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In Sound Mind - Vorschau / Preview

Psycho-Thriller mit Action und Tiefgang

Vorschau Video Benjamin Braun

Mit "Nightmare House 2" und "Portal: The Flash Version" machte sich das Indie-Studio We Create Stuff einst einen Namen. Noch in diesem Jahr erscheint ihr erstes kommerzielles Projekt, das weniger auf Action, sondern vielmehr auf eine dichte Gruselatmosphäre, eine teils bizarre Horror-Story und Rätsel abzielt. Wir haben "In Sound Mind" angespielt und in einer Online-Präsentation der Entwickler noch mehr über das First-Person-Abenteuer erfahren.

Die packendsten Geschichten erzählen meist jene Computer- und Videospiele, in denen die Action allenfalls einen Randaspekt darstellt. In Spielen wie "What Remains of Edith Finch", "The Suicide of Rachel Foster" oder "Firewatch" stehen die Spielfiguren und die Dialoge im Zentrum - und oft ein mysteriöser Schauplatz, der sukzessiv seine Geheimnisse offenbart. All das trifft auch auf das Horror-Adventure "In Sound Mind" zu, in dem ihr in der Rolle des Psychologen Desmond Wales den physischen Abgründen seiner Patienten und von sich selbst auf den Grund geht. Anders als in vielen anderen vergleichbaren Abenteuern mit Ego-Perspektive klickt ihr euch hier allerdings nicht einfach von einem Trigger zum nächsten durch die Story. Im Spiel der Macher der enorm beliebten "Half-Life 2"-Mod "Nightmare House 2" erwarten euch auch etliche Rätsel, Bossbegegnungen und sogar Platformer-Passagen. Ob das was werden könnte, erfahrt ihr im Folgenden.

Zunehmend mysteriös

Psycho-Horrorspiele leben nicht zuletzt von ihrer anfänglichen Ungewissheit. Wie bin ich eigentlich an diesen Ort gekommen? Wer bin ich? Oder im Fall von "In Sound Mind" (übersetzt etwa: "Bei klarem Verstand") stellt sich auch die Frage, welchem Mann die heisere Stimme gehört, die Hauptfigur Desmond Wales offen droht und sogar in der Lage ist, ihn über die eigentlich toten Telefone zu kontaktieren. Anfangs weiss man über Desmond ebenso noch rein gar nichts, als er im düsteren Keller eines Gebäudes zu sich kommt und nur ein Ziel hat, nämlich von diesem Ort zu entkommen. Nur grundlegende Details werden bereits in den ersten Spielminuten angedeutet oder geklärt. So stellt sich etwa heraus, dass Desmond ein Psychologe ist, der offenkundig vier seiner Patienten verloren hat und über deren Krankheitsgeschichten nun selbst droht, den Verstand zu verlieren. Vor allem aber werden immer neue Fragen aufgeworfen. Desmond stösst beispielsweise auf weitere Hinweise, die im Zusammenhang mit den psychischen Problemen seiner Schutzbefohlenen stehen. So trifft er auf ein Schreiben des Medikamentenkonzerns Mayer Pharmaceuticals, der womöglich im Zusammenhang mit dem psychischen Niedergang und den Wahnvorstellungen von Virginia, Alan und den beiden anderen Betroffenen steht.

Screenshot

Sukzessiv wird Desmond und damit der Spieler mit den Fällen des Quartetts konfrontiert und dringt über die Tonbandaufzeichnungen der Sitzungen sozusagen direkt in die bizarre Gedankenwelt seiner Schützlinge ein. Obgleich die Umgebungen unwirklich anmuten, etwa der überflutete Parkplatz eines Einkaufszentrums oder eine Insel mit Leuchtturm, auf der ein Sturm wütet und uns offenbar bewusst mit Autos bewirft, sind die Erlebnisse für Desmond real. Die Welt reagiert auf ihn und kann ihn sogar töten, wenn er einen Fehler macht. So treten immer wieder rätselhafte Kreaturen in Erscheinung, die Desmond nach dem Leben trachten. Dabei scheint Entwickler We Create Stuff zunehmend einen draufzusetzen. Ist es zu Beginn lediglich ein fast noch menschlich wirkendes Monster, dem wir durch Schleichen oder Wegrennen entfleuchen können, wird Desmond später auch von einem Schattenwesen attackiert, das uns wie eine lebendige Grube den Boden unter den Füssen raubt. Was sich die Macher der legendären "Half-Life 2"-Mod "Nightmare House 2" für die späteren Kapitel noch alles ausgedacht haben, wissen wir nicht im Detail. In einer Online-Präsentation ist auf einem Güterbahnhof jedoch eine Art Stierkopf auf Rädern zu erkennen, der im Zweifel versuchen wird, "Carmageddon" mit uns zu spielen.

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