesehen haben, waren Games, die fest in der Vergangenheit verankert waren, nur kleine Schritte nach vorn wagten - wenn überhaupt. Es waren Ego-Shooter, die sich auf das Erbe von "Half-Life" und "Unreal" stützten; Action-Rollenspiel-Mixturen, die sich in Variationen der "Assassin's Creed"- und Ubisoft-Formel ergingen und Ideen aus der Blütezeit der kompetitiven Ego-Shooter recycelten. Das ist nichts Schlechtes, natürlich nicht. Jedoch wird nun bald noch so viel mehr machbar sein - und manches davon ist es schon. Tatsächlich könnte sich die Art, wie Videospiele funktionieren, was sie ermöglichen und wie wir sie erfahren, in den kommenden Jahren massgeblich ändern.

Was die Rechenkraft und der Speicher der neuen Konsolen - und schon jetzt vieler Gaming-PCs und Streaming-Services - sowie die schnellen Internetanschlüsse erlauben, sind neue und komplexere Engines, KI- und Cloud-gestützte Features. Das wird Erfahrungen realisieren, die mehr als bisher, gross, variabel sind und wirkliche virtuelle Realitäten darstellen: Also Videospiele, die für jeden Spieler anders und besonders ausfallen, weil sie tatsächlich auf sein Tun und seine Entscheidungen reagieren; weil er wirklich nur ein - wenn auch besonderes - Rädchen in einer gigantischen Maschinerie darstellt. Die Welten, die Spieler erleben, werden sich durch seine Taten verändern. Sowohl was die Reaktionen von Nicht-Spieler-Charakteren als auch die Geografie der Umgebungen und neuralgischen Fixpunkte der eigentlichen Erlebnissphäre des Spiels angeht.

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