“Hello there, guv!”
Erwähnenswert sind auch die Flashbacks, die Indika hat. Sie sind spielbar und entpuppen sich oft als Minigames in Pixelart. Im Stil von "Pac-Man" muss man Münzen sammeln, einen altmodischen Kart-Racer spielen oder in der zweiten Dimension Sprungpassagen absolvieren. Sie fügen sich nahtlos in das Spielgeschehen ein, machen Spass und dienen dazu, einen besser in die Geschichte eintauchen zu lassen.

Ein spezielles Lob verdienen die Charaktere und ihre Darstellung, allen voran natürlich Indika, Ilya und der Teufel. Die englische Sprachausgabe ist exzellent, die Performance der In-Game-Charaktere fantastisch, und sie tragen in grossem Mass dazu bei, dass die Story auch landen kann. Manchmal ist die englische Sprachausgabe jedoch extrem bizarr - ob das dort auch gewollt ist, wissen wir nicht sicher, es ist aber auf jeden Fall möglich. Einen russischen Soldaten, der mit seinem Gewehr nichts treffen kann, mit einem starken britischen Akzent zu hören, ist jedoch äusserst merkwürdig und hat uns zum Teil dann doch aus dem Spiel gerissen. Etwas schade ist, dass die Dekorationen in den Levels, die - soweit wir das beurteilen können - im kyrillischen Alphabet geschrieben sind, keine Übersetzungen oder Untertitel haben. Wir hätten uns gewünscht, zu wissen, was auf diesen Plakaten oder Bannern geschrieben ist, gehören sie schlussendlich doch auch zur Gesamtpräsentation.

Der Soundtrack des Komponisten Mike Sabadash muss ebenfalls ganz klar erwähnt werden. Er ist elektronisch, manchmal furchtbar dissonant, aber durchweg atmosphärisch. Auf dem Papier ist es eine Kombination, die nicht funktionieren sollte. Im Spiel passt sie jedoch perfekt und verstärkt die Gefühle, die man durch die Story schon haben kann.
Fazit
Die Entwickler von Odd Meter haben mit "Indika" ein gewagtes Projekt auf den Markt gebracht, das schwer einzuordnen ist. Dieser Test lässt sich dabei auf Folgendes reduzieren: Man muss "Indika" gespielt haben, um es wirklich beurteilen zu können. Trotz des (teils sehr) öden Gameplays, hatte ich eine fantastische Zeit. Das liegt an genialen Performances der Hauptfiguren, einer interessanten und philosophischen Geschichte sowie der gewagten Herangehensweise des Studios in Sachen Sprachausgabe, Soundtrack und Artstyles. Mit einer Spielzeit von vielleicht etwa vier Stunden ist man zwar schnell beim Abspann, hat die Zeit jedoch mit einem Titel verbracht, der einen vielleicht so schnell nicht wieder loslässt.