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Interview mit Kazuki Hosokawa

Unter vier Augen mit dem Produzenten von Judgment

Interview Video Sönke Siemens

SEGAs "Judgment" zählt zu den Highlights des Spielesommers 2019. Auf der E3 2019 sprachen wir mit dem Produzenten Kazuki Hosokawa über den Stein, der das Projekt ins Rollen brachte, die Zukunft der Branche, die Stärken der japanischen Spieleindustrie und mögliche Crossover-Themen.

Herr Hosokawa, seit wann sind Sie in der Spieleindustrie tätig?

Als ich mit dem College fertig war, erhielt ich zunächst eine Stelle als Künstler bei SEGA. Dort arbeite ich nun schon seit über 20 Jahren. Einige der Titel, in deren Entwicklung ich involviert war, sind "Jet Set Radio", die "Panzer Dragoon"-Saga und natürlich die "Yakuza"-Reihe.

Sie sind der ausführende Produzent des "Yakuza"-Spin-offs "Judgment", das im Westen am 25. Juni 2019 auf den Markt kam. Welche drei Faktoren sorgen Ihrer Meinung nach dafür, dass "Judgment" aus der Masse heraussticht? Was macht es für Fans, aber auch Serienneulinge zu etwas Besonderem?

Als Erstes möchte ich anführen, dass es sich bei "Judgment" um einen Legal-Suspense-Thriller handelt, also um einen Thriller, der einen aufwühlenden Kriminalfall aufgreift. Die zweite Sache, die Fans ansprechen dürfte, ist die Tatsache, dass die Hauptfigur ein Mysterium lösen muss und dies auf verschiedene Art und Weise tun kann. Und drittens: Obwohl es eine sehr ernste Hauptgeschichte gibt, die einer Thriller-Struktur folgt und einige beängstigende Momente bereithält, bietet "Judgment" auch haufenweise optionale Inhalte, die von "völlig abgedreht" bis "herzerwärmend" rangieren. Spieler können sich also auf sehr viel Abwechslung freuen.

Screenshot

Wann fiel die Entscheidung, "Judgment" auf die Beine zu stellen?

Ich bin seit dem ersten Teil in die Entwicklung der "Yakuza"-Serie involviert. Vor etwa fünf bis sechs Jahren hatte ich jedoch das Gefühl, dass wir - nach so vielen Fortsetzungen - mal wieder etwas Neues versuchen sollten. Vorzugsweise auf Basis dessen, was wir durch die "Yakuza"-Spiele gelernt hatten. Die Idee war es, eine neue Marke mit einem komplett neuen Helden zu erschaffen. Ich selbst liebe Detektivfilme und Detektivdramen. Daher dachte ich mir: Warum nicht einfach ein Spin-off erschaffen, das genau dieses Thema aufgreift? So kam der Stein schliesslich ins Rollen.

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