Forgive Me Father 2 - Test / Review

Vater, vergib mir, denn ich werde die Sünder töten

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Das Genre der Shooter ist heute so breit wie noch nie. Dazu gehören auch die sogenannten Boomer-Shooter, die in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen haben. Sie werden so genannt, weil sie grösstenteils inspiriert von den Grossvätern des Ego-Shooter-Genres sind. "Forgive Me Father 2" ist ein First-Person-Shooter dieser Art und kombiniert die kompromisslose Action mit einem stark von H. P. Lovecraft inspirierten Setting.

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Auf dem PC schon länger erhältlich, haben wir den aktuellen Konsolen-Release als Chance genutzt, hässliche Fischmenschen und anderes uraltes Getier wieder zurück in die Hölle zu schicken.

Der Wahnsinn wartet hinter jeder Ecke

Der Protagonist von "Forgive Me Father 2" wird schlicht Priester genannt und lebt in einer psychiatrischen Anstalt. In einer Welt, in der es scheinbar keine anderen normalen Menschen mehr gibt, liegt es am Priester, Zombies, Monster und Mutanten mit einem mächtigen Arsenal von der Erdoberfläche zu tilgen. Er erhält regelmässig Briefe von alten Bekannten, die ihn an Situationen aus seinem Leben erinnern, und in diese Albträume taucht er immer wieder ein. Sei es in der Anstalt selbst, auf den Strassen und Docks einer menschenleeren Stadt oder in den Schützengräben des Kriegs: Der Priester nutzt seine irdischen und ausserirdischen Waffen und Fähigkeiten, um alles zu erledigen, was sich bewegt. Es gibt durchaus eine Geschichte, und sammelbare Zeitungsartikel sowie Briefe schmücken die Story ebenfalls aus. Doch besonders, wenn man der eigentlichen Action folgt, ist es unglaublich schwer, den inneren Monologen des Priesters zu folgen.

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Das ist nicht weiter schlimm, denn "Forgive Me Father 2" hat in diesem Bereich so viel mehr Stil als Substanz. Es trägt seine Inspiration von H. P. Lovecraft ganz offen auf der Brust, und das reicht vom Gegner- und Waffendesign über die Story bis hin zum allgemeinen Feeling in der Spielwelt. Man trifft etwa auf Zombies, die einen zusätzlichen Kopf mit sich tragen, den sie sich aufsetzen, wenn man sie per Kopfschuss erledigen will. Ausserdem zählen Fischwesen, die irgendwo in einen menschlichen Krieg verwickelt waren, und Mimiks, die sich als explosive Fässer tarnen, zum Repertoire. Selbst wer sich überhaupt nicht mit der Geschichte auseinandersetzt, kann sich an diesem Feeling erfreuen. In der Hitze des Gefechts fällt es zwar schwer, all das immer zu 100 % zu geniessen, doch die Stimmung ist exzellent.

Mit der Dunkelheit auf meiner Seite

Doch wie zu erwarten, geht es in einem Boomer-Shooter vor allem um eines: volle Action ohne grosse Schnörkel. Und das liefert "Forgive Me Father 2" auch in vollen Zügen ab. Das grundlegende Waffenarsenal ist dabei erstaunlich gewöhnlich. Revolver, Schrotflinte und Automatikgewehr locken heutzutage niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Doch das Geballere läuft unglaublich flüssig ab und lässt einen auch kaum zu Verschnaufpausen kommen. Der Munitionsvorrat ist zwar nicht allzu klein, jedoch auch nicht gross genug, als dass man das ganze Spiel ausschliesslich mit seiner Lieblingswaffe spielen könnte. Die meisten Kämpfe laufen in einer Arena ab - mit begrenzten Ressourcen, weshalb es wichtig ist, die richtige Waffe für den richtigen Moment und Gegner auszuwählen. Zombies, die einen im Nahkampf eins überziehen wollen? Eine Schrotflinte passt perfekt. Zauberer, die einen Schild haben, der sie vor Schaden schützt? Nichts, was ein Granatwerfer nicht lösen kann. Übermächtige Zwischenbosse mit viel Gesundheit? Der Obelisk, eine Art von Railgun, zerstückelt sie wie ein heisses Messer die Butter.

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Die Struktur der Levels an sich ist dabei nicht ganz so gelungen wie das Gameplay selbst. Meist läuft man von Raum zu Raum, folgt gelber Farbe über ein paar Sprungpassagen, betätigt ein paar Schalter oder sammelt farbige Schlüssel, um Türen zu öffnen, während man gelegentlich einige Gegner erledigt. Im Anschluss findet man sich immer in einer sehr offensichtlichen Arena wieder, die man überleben muss. Es ist alles sehr vorhersehbar, was das Gameplay an sich allerdings nicht schlechter macht. Diese Arenen sind sogar auf dem normalen Schwierigkeitsgrad schon ziemlich knackig und verlangen spielerischen Skill sowie den erwähnten geschickten Einsatz aller verfügbaren Ressourcen. Man kann zwar immer und überall manuell speichern, doch manchmal sorgt ein schlecht getimter Kontrollpunkt für einigen Frust, wenn man zu einer Arena kommt und schon von Beginn an auf dem Zahnfleisch geht.

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