Invincible VS - Test / Review

Knallharter Prügelspass

Test Video Flo Merz getestet auf PC

Es gibt kaum ein Genre, in dem Spiele derart hart um Aufmerksamkeit kämpfen müssen wie Fighting-Games. Mit "Invincible VS" schickt sich nun ein neuer Herausforderer an, den Platzhirschen rund um "Street Fighter", "Tekken" etc. Konkurrenz zu machen. Wir haben den blutigen Prügler getestet und verraten, ob der Titel mit den Genregrössen mithalten kann - oder ob man beim Versuch ein blaues Auge davonträgt.

"Invincible VS" basiert auf der gleichnamigen Animationsserie von Amazon sowie der Comicreihe von Robert Kirkman, Cory Walker und Ryan Ottley. Inhaltlich dreht sich alles um den Werdegang des titelgebenden Helden Invincible, dessen Vater Omni-Man ihm die Superheldenveranlagung praktisch in die Wiege gelegt hat. Wer Serie oder Comics kennt, weiss jedoch: Anders als bei Marvel oder DC geht es hier deutlich brutaler zur Sache. Blut spritzt regelmässig über den Bildschirm und erinnert eher an "Mortal Kombat" als an klassische Genrevertreter. Bereits die Eröffnung der Geschichte macht klar, wohin die Reise geht: mitten hinein ins Chaos.

Arcade-Profis und Neueinsteiger

Bevor wir uns der Story widmen, lohnt sich zunächst ein Blick auf das Herzstück des Spiels: das Kampfsystem. Hier steht und fällt jeder Fighting-Game-Titel - nichts ist frustrierender als unpräzise Eingaben oder ein unübersichtliches Tastenlayout. Glücklicherweise überzeugt "Invincible VS" in diesem Punkt auf ganzer Linie. Die Steuerung reagiert präzise und wird durch zahlreiche Quality-of-Life-Optionen ergänzt, die sowohl Einsteiger als auch erfahrene Spieler abholen.

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In einem Match treten jeweils drei Charaktere pro Seite gegeneinander an. Vergleiche mit "Dragon Ball FighterZ" oder "Marvel vs. Capcom" sind daher naheliegend. Gleichzeitig wirkt "Invincible VS" deutlich geerdeter als etwa der "Dragon Ball"-Prügler mit seinen bildschirmfüllenden Explosionen. Dennoch sind Einflüsse von Spielen wie "Killer Instinct" klar erkennbar: Assist-Angriffe der Teammitglieder ermöglichen effektive Kombo-Verlängerungen und eröffnen taktische Tiefe. Das überrascht kaum, denn Entwickler Quarter Up besteht aus ehemaligen Mitarbeitenden, die bereits an Kombo-lastigen Fighting-Games gearbeitet haben.

Wer als Serien-Fan direkt loslegen möchte, sollte zunächst einen Blick in den Trainingsmodus werfen. Ohne entsprechende Vorbereitung kann bereits die erste Kampagnenmission oder ein Arcade-Durchlauf zur Herausforderung werden.

Im Trainingsbereich erklärt das Spiel detailliert Bewegungen, Kombos und Spezialangriffe. Anders als etwa "Street Fighter" setzt "Invincible VS" auf eine zunächst vereinfachte Steuerung, die mit zunehmender Spielzeit jedoch genügend Tiefe entfaltet, um auch Fighting-Game-Veteranen zu überzeugen. Drei Angriffsstärken - leicht, mittel und schwer - bilden die Basis des Kampfsystems. In Kombination mit zusätzlichen Eingaben lassen sich Attacken verstärken oder zu längeren Kombo-Ketten verbinden. Spezialangriffe benötigen Energie aus der Leiste, während Ultimate-Attacken mindestens drei Segmente voraussetzen.

Umherfliegende Körperteile

Im direkten Vergleich mit anderen Genrevertretern erinnert "Invincible VS" besonders in seiner Darstellung der Gewalt an "Mortal Kombat". Mit jedem Treffer verfärben sich Figuren sichtbar blutiger, Kostüme nehmen Schaden, und Spezialangriffe können Gegner regelrecht zerlegen. Was zunächst makaber wirkt, entspricht jedoch konsequent der Tonalität der Vorlage. Bereits in der ersten Episode der Animationsserie zeigt Omni-Man eindrucksvoll, wie kompromisslos brutal dieses Universum sein kann.

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Arcade, Multiplayer oder Story

Inhaltlich orientiert sich "Invincible VS" stark an klassischen Fighting-Game-Strukturen. Im Arcade-Modus kämpfen sich Spieler durch verschiedene Gauntlets, deren Abschluss kurze, in Standbildern erzählte Charaktergeschichten bildet. Der Multiplayer-Modus bietet Ranglisten-Matches und weitere bekannte Modi - solide Genrestandardkost ohne grosse Überraschungen.

Deutlich aufwendiger präsentiert sich hingegen der Story-Modus. Hier orientiert sich das Spiel klar an Vorbildern wie "Mortal Kombat" oder "Injustice". Statt statischer Bilder erwartet Spieler eine zusammenhängende Kampagne mit wechselnden Perspektiven und spielbaren Figuren. Im Mittelpunkt steht natürlich Invincibles Entwicklung als Held - und der unausweichliche Konflikt mit seinem Vater Omni-Man.

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Fazit

"Invincible VS" ist ein gelungener, wenn auch ausgesprochen brutaler Fighting-Game-Vertreter geworden, der insbesondere Fans der Serie und Comics überzeugen dürfte. Doch auch Veteranen finden dank der 3-vs-3-Mechanik und der vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten ein taktisch interessantes Kampfsystem vor. Der hohe Gewaltgrad dürfte allerdings nicht jedem gefallen - insbesondere die explizite Darstellung der Kämpfe könnte manche Spieler abschrecken.

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