Die GAMES.CH-Kolumne #01-2026: Backroom

Über die Backroom, Games und Räume im Übergang

Kolumne Video Michael

Endlose Räume mit gelber Tapete, muffigem Teppich und surrenden Neonlichtern: Das ist das Internetphänomen der sogenannten Backrooms. Im Juni soll dessen Verfilmung im deutschsprachigen Raum in die Kinos kommen. Doch woher kommt dieses Phänomen, was fasziniert daran, und warum gibt es so viele Games dazu? Eine kleine Erkundung.

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Erst vor wenigen Tagen ist der erste Trailer zu "Backrooms" erschienen, dem Debütfilm von Kane Parsons, der gerade mal 19 Jahre alt war, als ihn das Filmstudio A24 im vergangenen Jahr auf den Regiestuhl dieser Multimillionen-Dollar-Produktion setzte. Aber das geschah natürlich nicht ohne Grund. Denn Parsons war zu diesem Zeitpunkt längst für eine virale Sensation verantwortlich. Seit 2022 hat er unter dem Namen Kane Pixels mehrere Videos produziert, die sich jenem mysteriösen Internetphänomen widmen: den Backrooms. Ein Labyrinth aus mit muffigen Teppichen ausgelegten Gängen und Hallen, ausgekleidet mit gelben Tapeten und flackernden Neonlichtern. Ein Ort, der sich scheinbar ins Unendliche erstreckt. Der aus teils vollkommen sinnlosen Räumen besteht. Und der immer wieder den Gesetzen von Geometrie und Physik zu trotzen scheint.

Hinein gelangt man, indem man plötzlich hineinfällt. Einfach aus der Welt glitcht. Durch unsichtbare Löcher und Risse in der Realität. So, wie es einem in einem Videospiel passieren kann. Genau davon erzählt Parsons' erstes Video, das mittlerweile über 74 Millionen Aufrufe zählt. Weitere zeigen Forscher in Schutzanzügen, die die Backrooms untersuchen. Wieder andere deuten an, dieser bizarre Ort sei das Ergebnis eines fehlgeschlagenen - oder vielleicht auch zu erfolgreichen - Experiments. Parsons erzählt dabei gekonnt inszenierte Kurzgeschichten, die lose über ihre surreale Kulisse miteinander verbunden sind. Erfunden hat er die Backrooms allerdings nicht. Wie bei vielen Internetmythen ist der Ursprung der Backrooms nicht vollständig geklärt. Ein eindeutiger Urheber lässt sich nicht ausmachen.

Zurückverfolgen lassen sich die Backrooms allerdings auf ein einziges Bild. Jemand postete es am 12. Mai 2019 auf dem Imageboard 4chan als Antwort auf einen Aufruf, beunruhigende Bilder zu teilen. Zu sehen ist eine leicht gekippte Perspektive auf eine Ansammlung von Räumen mit vergilbten Mustertapeten, einem offenbar sehr alten Teppich und Neonröhren an der Decke. Wenn man nicht aufpasse, könne man sich in einem Labyrinth aus Millionen Quadratkilometern solcher Räume wiederfinden, schrieb jemand als Antwort auf das Bild. Und: "Gott schütze dich, wenn du etwas umherwandern hörst, denn es hat dich mit Sicherheit auch gehört."

Es dauerte eine Weile, doch dann machten sowohl das Foto als auch die Vorstellung einer unendlichen Welt aus solchen Räumen auf Plattformen wie Reddit die Runde. Dort beflügelten sie die Fantasie der Nutzer, regten Kurzgeschichten an und inspirierten unzählige weitere ähnliche, aber oft gezielt inszenierte Bilder. Meist mit vergleichbaren Räumen, häufig aber auch mit anderen Kulissen, die einen ähnlich beunruhigenden Vibe besitzen und eine sonderbare, schwer artikulierbare Atmosphäre ausstrahlen: leere Supermärkte, verlassene Schulflure, Neubaugebiete, in die noch niemand eingezogen ist, oder Wasserparks kurz vor der Öffnung am Morgen.

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