Nach einer turbulenten Entwicklungsgeschichte erscheint nun endlich das lang ersehnte neue "Metroid Prime". Im Test macht das First-Person-Abenteuer von Samus Aran eine gute Figur, zeigt aber auch ein paar Schwächen, weshalb es nicht zum erhofften Überflieger reicht.
Allzu lang liegt der letzte Auftritt der Kopfgeldjägerin Samus Aran noch gar nicht zurück. Denn mit "Metroid Dread" spendierte Entwickler MercurySteam der vor bald 40 Jahren gestarteten Serie einen sehr gelungen Ableger. Allerdings einen der vornehmlich klassischen Sorte aus einer Seitenperspektive. Auf einen neuen Teil des First-Person-Arms der Reihe, "Metroid Prime", warten die Spieler hingegen seit bald 20 Jahren - von teils technisch verbesserten Neuauflagen wie die Remastered-Fassung des ersten "Metroid Prime" oder fragwürdigen 3DS-Experimenten wie "Federation Force" mal abgesehen. Mit "Metroid Prime 4: Beyond", das sich in der zeitlichen Chronologie unmittelbar vor den Ereignissen in "Metroid II: Return of Samus" einsortiert, ist es nun endlich so weit. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat, erfahrt ihr hier und im oben eingebetteten Review-Video. Beides basiert ausnahmslos auf der Switch-2-Edition. Die Fassung für die erste Switch lag uns zum Testzeitpunkt nicht vor.
Ein fremder Planet, fünf Teleportsteine
Was die Geschichte von "Metroid Prime 4" betrifft, möchten wir gar nicht allzu sehr ins Detail gehen. Wissen müsst ihr eigentlich nur, dass Samus nach einem Einsatz unfreiwillig auf einem bislang unerforschten Planeten namens Viewros landet. Dort macht ihr rasch Bekanntschaft mit einer uralten Alien-Spezies, deren Zivilisation sich dem Ende zuneigt. Die Lamorn sind hoch entwickelte Wesen, die auch im Besitz verschiedener psychokinetischer Kräfte wie Telekinese sind, von denen ihr euch, so viel sei schon verraten, auch die eine oder andere im Laufe des vor euch liegenden Abenteuers aneignen werdet. Die Lamorn glauben in Samus jedenfalls eine Art Auserwählte zu erkennen, die ihr Vermächtnis bewahren soll.

Und irgendetwas scheint dran zu sein, dass Samus tatsächlich jene Bewahrerin ist, denn seltsamerweise kann sie auch so manche Apparatur bedienen, was eigentlich den Lamorn vorbehalten ist. Jedenfalls verbündet ihr euch mit den Aliens, um eure Chance zu wahren, den Planeten wieder zu verlassen. Dafür müsst ihr fünf in der Welt verstreute Artefakte, sogenannte Teleportsteine, finden, die dummerweise alle im Besitz mächtiger Feinde sind. Im Zuge dieser Verbindung erhaltet ihr aber nicht nur Zugriff auf verschiedene Fähigkeiten und Munitionstypen für Samus' Waffen, die wie üblich unerlässlich sind, um euer Ziel zu erreichen, sondern auch auf Alien-Technologie. Dazu zählt etwa ein futuristisches Motorrad mit der Bezeichnung "ViOLa", das ihr nur beim Tragen eines speziellen Anzugs nutzen könnt. Das Bike, bei dem wir unweigerlich an den Science-Fiction-Klassiker "TRON" denken müssen, dient primär zur Fortbewegung in einem offenen Spielgebiet, auf das wir später noch genauer eingehen werden.

