Halo: Campaign Evolved - Test / Review

Gelungene Neuauflage oder dreiste Geldmacherei?

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Feintuning an jeder Ecke

Hinsichtlich der Spielstruktur und des Gameplays haben die Halo Studios in vielen Bereichen kleine, aber sinnvolle Änderungen vorgenommen. Einst enge Gänge in Raumschiffen oder Alien-Strukturen sind nun zum Beispiel oft einen Tick breiter, damit im 4-Spieler-Koop-Modus alle ausreichend Platz haben. Streckenweise wurden aber auch Passagen in Aussenbereichen etwas verbreitert, was zur Folge hat, dass man hier mit dem Warthog-Jeep besser durchkommt. An einigen Stellen wurden auch umfangreiche Änderungen am Leveldesign vorgenommen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Bibliothekslevel, wo ihr jetzt unter anderem noch Lichtbrücken aktivieren müsst, um weiterzukommen. Kombiniert mit zusätzlichen Voicelines des mysteriösen Illuminaten, wirkt der weiterhin recht lineare Level dadurch einen Tick abwechslungsreicher.

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Der letzte Kampagnen-Level macht grafisch nun noch deutlich mehr her

Im Vergleich zum Original von 2001 habt ihr im Verlauf der Kampagne und der Bonusmissionen ausserdem Zugriff auf neun zusätzliche Waffen. Hierzu zählen unter anderem das im Nahkampf extrem mächtige Energieschwert der Covenant, die in "Halo 2" eingeführte Submachine-Gun (SMG) und die präzise UNSC Battle Rifle sowie aus "Halo: Reach" das mit einer Zoom-Optik ausgestattete Nadelgewehr (nicht zu verwechseln mit dem kompakteren Needler). Im Rahmen der besagten Bibliotheksmission dürft ihr ferner die potente Strahlenwaffe der fliegenden Wächtereinheiten aufsammeln und zu eurem Vorteil nutzen.

Aber auch im Hinblick auf das launige Fahrzeug-Gameplay gibt es interessante Neuerungen. Hierzu gehören allem voran Fahrzeug-Entführungen, die ursprünglich erst in "Halo 2" ihr Debüt feierten. So ist es nun zum Beispiel möglich, auf einen vorbeifahrenden Ghost-Gleiter zu springen, den Fahrer aus seinem Sitz zu zerren und das Vehikel dann selbst zu übernehmen. Ziemlich praktisch! Gleiches gilt für die Möglichkeit, sich an einem Wraith-Panzer festzuklammern, um dann eine Granate ins Cockpit zu schleudern und das Alien-Vehikel von innen zu sprengen. Hinzu kommt, dass der Warthog in "Halo: Campaign Evolved" Platz für vier Personen bietet, was das gemeinsame Vorankommen im 4-Spieler-Koop deutlich vereinfacht.

Abseits der bereits skizzierten Anpassungen punktet "Halo: Campaign Evolved" mit einer ganzen Reihe an zusätzlichen Accessibility-Optionen. Die Palette reicht dabei von vielseitig konfigurierbaren Untertiteln und Fadenkreuz-Varianten über eine optionale Maus- und Tastatur-Steuerung für Konsolenspieler bis hin zur Möglichkeit, Bildschirmwackeln und Bewegungsunschärfe zu deaktivieren.

Operation: Meteorite

Wie damals umfasst die Kampagne auch im Remake zehn Missionen, die euch auf dem zweiten der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade etwa neun bis zehn Stunden bei Laune halten. Ergänzend dazu dürft ihr euch diesmal allerdings noch in drei Bonusmissionen stürzen, die zeitlich vor den Ereignissen des Originalspiels angesiedelt sind. An der Seite von Sergeant John bahnt ihr euch darin einen Weg durch einen gigantischen Allianzkreuzer, der die eine oder andere Überraschung bereithält. So erkundet ihr in Bonusmission 2 eine gigantische Kuppel innerhalb des Schiffes und bestaunt eine Wüsten-ähnliche Flora und Fauna. Spätestens hier ärgert man sich dann auch, dass die Neuauflage leider keinen dedizierten Fotomodus bietet.

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In der zweiten Bonusmission erkundet ihr diese aride Landschaft - die sich eigentlich im Inneren eines gigantischen Allianzkreuzers befindet

Ziemlich gestaunt haben wir auch über den dritten Bonuslevel, denn dort erwartet euch ein waschechter Weltraumeinsatz im Cockpit eines wendigen Covenant-Kampfschiffs namens Seraph. Das hier gebotene Gameplay weckt Erinnerungen an "Star Wars: Squadrons" und macht auch optisch einiges her.

Habt ihr diese Inhalte ebenfalls abgehakt, sorgen in erster Linie die Schädel und einige daran gekoppelte Trophäen für zusätzlichen Wiederspielwert. Wer mit dem Begriff Schädel nichts anfangen kann: Gemeint sind insgesamt 42 kreative Gameplay-Modifikatoren, die ihr zunächst innerhalb der Levels finden müsst, um sie später aktivieren zu können. Die Schädel zu finden, ist gar nicht so einfach, lohnt sich aber, weil sie das Spielgefühl und die Herausforderungen teils deutlich verändern.

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Mal etwas anderes: Der letzte Bonuslevel zwängt euch ins Cockpit eines kleinen Allianz-Raumschiffes

Die Bandbreite der Möglichkeiten reicht dabei von unendlicher Munition und Granaten über die Option, das komplette Spiel aus einer Third-Person-Perspektive zu erleben, bis hin zum Fan-Liebling "Grunt Birthday Party". Letzteres löst eine Mischung aus Konfetti-Regen und Jubel aus, sobald ihr einen wuseligen Grunt per Kopfschuss erledigt. Sobald ihr drei Schädel gefunden habt, schaltet ihr zudem den sogenannten Campaign-Remix-Modus frei, der automatisch drei weitere Schädel kredenzt, darunter per Zufallsprinzip verteilte Feinde, zufällig verteilte Waffen und Gegnerfraktionen, die sich nicht mehr gegenseitig angreifen.

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