Der Spielemarkt ist nicht gerade arm an Lebenssimulationen und bekommt besonders auf Switch 2 allein in diesem Jahr einigen Zuwachs. Eines davon entlässt euch bereits im März in die Welt der Pokémon. Wir konnten das Abenteuer im Solo- und Mehrspielermodus vorab für euch anspielen.

Die Pokémon kennt man längst nicht nur aus den von Game Freak entwickelten Rollenspielen der Kernreihe. Es gibt sie in Puzzle-Abenteuern, in Pinball-Games oder als virtuelle Safari in "New Pokémon Snap". Mit "Meisterdetektiv Pikachu" oder "Pokkén Tournament DX" gibt es auch Krimi-Adventures und Fighting-Games. Im Prinzip existiert kaum ein Genre, das die Taschenmonster noch nicht erobert haben - oder es wenigstens versuchten. Eine Lebenssimulation mit den Pokémon aber fehlte bislang, obwohl diese Art von Spielen für die hypererfolgreiche Marke eigentlich wie dafür gemacht scheint. Bereits im März ändert sich das mit dem Cozy Game "Pokémon Pokopia", das damit in Konkurrenz zu Dauerbrennern wie "Animal Crossing: New Horizons" oder "Stardew Valley" tritt. Wir konnten den Titel bei Nintendo ausprobieren und hätten am liebsten gar nicht mehr aufgehört.
Ditto oder Mensch?

Normalerweise ist das pink oder eher lila gefärbte Ditto lediglich dafür bekannt, andere Pokémon imitieren zu können und sich dabei auch deren Fähigkeiten anzueignen. In "Pokémon Pokopia" allerdings erblickt Ditto das Foto eines Menschen und nimmt dessen Gestalt und damit gleichzeitig die eurer Spielfigur an. In dieser Form ist es euch dann auch möglich, die Fähigkeiten gleich mehrerer verschiedener Pokémon nicht nur zu erlernen, sondern auch zeitgleich "auszurüsten". Etwa die Aquaknarre von Schiggy, um die anfangs gleichsam triste wie trockene Umgebung (Bäume, Gras, Blumen etc.) erblühen zu lassen. Später kommen aber noch andere Skills hinzu, darunter eine Abart des Schlitzers. Damit erhaltet ihr eine Art Sense, die es ermöglicht, Gras zu schneiden oder auch bestimmte Barrieren aus Holz zu zerstören. Denn nur so könnt ihr euren Aktionsradius in der Welt erweitern. Materialien sammelt ihr in eurem Inventar, was dem Bauch eures äusserlich als Mensch erscheinenden Ditto entspricht. Darin findet auch mal eine ganze Sitzbank Platz, die ihr zum Transport verschluckt und dann praktisch überall, wo ihr möchtet, an einem Stück wieder ausspucken könnt. Angeleitet werdet ihr im Spiel von Professor Tangoloss, der sehr ausführlich Schritt für Schritt alles kindgerecht erklärt, bevor dann irgendwann wohl auch im Solomodus die Endlosschleife beginnt, bei der ihr die Welt zunehmend bebauen und sogar in weiteren Grenzen nach euren eigenen Vorstellungen im wahrsten Sinne des Wortes (um)formen könnt.
Ein Habitat für jeden
Fähigkeiten wie die Aquaknarre oder der Rankenhieb, mit dem ihr Gras pflanzen könnt, sind auch in der menschlichen Form des Helden verfügbar und fungieren dabei wie Werkzeuge, die ihr unmittelbar in der Umgebung einsetzen könnt und jederzeit zwischen ihnen hin und her wechselt. Das sind mit einer Art Schaufel, um etwa Blumen und anderes später umpflanzen zu können, statt aufwendig Blumensamen zu säen, einem Schmetterschlag, um bestimmte Felsen zertrümmern zu können, und vielen weiteren Tools später noch einige mehr. Zwischen ihnen kann man dann aber komfortabel über ein Kreismenü wechseln. Ob es mehr dieser Fähigkeiten respektive Werkzeuge gibt, als in ein Kreismenü passen, wissen wir nicht. Wir gehen aber eher davon aus, dass die Entwickler dieses System eher simpel halten werden. Während ihr diese Skills respektive Werkzeuge direkt einsetzen dürft, sobald ihr sie erlernt habt, können anderen Pokémon-Fähigkeiten offenbar nur durch die Anweisung an andere Pokémon genutzt werden. Habt ihr euch etwa mit Glumanda angefreundet, könnt ihr ihn bitten, euch zu folgen, um seine Feuerfertigkeit zur Entzündung eines Lagerfeuers zu nutzen.

Aber auch das direkte Erlernen von Skills und andere Dinge sind an gewisse Voraussetzungen geknüpft. Die Pokémon haben nämlich jeweils eigene Bedürfnisse und Wünsche. Einer möchte vielleicht ein Bett haben, um gemütlicher als direkt auf dem Boden zu schlafen. Andere wünschen sich Essen oder bestimmte Items, was zu deren Zufriedenheit beiträgt und unter Umständen erst ermöglicht, dass sie euch als Freunde empfinden und, wir kommen später noch darauf zurück, euch bereitwillig folgen oder auch wertvolle bzw. seltene Geschenke machen. Ob man die Beziehung verschlechtern kann? Wir tippen auf Nein: Zum Spass haben wir Glumanda etliche Male mit der Aquaknarre bespritzt. Eine "grummelige Gedankenblase" über dessen Kopf zeigt zwar, dass der Minidrache das nicht mag. Wenn wir Glumanda erneut ansprachen, folgte uns das Pokémon aber ohne zu murren.
Um bis zu diesem Punkt zu kommen, müsst ihr die jeweiligen Pokémon allerdings erst mal finden, wofür ihr in bestimmten Bereichen ein geeignetes Habitat erschaffen müsst. Bei Bisasam sind es etwa vier quadratisch angelegte Felder mit Blumen, bei anderen sind es bestimmte Grasformationen am Fuss eines Baumes. Es gibt aber auch Pokémon, für die man spezielle Objekte besonders anordnen muss, damit sie sich zeigen. Bei einem Karpador müssen beispielsweise eine Angel und ein einfacher Hocker nebeneinander in der Nähe des Meeres platziert werden. Ein anderes, hier nicht namentlich genanntes, benötigt einen Liegestuhl neben einer Palme. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sich die zunächst unbekannten Pokémon zeigen (Experten dürften sie im Info-Bildschirm aber bereits anhand ihres Schattenrisses erkennen), könnt ihr euch jedoch einfach an funkelnden Punkten in der Umgebung anzeigen lassen. Dort wird exakt beschrieben, wie das Habitat aussehen muss. Kompliziert ist das genretypisch also nicht. Direkt erstellen könnt ihr das Habitat hingegen nicht unbedingt, da euch für das Aneignen mancher Objekte noch Werkzeuge, eine Blaupause, um bestimmte Items herzustellen, oder die zum Crafting an der Werkbank notwendigen Zutaten fehlen.