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Homefront: The Revolution

Welt-Premiere: Mit Backsteinen gegen Hightech-Drohnen

Vorschau Michael

„Homefront: The Revolution“ in der Mega-Preview: offene Welt statt Schlauchlevel, taktieren und nachdenken statt rumballern? Dazu ein authentischer Protagonist, kein Superheld? Ein Kerl, der auch mal in Deckung bleibt und sich nicht direkt auf eine Hightech-Drohne schiesst? Der auf profane Mittel wie Backsteine zurückgreifen muss, um Kameras auszuschalten und auf die Hightech-Helferlein aus „WatchDogs“ verzichten muss. Mit Crytek nimmt sich eines der besten Action-Studios der Reihe an, doch können sie auf der Weltpremiere dank CryEngine und allerlei Ideen auch überzeugen? Wir haben „Homefront: The Revolution“ bereits erlebt.

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Schon bei den ersten Schritten durch die rote Zone von „Homefront: The Revolution“ ist die bedrückende Atmosphäre zum Schneiden dicht: dicke Regenwolken hängen am nächtlichen Himmel. Darunter schweben schwere Luftschiffe, deren Suchstrahler hinab leuchten. Aus von Gefechten angeschlagenen Häusern wehen Plastikplanen und brennende Mülltonnen tauchen Klinkerwände in ein sinisteres Licht. Staub weht umher. Einen kleinen Abhang hinunter beschimpft ein Kerl in zerfetzen Klamotten einen riesigen TV-Schirm, der an einem hohen Mast hängt und Propaganda-Meldungen verbreitet. Ruckzuck kommt eine kleine Drohen angesurrt, die den pöbelnden Mann mit einem blauen Lasergitter scannt. Nur wenige Momente später rückt eine Patrouille an und zerrt den armen Tropf schreiend hinfort. Momente, wie man sie von den Gezi-Protesten in der Türkei und Terror-Regimen kennt. Hart. Nur wenige Ecken weiter überwacht ein KPA-Polizist in Schussweste und Helm einige Jugendliche dabei, wie sie ein Grafit von einer Wand scheuern. Doch das hier ist nicht Nordkorea, es ist Philadelphia im Herzen der USA.

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Viele kennen die US-Ostkünsten-Metropole Philadelphia wohl lediglich als die Heimatstadt von Rocky Balboa. Hier joggte der von Sylvester Stallone verkörperte Boxer immer durch die Strassen, Gassen und die Treppe zum Philadelphia Museum Of Art hinauf – heute thront gar eine Statue von ihm dort. Doch ist die Stadt der brüderlichen Liebe auch der Ort, an dem einst die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten verkündet und die Verfassung beschlossen wurde. Davon ist im Jahre 2029 nichts mehr zu spüren, alles hat sich verändert. Nachdem sich die einst getrennten Süd- und Nordkorea wiedervereinten, erwuchs daraus eine neue technologische Supermacht. Die westliche Welt hingegen darbte. Finanzmärkte brachen zusammen. Krankheiten und Seuchen rafften Millionen Menschen dahin. Und gerade als die einstige Weltmacht USA ihren Blick auf die inländischen Probleme zu richten begann, wurde sie überrannt. Ein EMP-Schlag setzte Militär- und Regierungskommunikation ausser Kraft. Dann landeten Panzer und Infanterietruppen Koreas an den Küsten an. Fallschirmjäger, Drohnen und Kampfjets übernahmen den Rest.

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