Pokémon Pokopia - Test / Review

Cozy-Freuden mit Taschenmonstern

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Jedem Kumpel sein Habitat

In der anfangs kaum bewohnten, verfallenen und relativ dunklen Welt bringt ihr sukzessiv das Leben zurück. Das funktioniert vor allem über das Freischalten neuer Pokémon, die ihr grösstenteils zunächst anlocken müsst. Das macht ihr über die sogenannten Habitate, also kleine "Bauten", die ihrer natürlichen Umgebung entsprechen. Die sind anfangs noch relativ simpel etwa in Form von vier Grasbüscheln, die ihr mit einem der aktiven Skills auch ohne Wartezeit selbst pflanzen dürft. Sie werden mit der Zeit aber komplexer, sodass es beispielsweise eine spezielle Form von Gras sein muss, selbiges in der Nähe eines Felsens oder auch in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Später werden die Habitate grösser und umfassen Objekte, die ihr nicht einfach so in der Welt findet. Zum Beispiel zwei Holzkisten auf einem bestimmten anderen Item, das ihr zunächst selbst gar nicht herstellen könnt. Solltet ihr eines dieser Objekte in der Welt aber finden, könnt ihr es mit eurem Ditto-Mensch im Regelfall einfach verschlucken und an einer ganz anderen Stelle neu platzieren.

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Natürlich müsst ihr nicht wild drauflos raten, wie ein Habitat, das ein neues Pokémon anlockt, aussehen könnte. Stattdessen findet ihr in der Welt gut sichtbare, funkelnde Punkte, die eindeutige Hinweise darauf geben, wie ein Habitat aussehen muss. Also praktisch eine Anleitung, auch wenn ihr gegebenenfalls nicht alle davon sofort umsetzen könnt, weil euch eben noch ein Objekt wie beispielsweise ein Grabstein fehlt. Habt ihr das Habitat korrekt angelegt, wobei es übrigens nur alle Elemente enthalten muss und nicht exakt so angelegt sein muss wie auf dem Hinweisbild, trefft ihr dort kurze Zeit später auf das neue Pokémon. Schon habt ihr einen neuen Freund gewonnen. Um in der Story und in der Welt weiterzukommen, müsst ihr allerdings eure Beziehungen zu euren neuen Kumpels verbessern.

Ziemlich beste Freunde

Im Spiel könnt ihr eure Beziehung zu den gefundenen Pokémon nicht verschlechtern. Wer will, kann ein Feuer-Pokémon beliebig oft mit der Aquaknarre bearbeiten. Abgesehen von einer grummeligen Gedankenblase über deren Köpfen macht das offenbar keinerlei Unterschied. Ihr könnt also jedes Pokémon sofort dazu bringen, euch zu folgen, wobei wir euch etwas später erläutern, wofür ihr diese Möglichkeit braucht. Aufwerten könnt ihr die Beziehungen allerdings, und müsst es auch, um grössere Fortschritte zu erzielen. Denn von der Zufriedenheit der Pokémon im aktuellen Teil der Welt hängt nicht zuletzt der Gebietsrang ab, der wiederum beeinflusst, was ihr an Terminals anfangs zerstörter Pokémon-Center kaufen könnt - etwa neue Herstellungsrezepte, einzelne besonders wertvolle Items oder auch Bau-Kits für kleinere Unterschlüpfe und später sogar richtige Häuser. Besonders glückliche Pokémon machen euch zudem immer wieder mal Geschenke. Solche mit speziellen Fähigkeiten bieten euch obendrein an, bestimmte Rohstoffe in Materialien umzuwandeln, die ihr zunächst nicht selbst herstellen könnt - beispielsweise Bauholz aus Baumstämmen, ohne die komplexere Behausungen schlicht nicht umgesetzt werden könnten.

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Die Wünsche der Pokémon sind ziemlich unterschiedlich, wobei sie sich mit der Zeit doch oft in ähnlicher Form wiederholen. Manche möchten etwas zum Spielen haben. Andere hätten gern eine hellere Umgebung, was ihr später auf viele Arten erreichen könnt, in den frühen Abschnitten aber erst, wenn ihr Leuchtpilze entdeckt habt. Sind die Wünsche der Pokémon anfangs noch relativ oft allgemein gehalten, werden sie später konkreter. Dann möchten sie etwa ein ganz bestimmtes Spielzeug haben und nicht einfach irgendeines. Oder auch einen bestimmten Bau, um ein Dach über dem Kopf zu haben. Bei diesen Wünschen, die ihr später stets in einer Art Questlog im Bedarfsfall nachlesen könnt, ist "Pokémon Pokopia" manchmal nicht flexibel genug. So besteht der Wunsch eines Pokémon aus einer einfachen Blätterhütte. Wir haben ihm sogar das nächstbessere und -grössere Modell gebaut. Das hat den Kleinen schon glücklich(er) gemacht. Die "Quest" abzuschliessen, war so allerdings nicht möglich, sondern erst, nachdem wir das kleinere Ding gebaut und ihn noch mal in die nun kleinere Behausung umziehen liessen.

Um die Wünsche der Pokémon erfüllen zu können, die als mehrteilige und meist deutlich komplexere "wichtige Wünsche" auch Teil der Mainquests sind, seid ihr immer wieder auf die Hilfe anderer Pokémon angewiesen. Denn obgleich ihr euch mit Aquaknarre (Bewässerung), Zertrümmerer (Landschaftsblocks zerstören), Rankenhieb (Gras wachsen lassen), Pflüger (Erde zur Aussaat vorbereiten, aber auch Umtopfen kleinerer Pflanzen) und weiteren einige aktive Fähigkeiten bzw. Werkzeuge aneignet, kann euer Ditto-Mensch nicht alles allein. Um Feuer zu machen, benötigt ihr entsprechend ein Pokémon vom Typ Feuer. Für anderes die Elektrisierungsfähigkeit von Voltilamm oder anderen Taschenmonstern dieser Kategorie. So bittet euch ein wohlbekanntes katziges Pokémon darum, Schlamm zu entfernen. Die Aquaknarre allein reicht dafür allerdings nicht aus. Helfen kann euch aber etwa Plinfa mit seinen Blubberbläschen, die den Schlamm zum Wegspülen vorbereiten. Damit Plinfa sein Werk vollführt, müsst ihr ihn einfach bitten, euch zu folgen, was auch mit mehreren Pokémon gleichzeitig geht. Zu beachten ist dabei jedoch, dass euch die Pokémon wirklich folgen können, denn schwimmen oder fliegen können die wenigsten von ihnen, und manchen sind grosse Entfernungen einfach zu anstrengend.

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