Final Fantasy XIV: Dawntrail - Test / Review

Die Reise nach Tuliyollal

Test Video larissa.baiter getestet auf PC

Wunderschöne Grafik, tolle Musik

Immerhin werden wir dafür mit einem richtig tollen Grafik-Update verwöhnt. Jede Klasse hat noch mal mehr Details bekommen. Die Spiegelungseffekte auf den Wasseroberflächen und die Natur in den Gebieten waren vor dem Update schon richtig gut und sind nun wirklich atemberaubend schön. Das fordert natürlich ein, dass gewisse Spieler ihre Hardware etwas aufrüsten müssen, um noch auf voller Auflösung spielen zu können. Zum Glück sind die Grafikkartenpreise nicht mehr ganz so utopisch wie während der Pandemie. Mit dem Grafik-Update hat sich das Aussehen mancher Charaktere leicht verändert, und daher erhalten alle Spieler eine kostenlose Fantasia, um das Aussehen abändern zu können. Diese Fantasia sind sonst nur im Onlineshop für etwa 7 CHF erhältlich. Das ist schon ziemlich toll und vorausschauend mitgedacht.

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Auch die Musik, die uns in der neuen Spiel-Erweiterung erwartet, ist wieder mal allererste Sahne: episch, abwechslungsreich und mit dem unverwechselbaren "Final Fantasy"-Flair. Für Fans der "Final Fantasy"-Reihe gibt es zudem einige nostalgische Rückblicke, sowohl grafisch als auch musikalisch, die direkt aus "Final Fantasy IX" stammen. Es sind viele versteckte und offene Anspielungen vorhanden, gut verwoben in die neue Geschichte von "Final Fantasy XIV: Dawntrail".

Und was passiert nach den Prüfungen?

Ohne zu viel spoilern zu wollen, gerät nach den Prüfungen natürlich alles aus dem Lot. Es gibt einen Plot-Twist, Krieg und Verrat. Das Ganze wirkt leider recht inszeniert und vermag nicht die gewohnte emotionale Tiefe zu erreichen, die sonst so üblich für die "Final Fantasy XIV"-Geschichte ist. Da Square Enix bewusst ein neues Kapitel aufschlagen wollte, liegt das etwas in der Natur der Sache, aber mit mehr Charaktertiefe wäre zumindest der Ansatz eines Verbundenheitsgefühls aufgekommen. Da Wuk Lamats Charakter jedoch generisch heldenhaft geschrieben wurde, ohne wirkliche Ecken und Kanten, fällt es schwer, hier die tiefe Bindung aufzubauen, die es bräuchte, um wirklich konstant mitzufiebern. Vielleicht wäre es besser gewesen, die neuen Charaktere erst mal einzuführen und die dramatischen Wendungen auf später zu verlegen.

Viel zu entdecken

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Nach etwa 40 Stunden Spielzeit sind die Abenteuer um Wuk Lamat dann vorbei. Es gibt aber noch genug anderes zu entdecken und zu tun. Zum Beispiel ein paar Millionen Gil, das ist die Währung in "Final Fantasy XIV", zu erspielen, um sich ein cooles, Cyberpunk-mässiges Motorrad oder neue Gegenstände für sein Haus zu kaufen. Auch im Goldsaucer - einer Art Casino im Spiel - gibt es neue Gegenstände zu erwerben und zu erspielen. Oder man versucht sich an den neuen hochstufigen Prüfungen. Möchte man es eher ruhig angehen lassen, kann man sich auf seine Insel zurückziehen oder neue Gegenstände sammeln, um damit seine Handwerksberufe hochzustufen. Es gibt auch versteckte neue Aussichtspunkte zu entdecken und geheime Kletterpartien zu erklimmen, um seltene Errungenschaften freizuschalten. Langweilig wird einem so schnell also definitiv nicht werden.

Fazit

Seit ich 15 war, habe ich fast durchgehend irgendein MMOG aktiv gespielt, und seit drei Jahren gehört "Final Fantasy XIV" zu meinen absoluten Favoriten. Die Geschichten sind oftmals fantastisch geschrieben, die Musik lädt zum Abschalten ein, und die herausfordernden Mechaniken in den Raids sowie die zusätzlichen Spielinhalte im Endgame halten das Spiel spannend und abwechslungsreich. Das hat sich mit "Dawntrail" nicht verändert, sondern hält sich auf dem gewohnten Niveau. Das Grafik-Update gefällt mir persönlich sehr gut, und die freie Fantasia erlaubt mir, meinen Charakter noch mal neu zu erfinden, wenn ich möchte. Die ganze Hauptquest-Reihe ist okay - kein Meisterwerk, aber auch nicht schlecht. Mir persönlich ist Wuk Lamat etwas zu omnipräsent, und ich hätte mir mehr Charaktertiefe von einigen der neuen Charaktere gewünscht. Aber vielleicht kommt das mit den zukünftigen Patches noch. Ich freue mich schon drauf.

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Das Einzige, was ich bisher wirklich etwas schade finde: "Dawntrail" fühlt sich so einsam an. In ein paar Wochen kommen aber die neuen Raids, und ich hoffe, dass sich das dann ändern wird. Alles in allem hatte ich die letzten zwei Wochen fast schon zu viel gespielt, da ich unbedingt alles erkunden und erleben wollte. Das spricht zwar sehr fürs Spiel, aber ich bin auch froh, wenn ich noch ein paar Sommertage geniessen kann, nachdem ich zumindest die für mich wichtigen Jobs bis auf Stufe 100 getrieben habe.

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