Planet of Lana II - Test / Review

Bildhübsches Sci-Fi-Märchen

Test Video Joel Kogler getestet auf Xbox Series X/S

Zuletzt konnte das schwedische Studio Wishfully mit "Planet of Lana" viele Spieler überzeugen - trotz einiger Kritik. Die wunderschön inszenierte Geschichte liess viele Fragen insbesondere zur Geschichte der Spielwelt offen, und die Rätsel, denen ihr euch im Spielverlauf stellt, waren für einige Gamer zu leicht. Genau diese beiden Punkte adressiert der Entwickler jetzt mit dem Nachfolger. Beibehalten werden der handgezeichnete Grafikstil sowie das Gameplay rund um Lana und das katzenähnliche Wesen Mui. Neuerdings sollen die Rätsel etwas komplexer ausfallen und die Geschichte rund um Lanas grosse Entdeckung im ersten Teil weitererzählt werden.

Bildgewaltige Geschichte

Hier ist eure letzte Warnung, den ersten Teil nachzuholen. Da die Geschichte nahezu nahtlos weitererzählt wird, lohnt sich der Ausflug in die Vergangenheit. Für alle anderen fassen wir sie nachfolgend kurz zusammen.

Nachdem ausserirdische Wesen Lanas Heimatwelt befallen, schliesst sie sich mit dem katzengleichen Wesen Mui zusammen, um ihre Schwester aus den Klauen der Invasoren zu retten. Dabei findet sie heraus, dass die ausserirdischen Maschinen einst von denselben Menschen gebaut wurden, die auf dem Planeten, auf dem Lana lebt, gestrandet sind. Sie schafft es, den Fehler in der Programmierung der Roboter zu finden, und die Zukunft scheint gesichert, als Mensch und Maschine erneut zusammenarbeiten.

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Genau hier setzt der Nachfolger an. Lana bleibt neugierig und will mehr über die Vorfahren ihres Stammes wissen. Doch nicht alle teilen ihre unschuldige Neugier, und es dauert nicht lange, bis die Stämme in Konflikt geraten und die wiederentdeckte Technologie abermals zur Gefahr wird. Es bleibt an Lana und Mui, den sich anbahnenden Konflikt zu schlichten und zu verhindern, dass ein erneuter Krieg die Menschheit wieder an den Rand der Auslöschung treibt.

Auch in "Planet of Lana II" steht die Geschichte im Vordergrund. Dabei ist überraschend, wie viel Emotionen die Handlung trotz der Vertonung in einer Fantasiesprache transportieren kann. Obwohl wir als Spieler die Worte nicht verstehen, sind der Inhalt der Dialoge und die Botschaft der Handlung jederzeit klar.

Mehr als nur ein Platformer

"Planet of Lana II" knüpft spielerisch nahtlos an den Vorgänger an und setzt erneut auf ein zweidimensionales Puzzle-Adventure im Stil von "Inside" oder "Little Nightmares" - mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Begleitermechanik wieder im Mittelpunkt steht. Lana und ihr treuer Gefährte Mui arbeiten auch im zweiten Teil als Duo zusammen, wobei die Rätsel konsequent auf das Zusammenspiel beider Charaktere ausgelegt sind.

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Die Puzzle-Vielfalt wurde im Vergleich zum ersten Teil spürbar erweitert. Mui übernimmt wieder aktive Aufgaben: Er kann Mechanismen aktivieren, Gegner ablenken oder schwer zugängliche Bereiche erkunden, während Lana die taktische Koordination übernimmt. Die Herausforderungen sind logisch aufgebaut und führen eure Lösungen schrittweise ein, bevor sie diese konsequent weiterdenken. Das verpasste Potenzial des Vorgängers, der gelegentlich zu vorhersehbare Lösungswege bot, wurde hier erkannt und adressiert.

Gerade zu Beginn fühlt sich das Gameplay sehr zugänglich an, was für ein Story-getriebenes Adventure die richtige Entscheidung ist. Mit zunehmender Spieldauer steigt der Anspruch aber merklich an. Schleichsequenzen erfordern Geduld und Präzision, ohne dabei frustrierend zu werden. Fehler werden fair kommuniziert, Checkpoints sind grosszügig gesetzt. Wer "Inside" oder den ersten "Planet of Lana"-Teil mochte, wird sich sofort heimisch fühlen.

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Neu hinzugekommen sind Passagen, die stärker auf Zeitdruck und Umgebungsinteraktion setzen: veränderte Terrains, neue Gegnertypen mit eigenen Verhaltensmustern und Mechaniken, die Muis Fähigkeiten auf bisher unbekannte Weise einsetzen. Das hält das Gameplay während der rund acht Spielstunden frisch und verhindert, dass der Titel zur Routine wird.

Davon abgesehen bleibt das Grundprinzip bewusst ruhig und meditativ. "Planet of Lana II" will keine hastige Action liefern, sondern ein durchatmendes Erlebnis schaffen, das Tempo dem Erzählen unterordnet, was über weite Strecken sehr überzeugend gelingt.

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