Was bereits seit Anfang Juni als Gerücht die Runde machte, began nach deutsche Zeit am gestrigen Abend dann auch tatsächlich, nämlich die mittlerweile vierte Entlassungswelle bei Microsoft innerhalb von nur 18 Monaten. Nachdem die Lage anfangs etwas undurchsichtig war, haben die vergangenen Stunden diesbezüglich einige Antworten gegeben.

So haben diesmal rund 9.100 Mitarbeiter bei Microsoft ihren Job verloren. Obwohl sich die Stellenstreichungen grundsätzlich über den gesamten Konzern verteilen, hat es diesmal die Xbox-Sparte besonders hart getroffen. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf einzelne Entwickler und geplante Spiele. Im Einzelnen sieht es so aus:
Besonders stark betroffen ist der in Stockholm ansässige Entwickler King, bekannt für die "Candy Crush"-Spiele. Hier fallen rund zehn Prozent der Stellen weg, also etwa 200 Arbeitsplätze.
Die Neuauflage von "Perfect Dark" wird nicht mehr erscheinen. Entwickler The Initiative wird komplett geschlossen. Hier hatte es schon länger Berichte über grössere Probleme bei der Entwicklung geben.
Beim für die "Forza"-Reihe bekannten Entwickler Team 10 wurde etwa 50 Prozent der Belegschaft entlassen. Dies hatte bereits vor einigen Tagen als Gerücht die Runde gemacht.
Bei Rare wurde das seit rund zehn Jahren in Entwicklung befindliche "Everwild" jetzt endgültig gestrichen. Zudem hat Kreativchef Gregg Mayles nach etwa 35 Jahren das Unternehmen verlassen.
Ein neues MMORPG von den Zenimax Online Studios (Codename Project Blackbird) wird ebenfalls nicht mehr erscheinen. Ausserdem tritt Präsident Matt Firor nach rund 18 Jahren zurück. Seine Nachfolge übernimmt Joseph Burba, der bislang im Führungsteam von ZeniMax aktiv war.
Personal in den "Call of Duty"-Studios Raven, Sledgehammer und High Noon wurde ebenfalls abgebaut. Verlässliche Zahlen hierzu gibt es noch nicht.
Auch bei Undead Labs ("State of Decay 3") ist es zu Entlassungen gekommen. Hierzu gibt es aber ebenfalls keine konkreten Zahlen.
Microsoft betont aber, dass alle Titel, die Anfang Juni beim Xbox Games Showcase zu sehen waren, auch erscheinen werden. Zudem verdichtet sich aktuell das Gerücht, dass Phil Spencer nach dem Next-Gen Konsolenstart als CEO abtritt und Sarah Bond, momentan die Präsidentin von Xbox, seine Nachfolge antritt.