Grey Goo

Oldschool-Strategie trifft Science Fiction

Test Christian Sieland getestet auf PC

Die Spielmechanik

Wie bereits in der Einleitung erwähnt wurde, muss sich „Grey Goo“ mit dem grossen Platzhirschen „Starcraft 2“ messen müssen. Anfangs mögen die beiden Titel zwar ähnlich erscheinen, doch hat man die ersten Missionen absolviert, sieht man schnell die Unterschiede. In „Starcraft 2“ ist es normal, dass die Einheiten unterschiedliche Spezialfertigkeiten besitzen – ein gewisses Micromanagement ist also vorausgesetzt, um das Spiel zu beherrschen. In „Grey Goo“ entfällt dieser Aspekt, weswegen sich Neulinge schnell zurechtfinden werden.

Zu Beginn einer Spielrunde seht ihr eure Hauptbasis, die dann mit weiteren Anlagen erweitert werden können. Beim Beispiel der Beta-Rasse kann das eigene Quartier zu Beginn mit vier Anlagen ausgebaut werden. Hier ist besonders die Raffinerie wichtig, die dann mit einem Vorkommen in der Nähe verbunden werden muss. Ist das geschehen, pendeln die Einheiten automatisch von Lager zum Vorkommen. Auf diese Weise erhaltet ihr wichtige Ressourcen, die dann in die Fabrik investiert werden können. In der Fabrik werden die Einheiten gebaut. Zwar besitzen sie keine eigenen Fertigkeiten, allerdings hat jede Einheit ihre Vor- und Nachteile. Ein Späher der Beta-Rasse ist wendiger, als wenn eine einfache Infanterie-Einheit losgeschickt werden würde. Im Kampf muss also immer die perfekte Balance von Einheiten gefunden werden.

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Beschreibung

Apropos Beta-Rasse – jede Rasse hat unterschiedliche Spielweisen, weswegen das ganze Spielprinzip grundsätzlich stark aufgelockert wird. Während die Beta-Rasse ihre Gebäude nur da errichten können, wo sich sogenannte Verteiler-Gebäude befinden, können die Menschen ihre Gebäude überall platzieren. Voraussetzung ist hier aber die Erschliessung von sogenannten Netzwerken, die sich über den gesamten Boden erstrecken. Diese müssen allerdings clever gesetzt werden, denn nicht jedes Gebäude kommt mit einer Energieverbindung aus. Wer grosse Fabriken errichten möchte, muss bei den Menschen seine Energienetzwerke kombinieren. Allerdings sollten diese auch nicht zu dicht beieinander stehen, denn ansonsten könnte mit einem Schlag die gesamte Produktion zerstört werden. Hier ist Geschick erfordert, welches heutzutage selten bei einem Strategiespiel gefordert wird – wieder ein starker Pluspunkt für „Grey Goo“.

Zuletzt gibt es noch die Rasse der Goo. Diese ähneln am ehesten den Zergs aus Blizzards Universum. Sie errichten keine Gebäude, sondern schaffen ihre Einheiten durch Zellteilung. Ein Muttertier muss dafür über die Ressourcenfelder geschickt werden. Anschliessend werden Felder abgeerntet und Klumpen werden fallengelassen. Diese Klumpen lassen sich dann in Einheiten ausbauen, die bei den anderen Rassen aus den Kasernen stammen. Die Goos gehören zu den schwieriger zu spielenden Rassen in „Grey Goo“, da sie eine einmalige Mechanik besitzen. Wer sie allerdings beherrscht, kann schöne Schachzüge auf dem Spielfeld ausführen.

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Die Einheiten von „Grey Goo“ besitzen zwar keine eigenen Fertigkeiten, allerdings bietet das Spiel ein Feature, womit eine unglaubliche Vielfalt gewährleistet wird. Die Einheiten lassen sich teilweise kombinieren, um noch stärkere Varianten zu erzeugen. So können Fahrzeuge oder Einheiten auf die Mauern „klettern“ und somit aus einer Mauer einen Wachturm machen. Somit ermöglichen die Entwickler starke Belagerungstaktiken, die es so in „Starcraft 2“ nicht gibt.

Grundsätzlich ist „Grey Goo“ ein langsames Strategiespiel, welches erst im sogenannten Lategame glänzen kann. In dem Moment, wo die drei Rassen ihre Spezialeinheiten bauen können, wird das Spiel richtig interessant. Die Balance stimmt, keine Einheit ist zu stark und kann zudem jederzeit durch eine andere Einheit ausgekontert werden. Somit entstehen spannende Schlachten, die auch im Multiplayer ausgefochten werden können. Die KI selbst ist nicht sonderlich stark, auch wenn sie Neulinge im harten Spielmodus fordern wird. Kenner von Strategiespielen werden im schweren Spielmodus aber keine Schwierigkeiten haben.

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