Metro 2039 - Vorschau / Preview

Düsterer, aufwühlender, schockierender - und mit ganz klaren Botschaften

Vorschau Video Sönke Siemens

Manchmal werden Spiele mit einem Trailer angekündigt, der unter die Haut geht, im Gedächtnis bleibt und emotional aufwühlt. Der Ankündigungstrailer zu "Metro 2039" vom ukrainisch-maltesischen Studio 4A Games ist ein solcher Clip - auch weil Kritik am russischen Angriffskrieg hier nur so aus jeder Pore des knapp sechsminütigen Videos sprudelt.

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Alles beginnt mit dem Blick auf einen aus Holz geschnitzten Spielzeugelefanten. Während die Kamera näher heranzoomt, lodern im Hintergrund die Flammen. Häuser brennen, Funken fliegen, und kurz darauf sehen wir, wie eine Kamera Dutzende tote, am Boden liegende Kinder zeigt. Eines davon starrt mit offenen Augen zum Himmel, wirkt wie in Trance, wendet den Blick dann aber in die Kamera. "Wacht auf, wacht auf, wacht auf!", schallt eine Stimme aus dem Off.

Wenig später sehen wir einen Soldaten in voller Kriegsmontur, der mit seiner Waffe im Anschlag verloren in einer modrigen Sumpflandschaft steht. Er blickt auf seine Spezialuhr, deren Display noch 20 Minuten und 39 Sekunden verbleibende Nutzungsdauer für den Filter der Gasmaske anzeigt, während die darunter platzierte Geigerzähler-Anzeige, begleitet von lauten Klickgeräuschen, voll ausschlägt.

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Ohne zu zögern, setzt der Soldat seinen Helm mit integrierter Gasmaske auf, atmet einmal tief durch und versucht sich zu orientieren. "Erwache in einer reinen Nation; saubere Luft, strahlende Zukunft", ertönt es aus einem Propaganda-Lautsprecher. Aus der deutlich verschwommeneren Helmperspektive blicken wir nun auf einen mit Pilzen bewachsenen, von Kinderzeichnungen umringten Baum, während ein Bild langsam zu Boden segelt. Im Hintergrund ist fieses Lachen zu hören, dicht gefolgt von einem Zoom auf das besagte Bild, das den eingangs erwähnten Holzelefanten und sechs Kinder vor einem grösseren Haus zeigt.

Der Soldat will die eigentlich genau vor ihm liegende Kinderzeichnung greifen, muss dann jedoch entsetzt feststellen, dass es nicht klappt, weil an seinem rechten Arm plötzlich eine mehrere Meter lange Kette hängt. Am anderen Ende steht ein erwachsen wirkendes Mädchen mit blutigen Schrammen auf der Backe, die heftig an der Kette zieht und dabei lautstark "Wach auf!" ruft.

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Unser Protagonist kracht zu Boden. Überall befinden sich Ketten, in deren Zentrum er nun sukzessiv versinkt - so als wäre es Treibsand. Mit letzter Kraft packt er das Bild, das ihm jedoch vom Kind aus der Hand gerissen wird.

In der folgenden Szene wird eine wahre Flut aus Ketten aus einem riesigen Abwasserschacht gespült - und mit ihr der Soldat, der jetzt auf einen Spielplatz fällt. Doch die Kinder, die hier eigentlich Spass haben sollten, werden von Soldaten in Ketten zu einem Zug gezerrt. "Das Novoreich sagt: Fügt euch! Das Volk antwortet: Jawohl!" Die Minderjährigen weinen, schimpfen, schreien - doch es hat keinen Zweck. Die, die sich bereits im Zug befinden, strecken ihre kurzen Ärmchen durch die vergitterten Fenster, werden davor jedoch teils mit Stockhieb abgestraft. Türriegel schliessen sich, ein Lokgeräusch ertönt, und dann macht sich der Zug bereits auf die Reise. Der Held wütet, brüllt ein lautes "NEIN!" heraus, befreit sich aus einem Gewirr aus Ketten, rennt mit aller Kraft in Richtung des letzten Waggons, schafft kurz, ein Kinderhändchen zu berühren, knallt dann aber jäh zu Boden, weil er von einer Kette am Bein festgehalten wird.

Als er sich wieder aufrappelt, befindet er sich plötzlich auf den Schienen eines gigantischen U-Bahn-Tunnels, während im Hintergrund eine alte Frau auf ihn zuläuft und wieder Propagandadurchsagen ertönen. "Fürchtet euch nicht vor dem Feind, denn Anführer Hunter beschützt euch."

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"Wohin bringen sie sie? Kannst du mich hören?", fragt der Soldat wütend. "Sie hören dich. Sie hören alles. Aber du lässt sie nicht sprechen. Schlafe ...", so die Antwort der Frau, um deren Hals rote, weisse und teils auch dunkelblau-schwarze Perlenketten hängen. Eine Anspielung auf die Farben der Russland-Flagge?

"Nein, nein, nein, es geht nicht um mich. Ich werde nicht noch mal fragen", droht der Soldat, mit der Waffe direkt auf die alte Dame gerichtet. Doch sie weicht keinen Schritt zurück. "Es dreht sich alles um dich", gibt sie zu verstehen, während sich nun mehrere Ketten wie die mechanischen Tentakelarme von Doktor Octopus in Richtung des Helden bewegen. "Schlafe!", speit die alte Frau.

Dann ein Schuss, weitere Kinderzeichnungen flattern zu Boden. Eine davon zeigt die sechs Kinder des ersten Bildes, diesmal jedoch vor einem Haus, das vom Feuer verschlungen wird - bis das Bild kurz darauf selbst in Flammen aufgeht und alles um den Soldaten zu brennen beginnt.

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