MotoGP 26 - Test / Review

Auf Kurs, aber ohne neue Bestzeit

Test Video olaf.bleich getestet auf PlayStation 5

Jährliches Update oder echter Fortschritt? "MotoGP 26" setzt auf Feinschliff statt Revolution: neues Handling, kleine Karriere-Updates. Doch reicht das, um Serienfans wieder auf die Strecke zu locken?

Der in Mailand, Italien, beheimatete Entwickler Milestone mauserte sich in den vergangenen 15 Jahren klammheimlich zu einer dominanten Grösse im Rennspiel-Genre. Mit Marken wie "MotoGP", "RIDE", "Hot Wheels Unleashed" oder zuletzt auch "Screamer" prägt er diese Spielart inzwischen deutlich - ganz egal, ob es um Simulationen oder Arcade-Rennspass geht.

Mit "MotoGP 26" geht nun der nächste Teil der bekannten Rennserie an den Start. Nachdem der Vorgänger neben der gewohnt gelungenen Spielbarkeit vor allem mit dem Techniksprung hin zur Unreal Engine 5 punktete, betreibt Milestone mit dem diesjährigen Ableger eher Feintuning.

Gameplay-Anpassungen für Profis

Die wichtigste Gameplay-Neuerung hört auf den Namen: "Rider-based Handling". Das bedeutet im Klartext, dass ihr in "MotoGP 26" das Bike vor allem durch die Gewichtsverlagerung eures Piloten kontrolliert. Was sich profan anhört, macht für Freunde der gepflegten Rennsport-Simulationen tatsächlich einen spürbaren Unterschied. Beim Einfahren in Kurven müssen wir die Punkte für das Anbremsen und Einlenken besser timen, auch beim Herausbeschleunigen benötigen wir mehr Fingerspitzengefühl. Gerade in schnellen Richtungswechseln oder bei engen Schikanen zeigt sich, wie präzise die Steuerung inzwischen arbeitet. So spüren wir auch die Unterschiede zwischen den Bikes und Klassen deutlich stärker als noch beim Vorgänger. Jede Maschine bringt ihr eigenes Fahrgefühl mit, was insbesondere im direkten Vergleich für mehr Tiefe sorgt.

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Und wenn ihr in dem hektischen Renngeschehen noch Zeit für Details habt, schaut euch mal die Bewegungen eures Piloten an. Hier sind viele neue Animationen dazugekommen, die das Geschehen glaubwürdiger wirken lassen. Der Fahrer hängt sich dynamischer in die Kurven, verlagert sein Gewicht sichtbar und reagiert insgesamt realistischer auf die jeweilige Fahrsituation. Unterm Strich macht "MotoGP" also einen kleinen Schritt nach vorn. Allerdings ist das "Rider-based Handling" in erster Linie im Simulationsmodus spürbar. Im optionalen Arcade-Modus wiederum gibt sich "MotoGP 26" weiterhin sehr nachsichtig. Rempler oder auch allzu grobe Fahrfehler gleicht das Spiel aus. Dazu gibt es die aus den Vorgängern bekannte "neurale Steuerung", die euch etwa beim Lenken oder Bremsen unter die Arme greift und so auch weniger erfahrenen Spielern ein Erfolgserlebnis ermöglicht.

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Im Vergleich zu früheren Zeiten gelingt "MotoGP 26" also erneut der Spagat zwischen Gelegenheits- und Profi-Gaming. Auch wer bislang nichts mit Motorradrennspielen am Hut hatte, kann hier einen Blick riskieren. Die Hilfefunktionen lassen sich jederzeit aktivieren, und entsprechend könnt ihr das Game immer wieder an eure eigenen Ansprüche anpassen. Gleichzeitig bleibt für erfahrene Spieler genug Raum, um das Maximum aus der Simulation herauszuholen und die Feinheiten der Fahrphysik zu meistern.

Gewohnter Lizenz-Umfang

In Sachen Lizenz- und Fahrzeugvielfalt legt man in diesem Jahr nur leicht zu: Denn neben den Daten der laufenden MotoGP-Saison gibt es auch Piloten und Fahrzeuge der Moto2 und der Moto3. Der Wiedererkennungswert ist hier also gegeben, und Fans der Serie dürfen sich über die gewohnte Authentizität freuen. Strecken, Teams und Fahrer orientieren sich eng an der realen Vorlage, was für eine entsprechend glaubwürdige Rennatmosphäre sorgt.

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Im sogenannten Race-Off-Modus geht es obendrein auf Minibikes sowie Flat-Track- und Motard-Maschinen zur Sache. Darüber hinaus ergänzen aus der "RIDE"-Serie bekannte Serien-Bikes das Geschehen. Diesen Spielmodus sehen wir in erster Linie als nette Erweiterung, die sich bis in die Karriere zieht. Die Spielbarkeit der Bikes ist nicht perfekt, wohl aber deutlich unterschiedlich. Motard-Maschinen schlittern etwas wild durch die Kurven, während Minibikes spürbar tiefer auf der Strecke liegen und ein ganz eigenes Fahrgefühl vermitteln. Gerade für kurze Sessions oder als Abwechslung zwischendurch eignet sich dieser Modus durchaus. Die Streckenauswahl ist hier aber leider stark begrenzt, sodass ihr euch im Race-Off-Modus vermutlich nur wenig aufhalten werdet.

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Als Belohnung für bestimmte Meilensteine schaltet ihr Sammelkarten frei, die als eine Art Fortschrittssystem dienen. Wer jetzt befürchtet, dass Milestone in "MotoGP" zukünftig Mikrotransaktionen und eine Art Ultimate Team einbauen wird, sei beruhigt. Das Team betont, dass so etwas nie passieren würde und dass die Sammelkarten in erster Linie eine spassige Art der Belohnung darstellen sollen - nicht mehr und nicht weniger.

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