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Mirror's Edge Catalyst – Test

Gegen die Wand gelaufen

Test olaf.bleich getestet auf PlayStation 4

Parkour-Läufer sind Lebenskünstler. Sie springen über Dächer, halten sich an keine Regeln und geniessen ihre Freiheit. Als „Mirror's Edge“ 2008 erschien, erhofften sich viele Spieler genau dieses Gefühl. Doch am Ende waren die Abenteuer der jungen Läuferin Faith nicht viel mehr als ein interessantes Experiment in der fantastischen Science-Fiction-Metropole Glass.

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Trotzdem ist der Einfluss von „Mirror's Edge“ bis heute spürbar. Titel wie „Dying Light“ oder „Thief“ zogen Inspiration aus dem Action-Adventure. Dadurch blieb „Mirror's Edge“ auch stets im Gespräch und mit jedem Jahr wurden die Rufe nach einem Nachfolger lauter. Als schliesslich „Battlefield“-Entwickler DICE „Mirror's Edge Catalyst“ ankündigte, war die Begeisterung zunächst gross. Doch die Euphorie wich nach einigen Release-Verschiebungen einer gesunden Skepsis: Funktioniert „Mirror's Edge Catalyst“ in einer offenen Spielwelt und gelingt es DICE überhaupt diese mit Leben zu füllen?

Revoluzzer wider Willen

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Erneut entführt euch DICE in die gewaltige Metropole namens Glass. Mit seinen weissen Hochhausfassaden und den strengen Formen wirkt sie gleichzeitig modern wie kalt. Trotzdem erzeugt sie weiter eine gewaltige Faszination und könnte direkt aus Science-Fiction-Filmen wie „Das fünfte Element“ oder „Minority Report“ stammen. In Glass regiert das Konglomerat und hält die Zügel mit Hilfe der K-Sec-Truppen fest in der Hand. Anführer Gabriel Kruger kontrolliert die Menschen, ihre Meinungen und Taten.

Genau deshalb trefft ihr Querdenkerin Faith auch zu Beginn von „Mirror's Edge Catalyst“ im Knast an. Sie hat sich nicht an die Regeln gehalten und kommt auch nur gegen Auflagen wieder frei. Es droht sogar das Arbeitslager. Aber kaum aus dem Gefängnis, fängt sie der arrogante Icarus ab und heuert sie für den Widerstand unter dem weisen Noah an.

Leider wird „Mirror's Edge“ dem spannend klingenden Szenario nicht vollends gerecht und setzt in der Kampagne vermehrt auf Klischees. Selbst die grossen Überraschungen zum Ende der acht bis zehn Stunden währenden Geschichte fallen emotionslos und vorhersehbar aus. Einzig Faith macht im Verlauf eine Entwicklung von der widerwilligen „Mir doch egal“-Göre zur Kämpferin für die Revolution durch. Zugleich aber ist sie viel zu oft Spielball der Rädelsführer und wird scheinbar von einem Himmelfahrtskommando zum nächsten beordert.

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