Technik, die funktioniert, ist toll. Technik, die nicht funktioniert, bringt einen auf die Palme. Ihr kennt das bestimmt auch. Langsames oder unzuverlässiges WLAN zum Beispiel nervt einfach nur. FRITZ! verspricht hier mit dem FRITZ!Mesh Set 4200 Abhilfe, indem es euer WLAN-Signal bis in die letzte Ecke des Hauses und gleich noch bis in den Garten bringt. Wie gut das funktioniert und was es sonst noch zu beachten gilt, haben wir für euch getestet.

Man kennt das: Immer mehr Geräte hängen am WLAN, und spätestens wenn man mal in ein grösseres Zuhause umzieht oder die bisherige WLAN-Lösung langsam den Geist aufgibt, stellt sich die Frage nach Ersatz. Wer wie der Verfasser dieser Zeilen in einem zweistöckigen Haus lebt, wird schnell merken, dass die einfachsten (und günstigsten) Lösungen oft nicht die gewünschte Abdeckung bei hoher Geschwindigkeit liefern. Jahrelanger WLAN-Seelenfrieden ist einem ja durchaus etwas wert, und dennoch möchte man bei deutlich dreistelligen Preisen dann auch "das Richtige" kaufen. Das FRITZ!Mesh Set 4200 richtet sich dabei ausdrücklich auch an Nutzer, die keine FRITZ!Box ihr Eigen nennen. Wer allerdings doch eine in Betrieb hat, bekommt noch einiges an zusätzlichen Möglichkeiten geboten.
What's in the Box?

Doch schauen wir uns zuerst den Lieferumfang etwas genauer an. Es gibt das Set mit zwei oder mit drei Repeatern - wir haben das grössere Set mit drei Stationen getestet. Die Hardware, die in diesem Set gebündelt wurde, ist dabei aber nicht gänzlich neu, denn es handelt sich um die FRITZ!-Repeater mit der Bezeichnung 3000 AX, die einzeln 2022 auf den Markt kamen. Für jede der drei Stationen ist zudem natürlich ein Netzteil enthalten, und auch drei Netzwerkkabel gehören zum Lieferumfang. Dazu kommt eine gedruckte Kurzanleitung. Doch die Installation geht am einfachsten von der Hand, wenn man stattdessen die MyFRITZ!-App nutzt, die auch wenig technikaffine Nutzer Schritt für Schritt durch den Setup-Prozess führt. Wenn man sich die eigentlichen Repeater-Stationen mit ihren stabilisierenden Standfüssen etwas genauer anschaut, entdeckt man neben dem Stromanschluss einen WPS-Verbindungsknopf und zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse. Die Verarbeitung und das Design wirken hochwertig, wie man es aber natürlich bei einem Produkt im Premiumpreis-Segment auch erwarten kann.
Anschluss leicht gemacht

Wie erwähnt, wird man dank der App, die einem auch sonst einiges an Möglichkeiten und Informationen bietet, problemlos durch den Installations- und Anschlussprozess geleitet. Wer noch keine FRITZ!Box in Betrieb hat, schliesst als Erstes eine der Stationen via Kabel an den bestehenden Router an - auch das wird natürlich in der App erklärt. Diese Station nimmt dann die Funktion des Mesh-Masters ein, während die anderen zwei Stationen (in unserem 3er-Set) sozusagen als die Aussenstationen fungieren. Die weiteren Einrichtungsschritte lassen sich ebenfalls unkompliziert und rasch erledigen, sodass das Mesh-Netz in Windeseile steht und das Surfvergnügen losgehen kann. Wer bereits eine FRITZ!Box in Betrieb hat, kann alternativ den ersten Schritt (Station per Kabel an Router anschliessen) auch auslassen. Dann übernimmt die FRITZ!Box selber die Rolle des Mesh-Masters, und alle drei Stationen können im Haus verteilt werden und so eine noch grössere Fläche abdecken. Diesen Vorteil erkauft man sich aber mitunter durch eine tiefere Höchstgeschwindigkeit beim Datendurchsatz, womit wir auch schon beim nächsten Thema wären.
Technisches und Performance

Beim hier vorliegenden Set kommt Wi-Fi 6 mit Triband (2 x 5 GHz, 1 x 2,4 GHz) zum Einsatz. Das ist zwar nicht der ganz aktuelle Wi-Fi-7-Standard, doch gilt es auch zu bedenken, dass entsprechende Geräte derzeit gern deutlich teurer sind. Zudem können viele Endgeräte (die noch nicht für Wi-Fi 7 gerüstet sind) daraus im Alltag überhaupt keinen Nutzen ziehen. Entsprechend ist aus Preis-Leistungs-Sicht Wi-Fi 6 hier eine sinnvolle Wahl. Doch welche Performance können Käufer denn nun erwarten? Die Antwort ist natürlich nicht ganz einfach, denn jedes Zuhause ist anders, und Faktoren wie Wände, die Distanz zwischen den Stationen oder andere Geräte, die wortwörtlich dazwischenfunken, haben einen Einfluss darauf, welche Datendurchsätze in der Praxis tatsächlich zustande kommen. Mit Sicherheit die besten Ergebnisse erreicht ihr aber, wenn ihr eine Station direkt an euren Router anschliesst (auch wenn das bereits eine FRITZ!Box ist und es technisch gesehen nicht unbedingt notwendig wäre). Der Grund dafür ist, dass durch die Verbindung zwischen Router und Mesh-Master-Station nicht bereits ein Band (sprich eine Frequenz) aufgebraucht wird, da diese Verbindung ja kabelgebunden erfolgt. Natürlich habt ihr so jedoch auch eine Station weniger, was bei wirklich grossflächigen Wohnungen oder einem Haus dazu führen kann, dass die Abdeckung doch nicht bis in die letzte Ecke reicht. Unter guten Praxisbedingungen mit den beiden (verbleibenden) Stationen gleichmässig verteilt, sind durchaus 600 Mbit/s drin. Wie gesagt, theoretisch sind gerade via 5-GHz-Band deutlich höhere Datenraten möglich, allerdings dort eben nur über kurze Distanz, während wir hier über Ergebnisse in einer Alltagsumgebung reden. Dabei müsst ihr euch auch keine Gedanken über die technische Seite machen, denn selbstverständlich wird das alles automatisch gesteuert. Und das Schöne an einer Mesh-Lösung ist, dass ihr trotz mehrerer Stationen nur ein WLAN-Netzwerk in eurem Zuhause aufzieht, statt wie bei anderen Lösungen plötzlich zwischen mehreren Netzen hin und her zu springen und auch mal mit dem schwächeren (weil zu weit entfernten) Netz verbunden zu bleiben. All diese Probleme habt ihr hier nicht. Es wird automatisch erkannt, welche Station gerade das stabilste und schnellste Signal zur Verfügung stellt, und der Übergang zwischen den Stationen geschieht automatisch, schnell und zuverlässig.
Fazit: Top-Lösung, auch für Techniklaien
Egal ob ihr als Router eine FRITZ!Box nutzt oder nicht: Das FRITZ!Mesh Set 4200 kann die Lösung eurer WLAN-Probleme sein. Klar, wer einen Glasfaser-Anschluss bis in jedes Zimmer hat (so wie der Autor dieser Zeilen in seinem früheren Zuhause), hat noch ganz andere Möglichkeiten. Ist dies aber nicht der Fall und habt ihr eine etwas grössere Bleibe, bei der sich WLAN-Repeater als sinnvolle Lösung anbieten, solltet ihr das FRITZ!Mesh Set 4200 definitiv in die engere Wahl nehmen. Aufgrund der zwei beziehungsweise drei Stationen bietet es eine wirklich gute Abdeckung auch im letzten Winkel eines zweistöckigen Wohnhauses. Die Geschwindigkeit ist mehr als alltagstauglich, und in Sachen Zuverlässigkeit, Setup via App oder Kompatibilität gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln.

Kurzum: Auch wenn der allerneueste Wi-Fi-Standard nicht unterstützt wird, macht das im Alltag in den wenigsten Fällen einen Unterschied. Dafür zahlt man mit 300 bis 350 CHF für das Dreierpack einen vertretbaren Preis, der mit Wi-Fi 7 wohl kaum möglich gewesen wäre. Und ansonsten gibt es in Sachen Hard- und Software einfach kaum Kritikpunkte und deshalb eine klare Empfehlung von unserer Seite.
Positiv
- Sehr unkomplizierte Einrichtung/Verbindung (über App)
- Ermöglicht selbst in grösseren Wohnungen/Häusern eine lückenlose und schnelle Abdeckung
- LAN-Anschlüsse an Bord
- Auch für Nicht-FRITZ!Box-Besitzer geeignet
Negativ
- Kein Wi-Fi-7-Support (den allerdings derzeit viele Endgeräte noch gar nicht bieten)
- Nicht für jedes Budget erschwinglich, aber Preis-Leistung stimmt