Virtuelle Brettspiele taugen als Party-Game eigentlich immer, besonders wenn man den Part berühmter Helden und Schurken übernimmt. Der neueste Teil von Ubisofts "Monopoly"-Reihe verbindet ein legendäres Tabletop mit "Star Wars". Spass haben wir damit, doch kann es sich auch mit einen "Super Mario Party" messen?
Das Gesellschaftsspiel "Monopoly" ist bereits nahezu 100 Jahre alt und bis heute beliebt. Vom Brettspielklassiker existieren allerdings nicht nur zig unterschiedliche Editionen wie eine deutsche und schweizerische, in denen die teuerste Strasse nicht Boardwalk wie im US-Original, sondern "Zürich Paradeplatz" oder "Schlossallee" heisst. Es gibt auch etliche Spezialvarianten, in denen das Spiel mit anderen Marken wie "Der Herr der Ringe", "Harry Potter" und "Super Mario" verknüpft ist. Noch mehr Ableger sind nur im Videospielbereich vorhanden, wozu auch das hier besprochene "Monopoly: Star Wars Heroes vs. Villains" gehört. Wir haben das für PC, PS5, Xbox Series und beide Switch-Generationen erscheinende Game für euch getestet und verraten, ob es die rund 30 CHF wert ist.
Befreit oder unterjocht die Galaxie!

Wie der Name bereits andeutet, könnt ihr in "Monopoly: Star Wars Heroes vs. Villains" sowohl mit den Guten als auch mit den Bösen vorliebnehmen. Allein gegen alle anderen loslegen geht nicht, denn hier spielt ihr ausnahmslos im Team mit jeweils mindestens zwei, maximal drei Mitgliedern pro Seite. Ob nun mit Luke Skywalker, Leia Organa und Han Solo oder mit Darth Vader, dem Imperator und Darth Maul: Ihr bewegt euch ganz klassisch über das angepasste Spielbrett - pro Seite könnt ihr aus 14 Charakteren wählen. Denn hier gibt es keine Strassen oder Bahnhöfe, stattdessen sind alle kaufbaren Felder nach Orten auf Planeten wie Hoth oder Endor benannt. Die "Bahnhöfe" sind erst gar nicht erwerbbar. Hier wurden sie mit Hyperraum-Feldern ersetzt, an denen ihr beim Erreichen auswählen könnt, ob ihr zum nächsten Hyperraum-Feld, zur nächsten neutralen oder zur nächsten bereits in Besitz befindlichen "Strasse" vorrücken möchtet. Ereignisfelder heissen hier Schicksalsfelder, Gemeinschaftsfelder sind Cantinas, an denen ihr mit Geld gewisse Vorteile kaufen könnt, zum Beispiel ein aktiv nutzbares Special, bei dem ihr auswürfelt, wie viele Felder ein ausgewählter Gegner zurückgehen muss. Hinzu kommen Canto-Bight-Felder. Dort könnt ihr Geld auf einen folgenden Würfelversuch setzen, ordentlich Credits verlieren, aber mit ein wenig Glück bis zu 2'000 gewinnen.

Landet ihr auf einem Feld, das dem Gegner gehört, müsst ihr wie üblich Miete zahlen. Ihr könnt das Feld, sofern es nicht durch besondere Items dauerhaft als Eigentum gesichert ist, aber danach direkt selbst kaufen - natürlich zu einem höheren Betrag als beim Erstkauf. Jeder Besitz erhöht eure Einflusspunkte, mit jedem später dort errichteten Schutzbau (also keine Häuser oder Hotels) könnt ihr den Einflusspunkte-Wert noch steigern, von dem schliesslich auch Sieg oder Niederlage ganz am Ende abhängt. Am meisten steigern könnt ihr den Einflusswert aber über Los-Ereignisse, auf die wir später noch genauer eingehen.
Duelle und Spezialfähigkeiten
Jabbas Palast auf Tatooine und andere "Strassen" könnt ihr dem Gegner theoretisch sogar kostenlos abjagen. Denn wann immer ihr ein Feld erreicht, auf dem gerade ein Widersacher steht, startet ein Duell, bei dem ihr im Fall eines Sieges dem Gegner Geld abknöpft oder eben den Besitz, auf dem er steht. Das Duell wird schlicht ausgewürfelt. Wie so vieles hängt es also stark vom Zufall ab, ob ihr die Oberhand behaltet (also etwa das Feld einnehmt oder der Widerstand gebrochen wird). Bestimmte Charaktere sind dabei jedoch potenziell im Vorteil. Denn manche Helden wie beispielsweise Darth Maul besitzen eine Spezialfähigkeit, durch die sie bis zu sechs statt der regulären drei Würfel einsetzen können. Es versteht sich von selbst, dass die Wahrscheinlichkeit dann höher ist, ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Andere Helden und Schurken haben andere aktive oder passive Spezialfähigkeiten, wobei die aktiven nach Gebrauch natürlich erst wieder aufgeladen werden müssen. Han Solo kann etwa von überall auf die Cantina zugreifen und sich dort ein Special kaufen, mit dem ihr zum Beispiel den Gegner beklauen oder mit einem angeheuerten Rebellen angreifen und so eine der "Strassen" abjagen könnt. Einen passiven Skill besitzt zum Beispiel Padme, die immer einen Rabatt auf Käufe erhält, was natürlich potenziell euer Konto schont. Prinzessin Leia nimmt wiederum automatisch jedem Kontrahenten 100 Credits ab, den ihr bei eurem Zug auf dem Spielfeld überholt. Obi-Wan darf beim Überschreiten des Losfeldes auf Wunsch noch mal würfeln oder diese Fähigkeit auch in den womöglich entscheidenden Los-Ereignissen nutzen, um es nach einem schlechten Würfelwurf einfach noch mal zu probieren. Allein dadurch ergibt sich auf dem Spielfeld ein munteres Hin und Her, bei dem keine der beiden Seiten so schnell ein massives Übergewicht gewinnen kann. Dadurch wird auch der im normalen Monopoly relativ grosse Einfluss des Würfelglücks wenigstens ein Stück weit erfolgreich entschärft, da ihr eben doch auch mehr taktische Optionen habt.
