Defizite fallen (fast) nur im Vergleich auf
Im TV-Modus funktioniert das alles so gut, dass jemand, der keine andere Version des Games gespielt hat, kaum Defizite feststellen können wird. Im Handheld-Betrieb fallen Abstriche, die man natürlich trotzdem machen muss, auf dem kleinen Screen kaum auf. Überzeugt haben uns auch die Weitsicht, die dynamischen Schatten und insgesamt die Lebendigkeit der Spielwelt. Schaut man sich in Kalm um, scheint alles vor Leben zu pulsieren, die Atmosphäre zieht einen sofort in das Geschehen hinein. Das gilt auch für das Grasland, wobei hier recht schnell die doch teilweise sehr heftigen Pop-ins auffallen: Grasbüschel ploppen auf dem Weg vor uns auf, und wir können immer wieder beobachten, wie sich die Landschaft vor unseren Augen zusammensetzt. Bei den Charakteren sind es vor allem die Haare, an denen die Hardware zu knabbern hat. Die Strähnen fallen statischer aus, in der Nahsicht scheinen die Protagonisten von heftigem Spliss befallen.

Klar, es ist etwas unfair, die PS5 Pro zum Vergleich heranzuziehen. Wir haben es trotzdem getan und zwischen beiden Plattformen hin und her gewechselt, um herauszufinden, inwieweit die unvermeidlichen Abstriche den Spielspass beeinflussen. Dabei fällt auf, dass beispielsweise in Kalm diverse Details wie etwa Blüten und Blätter an Bäumen fehlen. In der Nahansicht bewegen sich die Blätter und der Schatten zudem nicht. Die Anzahl der NPCs ist reduziert - von sogenannten "destinated animations", mit denen bei der Demoversion Arbeitsspeicher gespart wurde, konnten wir aber nichts mehr feststellten. Dass Figuren im Hintergrund "einfrieren", war in unserer Version nicht wirklich zu beobachten. Andere "Sparmassnahmen" dagegen schon. So hat das Wasser in der Aussenwelt beispielsweise weniger Wellen.
Fazit
Bei alldem stellt sich natürlich die Frage: Beeinträchtigt es den Spielspass? Es dürfte jedem klar sein, dass die PS5 Pro die mit Abstand beste Performance und Grafik bietet. Die interne Basisauflösung schwankt dynamisch im Bereich von 1152p bis 1224p, wird durch PSSR ("PlayStation Spectral Super Resolution"), Sonys KI-Upscaling-Technologie, aber bei flüssigen 60 fps auf 4K hochgerechnet. Das ist in der Konsolenwelt aktuell konkurrenzlos und sorgt, den passenden Fernseher vorausgesetzt, nicht nur bei Grafikfreaks für feuchte Augen. Trotzdem haben wir immer wieder zur Switch-2-Version gegriffen und werden das bestimmt auch weiterhin tun. Bei einem komplexen und umfangreichen Spiel wie "Final Fantasy VII Rebirth" ist Grafik eben doch nicht alles. Gerade wenn man nicht endlos Zeit zur Verfügung hat, freut man sich über die Möglichkeit, sich die Switch zu schnappen und im Zug, im Freibad oder wo auch immer eine Runde durch die Weiten der Open World zu streifen oder an Kampfaufstellung und Ausrüstung zu feilen. Gerade im Sommer ein nicht zu unterschätzender Vorteil! Das Geschehen auf dem Bildschirm ist auf dem Switch-2-Display durchweg ausgezeichnet zu erkennen, die Texte lassen sich auch in den Menüs gut lesen. Und im Freien mit Cloud und Co ins Abenteuer zu ziehen, ist ein ganz besonderes Erlebnis, das (zumindest uns) die grafischen Abstriche schnell vergessen macht. Selbst wer die PS5-Version bereits hat, findet darin einen guten Grund, sich die neue Fassung zuzulegen. Deshalb bleibt unsere Wertung nur leicht unter der für die 2024 erschienene PS5-Version.
Das Spiel erscheint zeitgleich für Xbox Series X|S und PC mit Xbox-Play-Anywhere-Unterstützung. Diese Versionen sind technisch mit der Fassung für die Basis-PS5 vergleichbar.
