Hauntii - Test / Review

Von Geistern und Engeln

Test Video Fabrice Henz getestet auf PC

Die Welt der Indies ist fantastisch! Während es bei vielen Mainstream-Titeln oft der Fall ist, dass sich der Artstyle immer ähnlicher wird, ist der Markt für unabhängige Entwickler viel offener. Voll im Retro- oder klassischen Stil bis hin zu völlig überladenen Bildschirmen, bei denen unser Gehirn sich abschaltet, wird die ganze Breite angeboten. "Hauntii" ist das erste Spiel von Moonloop Games und weist niemals mehr als zwei Farbtöne gleichzeitig auf. Trotzdem ist es wunderschön und bietet noch mehr, wie wir auf der Xbox für euch herausgefunden haben.

Die Ewigkeit ist ziemlich lang

"Hauntii" ist nicht nur der Name des Games, sondern auch eines kleinen und schüchternen Geistes, der nicht genau weiss, wo er ist und was mit ihm passiert. Die strahlende Gestalt eines Ewigen will das kleine Gespenst über einen riesigen Turm in höhere Sphären führen, doch spektrale Ketten reissen ihn wieder hinunter. In dieser wunderschönen, aber auch gefährlichen Welt muss Hauntii nun wieder einen Ewigen finden, seine Erinnerungen wiederherstellen und ganz viel herumspuken.

Die Welt von "Hauntii" wird von vielen sehr liebenswerten Geistern und anderen Kreaturen bewohnt, mit denen man schöne Gespräche führen kann. Mit nur wenigen Zeilen bekommen die Figuren ganz viel Charakter. Ähnliches gilt für die Spielwelt selbst, die zwar nur spärlich erklärt wird, allerdings bei einem eine ordentliche Portion Fantasie auslösen kann. Herzzerreissend sind auch die Erinnerungen der Spielfigur, die man sukzessiv wieder freischaltet und die ganz ohne Text viele Emotionen auslösen können. Alles wirkt irgendwie ein wenig sonderbar und schrullig, ohne je zu albern zu werden.

Sei mein

Zwar ist das Game im Kern ein Twin-Stick-Shooter, doch dahinter steckt noch viel mehr. Anders als viele andere Genrevertreter ist das Action-Gameplay eher gemächlich. Hauntii ist nicht allzu flink, wobei ein Dash dabei hilft, den feindlichen Angriffen aus dem Weg zu gehen. Der Bildschirm ist eigentlich nie voll mit hunderten Geschossen, weshalb Veteranen des Genres mit den Kämpfen nie Probleme haben dürften. Viel knackiger sind jedoch die vielen Rätsel und Missionen, die man als Geist lösen sollte. Manche sind dabei vergleichsweise normal. In ihnen muss man Kämpfe in einer Arena gewinnen oder möglichst schnell eine Reihe von Kontrollpunkten ablaufen. Andere Bewohner dieser Unterwelt haben manchmal auch Aufgaben für Hauntii, etwa das Finden eines entlaufenen Geisterhundes, der zu seinem Besitzer zurückgebracht werden muss.

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Die Spezialfähigkeit von Hauntii ist es jedoch, die Kontrolle über fast alles und jeden übernehmen zu können, seien es Bäume und Hügel, entlaufene Geisterhunde oder Glocken und Marienkäfer. Um einen undurchquerbaren Weg durch die Dunkelheit zu erhellen, muss man einen Baum übernehmen, sich schütteln und dadurch einen Weg erleuchten. Glocken müssen in der richtigen Reihenfolge aktiviert werden, Geisterhunde nach Hause geführt und Marienkäfer von Baumwipfel zu Baumwipfel geflogen werden. All diese Puzzles belohnen einen mit Sternen, die benötigt werden, um die bereits erwähnten Erinnerungen wiederherzustellen. Wer die Spielwelt viel erkundet und darin herumexperimentiert, wird mit vielen kleinen Momenten belohnt, die einem einen Stern geben und einen wirklich smart wirken lassen. Mehr als einmal wussten wir, dass wir es mit einem Puzzle zu tun haben, aber ohne auch nur die leiseste Ahnung, wie es zu lösen ist. Nur viel überlegen und ausprobieren führte dann zur Lösung, wonach wir uns allerdings immer sehr schlau gefühlt haben. Manchmal sind die Puzzles hingegen ein wenig zu arg in der Spielwelt versteckt und kaum zu finden. Die Karte zeigt einem zwar an, in welchen Gebieten es noch Sammelobjekte gibt, aber nicht, wie man sie findet. Auch sonst ist die Karte leider eher mässig und bietet kaum brauchbare Informationen, wie man vorwärtskommen kann oder in welche Richtung man gehen muss. Es passt zwar zum entschleunigten Stil von "Hauntii", fühlt sich jedoch nicht immer allzu gut an. Auch muss man sehr viele Sterne finden, um im Story-Verlauf in neue Gebiete zu reisen, weshalb man alle Areale sehr gut absuchen muss, um die benötigte Anzahl zu erreichen. Die Herausforderungen ein wenig herunterzuschrauben, wäre cool gewesen, denn obwohl wir viel gesucht und gefunden haben, mussten wir jedes Mal wieder in frühere Gebiete zurück, um noch mehr zu finden.

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