Ausblick
"Masters of Albion" präsentiert sich als mutiger Mix aus Göttersimulation, Aufbauspiel, Third-Person-Erkundung und schweisstreibender Tower-Defense-Action, die viel Vorausplanung erfordert - angereichert mit netten Knobeleinlagen, viel Flexibilität beim Gebäudebau, witzigen Ideen, augenzwinkernden Seitenhieben auf vorherige Franchises von Peter Molyneux und einer ordentlichen Portion britischem Humor.

Das Schöne dabei: Obwohl so viele verschiedene Elemente vermengt wurden, weckt das Gebotene bereits in der frühen Early-Access-Fassung viel Neugierde und entfaltet einen ganz eigenwilligen Charme, dem sich Fans der Molyneux-Klassiker nur schwer entziehen können. Dazu gesellen sich eine tolle englische Sprachausgabe und ein Moralsystem, das nach den ersten Stunden zwar noch nicht richtig zum Tragen kommt, später jedoch noch für die eine oder andere Story-Überraschung sorgen dürfte.
Bei genauer Betrachtung wird jedoch auch klar, dass hier noch einiges verbessert und ergänzt werden muss. Die Warenproduktion zum Beispiel läuft noch viel zu langsam und erfordert ständiges manuelles Eingreifen, damit wirklich etwas vorangeht. Auch das Kämpfen aus Heldenperspektive fühlt sich noch simpel genug an und verliert nach kurzer Zeit seinen Reiz, während die Erkundung derzeit noch an der eher überschaubaren Grösse der Spielwelt leidet. Darüber hinaus stiessen wir auf verschiedene Fehler und Ungereimtheiten. Eine Quest rund um das Einfangen von Hühnern liess sich beispielsweise selbst mit Day-One-Patch nicht korrekt abschliessen, Figuren blieben öfter mal in der Umgebung stecken, die Steuerung mittels Gamepad war noch nicht integriert, einige wichtige Zwischensequenzen haben keine englischen Untertitel usw. In Anbetracht des Early-Access-Status von "Masters of Albion" stehen die Chance jedoch gut, dass all das früher oder später behoben wird.
Für die Zeit nach dem Launch hat 22cans übrigens schon eine umfangreiche Update-Roadmap, die es nun gewissenhaft umzusetzen gilt. Neben der Einbindung weiterer Sprachen und Gamepad-Support versprechen die Macher unter anderem eine bessere Erfahrung auf dem Steam Deck, neue Gotteskräfte, Verbesserungen des Kampfsystems und der Gebäude-Produktionslinien, neue optionale Quests, weitere Kreaturen, neue freischaltbare Regionen, ein optimiertes Stadtleben, Performance-Verbesserungen, Mod-Unterstützung sowie mehr Untergrund-Action. Das klingt doch schon mal vielversprechend!