GreedFall II: The Dying World - Vorschau / Preview

Noch besser als Teil 1?

Vorschau Video Benjamin Braun

Mit mehr als zwei Millionen verkauften Einheiten war der erste "GreedFall"-Teil ein internationaler Erfolg. Nun, mit neuem Publisher im Rücken, setzt Entwickler Spiders sein Action-Rollenspiel fort: mit neuem Helden, frischem Schauplatz und einem stark von "Dragon Age" inspirierten Kampfsystem samt pausierbarer Echtzeit-Action.

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GreedFall II

Von ihrem ersten grossen Action-RPG "Of Orcs and Men" (gemeinsam entwickelt mit Cyanide) über das Fantasy-Rollenspiel "Bound by Flame" bis zuletzt zum Roboter-Soulslike "Steelrising": Gefühlt wird das Pariser Entwicklerstudio Spiders mit jedem Spiel ein bisschen besser. 2024 will das inzwischen erheblich grössere Team mit "GreedFall II: The Dying World" nochmals eine Steigerung hinlegen. Wir konnten die Fortsetzung, die weder Prequel noch Sequel zum 2019 veröffentlichten ersten Teil ist, in Paris auf der Hausmesse des Publishers Nacon ausführlich anspielen. Warum uns das Game bereits jetzt gut gefällt, wir aber noch nicht so recht an einen Überflieger glauben, erfahrt ihr in unserer Preview.

Schlauchartig und dennoch nonlinear

Das Gesetz der Serie ist nicht zu brechen, denn was erfolgreich ist, bekommt auch eine direkte Fortsetzung oder ein sogenanntes Prequel, das die Vorgeschichte näher beleuchtet. "GreedFall II" ist, abseits des Namens, weder das eine noch das andere. Denn die Handlung setzt zwar ungefähr drei Jahre nach den Ereignissen zu Beginn des ersten Teils ein. Im Wesentlichen aber läuft sie mehr oder weniger parallel dazu ab. Ihr selbst übernehmt den Part eines Doneigad, also eines Ur-Einwohners der aus Teil 1 bekannten Spielwelt. Er ist eine Art Auserwählter, der eine sich ausbreitende Seuche besiegen soll. Er oder sie, das bestimmt ihr höchstselbst in einem relativ üppigen Charakter-Editor, stammt zwar von der Insel Teer Fradee, die ihr im Vorgänger vornehmlich erkundet habt. In "GreedFall II" spendiert Spiders dem Game mit der Insel Gacane (oft dschungelartiger Südseeflair mit leichten Piraten-Attitüden) jedoch einen bislang gänzlich unbekannten Schauplatz, der gemessen an der Übersichtskarte eine ganze Ecke grösser ausfällt.

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GreedFall II

Es ist schon eine Art Open World, allerdings in Bezug auf die Struktur eher von der linearen Sorte. Zumindest im bislang gespielten Abschnitt mit einem weitläufigen Areal um ein Eingeborenendorf herum, in dem unsere Reise beginnt, ist praktisch alles mit labyrinthartig aufgebauten, letztlich allerdings schlauchartigen Pfaden verbunden. Überall warten knöchelhohe Felsen, die wir nicht überwinden können. An einer nicht befestigen Brücke oder einem Abgrund können wir nicht über die Kante in die Tiefe stürzen. Und schwimmen geht in einem darunter liegenden Fluss erst gar nicht. Strikt linear verläuft aber bereits der angespielte Prolog nicht, zumal sich das voraussichtlich 40 bis 60 Stunden lange Abenteuer später zunehmend öffnen dürfte. Im Zuge der mehrteiligen Auftakt-Quest gilt es beispielsweise, ein paar nicht einheimische Jäger zu vertreiben, die es sich in einem Lager in der Nähe des Dorfes gemütlich gemacht haben. Das geht aufgrund ihrer anfänglich überfordernden Kampfkraft eher theoretisch oder indem ihr sie offen zum Kampf herausfordert - zum deutlich veränderten Kampfsystem später mehr. Ihr könnt allerdings auch versuchen, sie mit eurer womöglich bei der Charaktererstellung aufgepeppten Überzeugungskunst zum Weggang zu überreden. Wie uns Entwickler Nicolas Ducert im Interview verrät, könnt ihr jedoch in der Nähe eine Truhe mit Gold finden und die Jäger bestechen - oder sogar jenes Gold an euch nehmen, die Jäger des Diebstahls des Ur-Einwohner-Goldes den Dorfältesten "melden" und sie dazu bewegen, einen anderen Trupp zu schicken, um die Jäger zu vertreiben. Solche vielfältigen Möglichkeiten, eine Quest erfolgreich abzuschliessen, sind aber bei Weitem nicht das einzige Merkmal, in dem "GreedFall II" seinen Status als komplexes Rollenspiel beweist.

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