Orbitals - Test / Review

Actionreicher Koop-Anime

Test Video Benjamin Braun getestet auf Nintendo Switch 2

Das Koop-Abenteuer "Orbitals" wandelt spielerisch eindeutig auf den Spuren von "Split Fiction" und Co. Es bietet dabei allerdings grössere Freiheiten für die beiden Spieler und präsentiert sich optisch wie eine japanische Zeichentrickserie der 1980er-Jahre. Wir waren für euch im Weltraum und verraten euch, ob sich der Ausflug lohnt.

Christoph August Tiedge (1752 bis 1841) hatte zu seinen Lebzeiten nie die Gelegenheit, ein Videospiel zu zocken. Das auf ihn zurückführbare Sprichwort "Geteilte Freude ist doppelte Freude" lässt sich allerdings hervorragend auf "Orbitals" anwenden. Denn das Science-Fiction-Abenteuer der jugendlichen Helden Maki und Omura ist nur kooperativ spielbar und würde ganz allein auch allenfalls halb so viel Spass machen. Das Spiel des in Tokio ansässigen, aber durch und durch internationalen Entwicklerstudios Shapefarm ist komplett im Stil von Anime-Serien der 1980er- und frühen 1990er-Jahre gehalten und setzt auf ein Spielkonzept, das stark dem von anderen actionreichen Koop-Adventures wie "Split Fiction" ähnelt. Hier und im oben eingebetteten Testvideo erfahrt ihr, ob es gut geworden ist oder ihr den Titel getrost links liegenlassen könnt.

Nur zu zweit in den Anime-Weltraum

In "Orbitals" übernehmt ihr den Part der beiden Helden Maki und Omura, die auf einer Raumstation aufgewachsen sind. Genau die ist in grosser Gefahr und bereits seit ihrer Kindheit in einem kosmischen Sturm gefangen, dessen Ursprung allem Anschein nach keine natürlichen Ursachen hat. Aber die beiden sind in ihrem jugendlichen Leichtsinn quasi angstfrei und ziehen los, den Ursprung des Sturms zu finden und ihre Heimat zu retten. Das geht im Spiel generell nur zu zweit im Koop-Modus, wobei "Orbitals" eindeutig den spielerisch ähnlich gelagerten Titeln von Josef Fares nacheifert. Game-Director Jakob Lundgren kennt sich mit dem Konzept indes sehr gut aus, denn immerhin war er zuvor als Designer bei den schwedischen Hazelight Studios an "A Way Out", "It Takes Two" und "Split Fiction" beteiligt. Ihr bekommt hier aber weit mehr als einen Klon, was auch fürs später thematisierte Gameplay gilt, das Rätsel, Kämpfe und Jump-'n'-Run-Passagen sowie andere Geschicklichkeitselemente umfasst. Nicht zuletzt hebt sich das Game jedoch durch seinen visuellen Stil von seinen Vorbildern deutlich ab.

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Denn hier bekommt ihr tatsächlich einen spielbaren Anime, der optisch bewusst an japanische Zeichentrickserien der 1980er- und 1990er-Jahre erinnern soll und genau dieses Flair auch stark einfängt. Das gilt für den Zeichenstil und die Inszenierung genauso wie für für die Animationen, für die die Entwickler mit dem Tokioter Animationsstudio Massket zusammengearbeitet haben. Einen möglichen Nachteil hat das Ganze allerdings. Denn das gesamte Spiel setzt wie die TV-Serien auf Animationen, die mit nur 24 Bildern pro Sekunde arbeiten, wodurch sich die Bewegung der Charaktere anfangs etwas seltsam anfühlt. Doch das legt sich zum Glück ziemlich schnell, sobald sich die Augen daran gewöhnt haben.

Fast alles im Splitscreen

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Ähnlich wie in den Titeln von Hazelight läuft das Spiel abseits der Zwischensequenzen so gut wie immer im Splitscreen-Modus, egal ob ihr es nun lokal an einer Switch 2 spielt, im lokalen Netzwerk via Game-Share-Funktion oder online, wie wir es für den Test machten. Da sowohl Game-Share unterstützt wird als auch eine kostenlose Freundesversion fürs Online-Spiel heruntergeladen werden kann, reicht es immer, wenn nur einer "Orbitals" besitzt, um es gemeinsam mit anderen ohne Einschränkungen spielen zu können. Gerade auch deshalb sind die rund 40 CHF, die in Nintendos eShop, aber auch für die physische Version auf Cartridge aufgerufen werden, aus unserer Sicht angemessen. Nicht zuletzt jedoch auch, weil Publisher Kepler Interactive dem Koop-Abenteuer vollständige Lokalisierungen in so gut wie allen wichtigen Sprachen spendiert. Anders als in vielen, teils deutlich grösseren Produktionen gibt es hier nämlich nicht nur Sprachausgabe auf Englisch und (naheliegenderweise) auf Japanisch, sondern unter anderem auch auf Deutsch. Und gerade die deutsche Version kann sich mehr als hören lassen. Mit dabei sind unter anderem Tim Knauer als Omura, den ihr womöglich als Sprecher von Darren Michaels aus "Black Mirror 2 und 3" kennt), Franciska Friede, die etwa Maya Hawk in "Stranger Things" ihre Stimme leiht, als Maki und Vincent Fallow, den ihr vielleicht noch als Clive Rosfield in "Final Fantasy XVI" im Ohr habt. Da kann man wahrlich nicht meckern, zumal die Besetzung eben nicht nur hochwertig ist, sondern man auch merkt, dass die Dialogregie sehr gut war und man sich nicht über irgendwelche Fehlbetonungen ärgern muss.

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