Oh Mann, schon wieder Linksverkehr! Zugegeben: Das war unser erster Gedanke beim Anspielen von "Forza Horizon 6". Nach Australien in "Forza Horizon 3" und Grossbritannien in der vierten Auflage war es schon eine Erleichterung, in Teil 5 auf den Strassen von Mexiko wieder auf der "richtigen" Seite des Autos Platz zu nehmen. "Forza Horizon 6" führt uns nun nach Japan und zwingt uns damit erneut zum Seitenwechsel. Aber gut, es ist immerhin Japan. Es gibt wohl kaum einen Gamer, der diesem Land und ganz speziell der Hauptstadt und ihrer Umgebung nicht gewisse Sympathien entgegenbringt. Für ein Rennspiel bieten sich der Grossraum Tokio und die Kantō-Ebene ja auch geradezu an. Die grösste Ebene Japans ist weitgehend flach, die Bucht von Tokio bietet mit ihren riesigen Arealen, Häfen und Fabriken wunderbare Schauplätze für heisse Rennen. Richtung Westen steigt das Gelände steil an. Okutana ist ein bewaldetes Gebirge mit tiefen Schluchten und Stauseen, südwestlich der Hauptstadt schliesst sich das vulkanisch aktive Hakone-Gebiet an.
Und dann ist da natürlich auch noch die Hauptstadt selbst. Spätestens seit "Tokyo Highway Challenge" (1999), das mit "Tokyo Xtreme Racer" gerade eine bei uns im Westen nur als Import erhältliche PS5-Fortsetzung bekommen hat, haben sich die Autobahnen der Metropole als Top-Location für wilde Strassenrennen erwiesen. Es ist das bisher grösste urbane Gebiet der Reihe und etwa fünfmal so gross wie Guanajuato aus "Forza Horizon 5". Neonbeleuchtete Strassen, Industriegebiete und ineinander verknäulte Stadtautobahnen lassen die Herzen passionierter Grossstadtraser höherschlagen. Kommen dann auch noch Nacht und Regen dazu, wird die Xbox-Hardware wirklich beweisen müssen, was in ihr steckt. Und natürlich ist die Karte auch diesmal wieder gespickt mit Gimmicks, Extras und sehenswerten Spots, die es zu entdecken gilt.

Mehrere Rennspiele in einem Paket
Tatsächlich macht der Kontrast zwischen Grossstadt und teilweise noch sehr ländlich geprägter Umgebung den Charme von "Forza Horizon 6" aus. Wer genug von Kreuzungen, rechtwinkligen Abzweigungen und engen Häuserschluchten hat und sich nach Weite sehnt, verlässt die Stadt, nutzt die langen Autobahnen für Hochgeschwindigkeitsfahrten oder macht einen Abstecher zu den kurvigen Bergstrassen, die sich als Drift-Paradies erweisen und in denen auch mal Schnee für besondere Herausforderungen sorgt. Die unterschiedlichen Rennklassen und der jederzeit mögliche Fahrzeugwechsel führen auch am japanischen Schauplatz dazu, dass man mit "Forza Horizon" gleich mehrere Rennspiele in einem Paket bekommt.
In unserer Preview, die einen etwa einstündigen Prolog umfasst, der die verschiedenen Regionen und Fahrstile vorstellt, deutet sich jedenfalls schon an, dass auch diesmal so ziemlich alles geboten wird, was man von einem "Forza Horizon" erwartet: Strassenrennen mit Retro-Sportwagen auf dem Shirakawa Circuit, Cross-Country-Events mit Pick-ups und Geländewagen in der Itō-Region. Trail-Rennen, diverse Stunt-Challenges mit Speed-Traps, Drift-Zonen und Trailblazern, Spezial-Events wie Time-Attack-Bestenlisten und Drag-Meets am Fusse der japanischen Alpen. Im Übrigen gibt es diverse Nebentätigkeiten wie lebensmittelbasierte (!) Maskottchen, die es einzusammeln, sprich "über den Haufen zu fahren" gilt, oder versteckte Bonus-Tafeln für mehr EP. All das ist zugänglich über eine grosse Übersichtskarte, die man systematisch im Rahmen der Kampagne oder nach Lust und Laune abarbeitet. Ihr beginnt eure Reise als Tourist und arbeitet euch zum Rookie-Fahrer hoch, um schliesslich am Horizon Festival teilzunehmen.
