Fragt man Fans von SEGAs "Yakuza"-Reihe nach ihrem Lieblingscharakter, taucht meist ein Name in den Ranglisten ganz weit vorn auf: Goro Majima, der bereits 2005 im allerersten Teil der Reihe sein Debüt feierte.
Ebendieser Serienveteran wacht im Spin-off zu "Like a Dragon: Infinite Wealth" direkt nach Spielbeginn an einem malerischen Sandstrand auf Rich Island - einer kleinen Insel nahe Hawaii - mit einem kompletten Blackout auf.
Seien es nun sein richtiger Name, frühere Taten als Mitglied einer berüchtigten Yakuza-Familie, ehemalige Liebschaften oder die Bedeutung der unzähligen Tattoos auf seinem Oberkörper: Erinnerungen an sein bisheriges Leben wirken wie ausradiert. Seinen Kampfgeist hat der berüchtigte Gangster jedoch behalten, und entsprechend motiviert ist er dann auch, die klaffenden Gedächtnislücken so schnell wie möglich zu schliessen.
Schützenhilfe erhält er dabei vom zehn Jahre alten Jungen Noah und dessen knuffigem Haustier-Tiger. Beide kümmern sich rührend um den Mann mit der markanten Augenklappe, was dazu führt, dass er schnell eine tiefe emotionale Bindung zu ihnen aufbaut und schon bald alles daransetzt, sich für seine Rettung erkenntlich zu zeigen. Vor allem Noahs Wunsch, die winzige Insel - auf der der an Asthma erkrankte Jungspund praktisch seine gesamte Kindheit verbracht hat - endlich mal zu verlassen, will Goro unbedingt wahr machen.

Doch das ist leichter gesagt als getan, denn auf dem gesamten Eiland wimmelt es nur so vor Piraten. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Held anfangs weder ein Schiff noch eine Crew hat, um in See zu stechen. Sind diese Auftaktprobleme dann aber erst mal gelöst, nimmt die Geschichte von "Like a Dragon: Pirate Yakuza in Hawaii" kontinuierlich an Fahrt auf und zieht euch mitten rein in ein völlig durchgeknalltes Piratenabenteuer, das der typischen Machart bisheriger "Yakuza"-Abenteuer treu bleibt und gleichzeitig einige Überraschungen für Serienkenner bereithält.
Eine davon ist das Erkundungsgameplay auf hoher See. Denn kaum an Bord der Goromaru, könnt ihr ("Assassin's Creed: Black Flag" und "Sea of Thieves" lassen grüssen) besagtes Piratenschiff aus einer Third-Person-Perspektive selbst steuern und euch zudem frei auf dem Schiff bewegen - Abstecher in den Ausguck, die Kajüte und einen Gruppenbereich unter Deck inklusive.

Erste Seeschlachten lassen ebenfalls nicht lange auf sich warten und haben hier selbstverständlich den typischen "Yakuza"-Twist. So verfügt der Dreimaster beispielsweise am Heck über kraftvolle Motoren, die kurze Boost-Einlagen und gewagte Drift-Manöver erlauben. Am Bug sind dagegen zwei geradeaus schiessende Maschinengewehre montiert (die bei ständigem Dauerfeuer überhitzen), und wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann später sogar Flammenwerfer nachrüsten. Die daraus resultierenden Seegefechte spielen sich ziemlich kurzweilig - auch weil ihr das Steuerrad jederzeit verlassen könnt, um an Deck herumzulaufen, durch Feindbeschuss ausgeknockten Crew-Mitgliedern wieder auf die Beine zu helfen oder per Raketenwerfer manuell in die Schlacht einzugreifen.
