Heutzutage gibt es Simulatoren wie Sand am Meer. Wer die digitalen Marktplätze durchsucht, findet für fast jeden Job einen oder mehrere davon. Viele sind jedoch von eher minderer Qualität. Deshalb ist es besonders schön, wenn ein Exemplar erscheint, das schon auf den ersten Blick mehr verspricht. In "Ground of Aces" erhaltet ihr die Möglichkeit, einen eigenen Luftwaffenstützpunkt zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs zu bauen. Zum Release der Early-Access-Version haben wir schon mal einen ersten Blick darauf geworfen.
Wenn Tim und Struppi Bomberpiloten wären
Was in "Ground of Aces" sofort auffällt, ist der wunderschöne Comic-Look, der das ganze Spiel exzellent aussehen lässt. Optisch ist es im Stil der frankobelgischen Bande Dessinée gehalten. Wer beispielsweise "Tim und Struppi", "Die Schlümpfe" oder "Lucky Luke" kennt, weiss genau, was man sich hier vorstellen kann. Die Liebe zum Detail ist in jedem noch so kleinen Element zu sehen - seien es zum Trocknen aufgehängte Kräuter, die Ausstattung einer Küche oder das Design der Charaktere. Noch mehr fällt das auf, wenn man sich die vielen verschiedenen Flugzeuge anschaut, die schon im Spiel verfügbar sind.

Das Ziel im Game ist es, einen erfolgreichen Luftwaffenstützpunkt aufzubauen, sein Personal bei Laune zu halten und seine Flugeinheiten auf immer schwierigere Missionen zu schicken. Ein ausführliches Tutorial ist zwar geplant, doch aktuell noch nicht verfügbar. Es gibt eine hilfreiche Anzeige mit Zielen, die man zuerst erledigen sollte, etwa der Bau einer Landebahn oder genügend Betten für alle Soldaten, doch der Start war in unseren eher unerfahrenen Händen harzig. Fast alles muss von Hand und allein herausgefunden werden, was für Spieler mit mehr Erfahrung wahrscheinlich kein grosses Problem ist, für Neueinsteiger jedoch umso mehr. Glücklicherweise kann man den Spielablauf komplett pausieren, wodurch man alle Zeit der Welt hat, die vielen Menüs zu durchforsten und seine nächsten Schritte zu planen.
Wer Zeit und Geduld investiert, bekommt einen Simulator geboten, der schon in seiner jetzigen Form viel Tiefe aufweist. Zum Start ist der eigene Stützpunkt noch klein und macht wenig her. Man platziert eine Landebahn aus Erde, und das erste Flugzeug ist draussen noch allen Elementen ausgesetzt. Eine Feldküche stellt das höchste Mass der kulinarischen Gefühle dar, und in der Freizeit kann das eigene Personal höchstens vor der Flagge salutieren oder auf Stühlen um ein Lagerfeuer herum dem Radio lauschen.
Action in der Tabelle
Je mehr man spielt, je mehr Ressourcen man abbaut und je mehr Erfolg man auf Missionen hat, desto besser und luxuriöser wird der Flugplatz allerdings. Die Landebahn wird sukzessiv zu Sand, Beton oder Asphalt, die Küche in ein selbst gebautes Gebäude verfrachtet, und man kann sich einen Unterschlupf bauen, der eine Bar, ein Klavier und einen Snooker-Tisch bietet.

Neben dem Bau der Basis sind die Missionen, auf die man seine Piloten schickt, das zweite grosse Element. Mit seinem ersten Flugzeug kann man beispielsweise noch nicht auf gross angelegte Kampfmissionen gehen, aber trotzdem schon Aufklärungsflüge für die Armee ausführen. Je mehr man von ihnen abschliesst, desto besser werden die Ressourcenlieferungen, die man erhält. Ausserdem schaltet man dadurch bessere Flugzeuge frei, wodurch sich ein schöner Loop ergibt.
Zu Beginn des Spiels kann man ausschliesslich kleine, weniger gut ausgerüstete Flugzeuge wie den Hurricane oder Gladiator auf seinem Stützpunkt platzieren. Im Verlauf schaltet man weitere, bessere Modelle frei. Die Spitfire ist ikonisch, doch nur wer viel Zeit investiert und eine erfolgreiche Basis aufbaut, erhält beispielsweise Zugriff auf das neueste Schmuckstück in "Ground of Aces": den B17-Bomber, eine fliegende Festung für ganze acht Crew-Mitglieder. Die Modelle aller Flugzeuge sehen wahnsinnig gut aus, und sie freizuschalten und auf Missionen zu schicken, macht einen grossen Reiz im Spielablauf aus.

Wie es sich für einen Titel im Early Access gehört, bietet das Studio Blindflug allerdings schon jetzt eine lange und ausführliche Roadmap mit Dingen, die für das Projekt geplant sind. Neben technischen Verbesserungen und mehr Inhalten soll beispielsweise den Figuren mehr Tiefe gegeben werden. Diese können nämlich bei einem Angriff auf die eigene Basis oder bei einem Flug ihr Leben lassen, was zwar aktuell schon schmerzt, aber mit kommenden Updates noch viel tiefgreifender werden kann. Skills für die Charaktere und mehr Persönlichkeit sind versprochen und könnten für tragische Momente sorgen, wenn ein etablierter Pilot nicht von einer Mission zurückkehrt oder der geliebte Koch bei einem Bombenangriff ums Leben kommt.
Ausblick
Der Einstieg in "Ground of Aces" kann momentan noch sehr zäh ausfallen, da in der Early-Access-Version des Spiels kaum Hilfen vorhanden sind. Es hat uns viel Zeit gekostet, nur ein wenig Überblick über all die Menüs und die vielen Mechaniken zu erhalten. Wer sich darauf einlässt, bekommt einen Simulator respektive ein Strategiespiel mit viel Tiefe geboten. Die Möglichkeit, zu sehen, wie die eigene Basis grösser wird, mehr und mehr Personal über das Gelände wuselt und mächtige Flugzeuge auf Missionen zu schicken, kann unglaublich befriedigend sein. Gepaart mit einer wunderschönen Optik und der ausführlichen Roadmap, sollten Genreliebhaber "Ground of Aces" unbedingt im Blick behalten!

