Gaming-Persönlichkeiten: Akira Toriyama

Das (Videospiel-)Vermächtnis einer Legende

Artikel Video Joel Kogler

Am 1. März 2024 ist der japanische Künstler und Schöpfer von Marken wie "Dragon Ball" und "Dragon Quest" im Alter von 68 Jahren verstorben. Manga-, Anime- und Videospielfans auf der ganzen Welt kamen zusammen, um eines bemerkenswert kreativen Schöpfers zu gedenken. Am 25. April 2024 erschien mit "Sand Land" eines der letzten Spiele, an dem Toriyama persönlich mitgearbeitet hat.

Wir möchten einen Rückblick bieten über den grossen Fussabdruck, den Toriyama auch in der Videospielbranche über viele verschiedene Genres hinweg hinterlassen hat.

1989 - Dragon Quest

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Dragon Quest Monsters: Der dunkle Prinz

Nur fünf Jahre nachdem "Dragon Ball" die Herzen von Manga-Fans entzückte, wagte sich Akira Toriyama an ein neues Medium: Videospiele. Auf dem Nintendo Entertainment System (NES) brachte Publisher Enix das Fundament eines ganzen Genres auf den Markt. "Dragon Quest" (oder "Dragon Warrior" in Amerika) etablierte viele Elemente, die Spieler heute ganz selbstverständlich dem JRPG-Genre zuordnen, sei es der Fokus auf eine Gruppe aus Helden, rundenbasierte Kämpfe oder zufällige Begegnungen mit Feinden.

Akira Toriyama war als Charakterdesigner mit dabei und half mit, vielen der ikonischen "Dragon Quest"-Gegner, wie etwa dem Schleim, ihr heute so vertrautes Aussehen zu geben.

Das originale "Dragon Quest" könnt ihr heute auf der Switch spielen.

1995 - Chrono Trigger

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Chrono Trigger

Es geht gleich weiter mit den Legenden des JRPGs, denn auch wenn "Chrono Trigger" damals nur mässig finanziell erfolgreich war, gilt das Werk auf dem SNES heute als einer der grossen Meilensteine der Rollenspiel-Geschichte und wird als Kultklassiker gefeiert. Dank eines spannenden Plots und einer einzigartigen Zeitreise-Mechanik diente "Chrono Trigger" (wie "Dragon Quest" davor) als Blaupause für viele weitere Rollenspiele.

Auch hier war Akira Toriyama als Künstler massgeblich für die Charaktere im Spiel verantwortlich und schuf so Helden und Schurken, die bis heute in den Herzen vieler Nerds tief verankert sind.

"Chrono Trigger" wurde zuletzt im Jahr 2018 als Portierung für PC veröffentlicht.

1996 - Tobal No. 1

Wer die Videospiele basierend auf Toriyamas Mangas kennt, denkt vermutlich zuerst an die dutzenden Prügel-Games im "Dragon Ball"-Universum. Tatsächlich hat Toriyama aber bereits 1996 Fuss in diesem Genre gefasst. "Tobal No. 1" erschien auf der PlayStation und konnte sich nur bedingt gegen die grosse Konkurrenz von "Tekken" und "Virtua Fighter" behaupten. Auffällig war aber der Einzelspielermodus, der Elemente aus Prügel- und Rollenspielen mixte. Diese Kombination werden wir auch später im "Dragon Ball Z"-Universum erneut antreffen.

Aufgrund des eher bescheidenen Erfolgs und der kleinen Fangemeinde könnt ihr "Tobal No. 1" heute nur noch auf originaler Hardware oder via Emulator spielen.

2006 - Blue Dragon

Eine Konsolengeneration später kommen wir zu Toriyamas einzigem Xbox-exklusiven Spiel: "Blue Dragon". Während das Rollenspiel nie zum Mainstream-Hit wurde, lobten Fans und Kritiker damals insbesondere Toriyamas Design der Helden und Monster. Spielerisch bewegte sich "Blue Dragon" sehr nahe an der "Final Fantasy"-Reihe - nicht zuletzt deshalb, weil Serienschöpfer Hinorobu Sakaguchi auch hier federführend war.

Heute gilt "Blue Dragon" eher als ein Geheimtipp für Fans klassischer JRPGs. Dank der Rückwärtskompatibilität der modernen Xbox-Konsolen ist das Game auch heute noch leicht für Fans zugänglich.

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