Nintendo Switch 2 - Aprilscherz

Leak enthüllt Streaming von Xbox- und PlayStation-Games

Artikel Video olaf.bleich Roger Sieber

PlayStation- und Xbox-Games auf der Nintendo Switch 2 spielen? Nein, wir spinnen nicht. Ein Leak offenbart plattformübergreifende Streaming-Funktionen für Nintendos kommendes Konsolenschätzchen. Was bedeutet das für die Konkurrenz aus dem Hause Sony und Microsoft?

Die Nintendo Switch verkaufte sich weltweit über 150 Millionen Mal. Damit setzten die "Mario"-Macher deutlich mehr ab als die Konkurrenz: Die PlayStation 4 etwa ging "nur" 117 Millionen Mal über die Ladentheke, die Xbox One schaffte nicht mal 60 Millionen verkaufte Einheiten. Die aktuelle Konsolengeneration PlayStation 5 und Xbox Series S/X liegt ebenfalls weit hinter der Reichweite von Nintendos beliebter Handheld-Konsole zurück.

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Das Konzept der Hybridkonsole ging voll auf! Kein Wunder, dass die gesamte Gaming-Welt auf neue Informationen zur Nintendo Switch 2 wartet. Wir wissen: Die Switch 2 soll 2025 auf den Markt kommen. Und sie wird dank neuer Grafik- und Prozessor-Hardware deutlich leistungsfähiger als der Vorgänger sein. Aber ein jüngster Leak offenbart eine weitere wichtige Innovation: Die Nintendo Switch 2 wird demnach in der Lage sein, sowohl PlayStation-5- als auch Xbox-Series-Spiele zu streamen. Das wiederum macht die kommende Nintendo-Konsole zum Schweizer Armeemesser für Gaming-Enthusiasten - weg mit den Plattformgrenzen und her mit allen Spielen, die das Herz begehrt!

Was wurde geleakt? Bei den vorliegenden Informationen handelt es sich um interne PDF-Dokumente, die wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt und in überarbeiteter Form publik gemacht werden sollten. Der bekannte Nintendo-Leaker "Mario Link" schaltete auf seinem X-Kanal neben den Textinformationen auch etliche Videos live, die die Streaming-Funktionalität in Aktion zeigen. Wir haben sie ins im Detail angeschaut und analysiert.

Softwarelösung erlaubt das Streaming

Als Grundlage für dieses technische Kabinettstückchen dient das Software-Tool "Nintendo EIW". Die Abkürzung "EIW" steht dabei für "Everbody Is Welcome" und zeigt noch mal die verbindende Natur der Switch 2. Nachdem ihr eure Switch 2 ausgepackt und eingerichtet habt, könnt ihr sie via "Nintendo EIW" mit eurem PSN- und Xbox-Account verknüpfen. Auf diese Weise greift ihr auf eure aktuellen Software-Bibliotheken zurück. Xbox-Anwender erhalten ausserdem Zugriff auf die Titel des Xbox Game Pass - sofern sie natürlich ein aktives Abonnement haben. Multiplattform-Gamer können also auf der Nintendo Switch 2 nahezu alle aktuellen Titel zocken.

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Einen kleinen Haken hat diese Lösung allerdings dennoch: Aufgrund der schieren Grösse aktueller Current-Generation-Spiele werdet ihr die Titel nicht herunterladen und lokal spielen können, sondern müsst sie streamen. Ihr benötigt also eine stabile Internetverbindung. Und die sollte idealerweise eine Bandbreite jenseits der 25 Mbit/s besitzen, um ein möglichst ruckelfreies und vor allem auch hochauflösendes Spielerlebnis zu gewährleisten. Gibt es doch mal Verbindungsprobleme, schraubt das System die Auflösung selbstständig herunter und passt schlussendlich auch bestimmte Grafikeinstellungen an. Ziel ist es vor allem, eine flüssige Bildrate zu gewährleisten.

In den veröffentlichten Unterlagen finden wir keinerlei Informationen über den Preis dieses Dienstes. Es ist also gut möglich, dass die Streaming-Optionen kostenlos sein werden oder dass Nintendo im Zuge der Veröffentlichung der Switch 2 einen neuen Online-Service mit verschiedenen Paketen an den Start bringen könnte. Zu diesem Punkt liegen uns jedoch keine weiteren Details vor, und Nintendo wollte auf Nachfrage kein offizielles Statement abgeben.

Welche weiteren Funktionen folgen noch?

Der Leak enthielt allerdings nicht nur die Textinformationen, sondern auch erste Techstudien und Gameplay-Ausschnitte. Beispielsweise lief "Marvel's Spider-Man 2" bei vollem Detailgrad in maximaler 4K-Auflösung bei geschmeidigen 30 Bildern die Sekunde. Offenbar greift "Nintendo EIW" hier auf die PlayStation-5-Pro-Version des Superhelden-Abenteuers zurück. Wieso lediglich 30 Bilder pro Sekunde? Weil Nintendo hier zugunsten der Performance die Bildrate drosselt. Weitere Titel, die ebenfalls mit Gameplay-Ausschnitten bedacht wurden, waren etwa der "Microsoft Flight Simulator", "Helldivers II", "Assassin's Creed Shadows" und "Astro Bot".

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Fragezeichen stehen indes noch hinter den Steuerungsoptionen und der Integration konsolenspezifischer Features. Werden wir PlayStation- und Xbox-Games lediglich mit Joy-Cons spielen? Oder wird der Touchscreen auch unterstützt? Letzteres könnte gerade bei Strategiespielen von entscheidender Wichtigkeit sein. Im Übrigen ist bislang nicht bekannt, ob und wie die Funktionen des DualSense-Controllers adaptiert und umgesetzt werden. Diese Informationen werden wohl erst in den kommenden Wochen ans Tageslicht kommen.

Zukunftsaussichten für die Nintendo Switch 2

Roger Sieber, seines Zeichens Chefredakteur von GAMES.CH und bekennender Nintendo-Liebhaber der ersten Stunde, zeigt sich ob des jüngsten Leaks begeistert: "Der Streamingdienst dürfte die Gaming-Welt revolutionieren. Die Nintendo Switch 2 hat damit ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal und setzt sich auch von den auf PC-Hardware basierenden Handhelds von Lenovo oder MSI deutlich ab. Wenn das Streaming jetzt noch kostenlos ist, dürfte das ein wichtiges Day-One-Verkaufsargument für die neue Plattform sein."

Ähnlich begeistert zeigten sich Gaming-Analysten. Die Meinungen sind bislang durch die Bank positiv. Viele sehen in dem Streamingangebot ein wichtiges Entgegenkommen seitens Industrie gegenüber einer weiterhin loyalen Community. In Zeiten von Mikrotransaktionen, Battle-Passes und anderen Winkelzügen wirkt ein derartiges Feature wie eine liebevolle Umarmung seitens der Switch-Macher.

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Nintendo selbst wollte zu dem inzwischen als #Switch2Gate bekannten Leak bislang noch keine Stellung beziehen. Eine über den offiziellen X-Kanal geteilte Klarstellung wurde nach kurzer Zeit wieder entfernt. Darin hiess es: "Wir freuen uns über die Begeisterung für die Nintendo Switch 2. Den jüngsten Leak möchten wir an dieser Stelle aber nicht kommentieren oder gar bestätigen. Doch wir versprechen, dass wir für die Switch 2 die eine oder andere Überraschung auf Lager haben werden. #Switch2Gate". Daraus könnt ihr jetzt herauslesen, was ihr wollt - es ist zumindest kein klares "Nein".

Und wie gehts jetzt mit der Nintendo Switch 2 weiter?

Wir erwarten in den kommenden Tagen und Wochen noch mehr Details zur neuen Konsole - Erscheinungstermin, Preis, Starttitel und natürlich viele weitere Informationen über Hardware und Features. Auch wenn Leaks sonst sehr häufig einen negativen Einfluss auf die Planungen grosser Firmen haben, könnte die aktuelle Datenpanne für Nintendo überaus positiv ausfallen. Schliesslich sorgen die neuen Erkenntnisse für einen positiven Hype und dürften auch aktuelle PlayStation- und Xbox-Besitzer ins Grübeln bringen. Der ja ebenfalls spekulierte Microsoft-Handheld dürfte es nach dem Leak allerdings schwerhaben. Schliesslich wird die Nintendo Switch 2 nun zu einer wahren Drei-in-eins-Plattform!

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