Wenn es darum geht, ikonischer Retro-Hardware neues Leben einzuhauchen, denken viele direkt an Retro Games Ltd. Kein Wunder, denn mit dem THEC64, dem THEVIC 20, dem THEA500 Mini, dem THE400 Mini und dem The Spectrum hat das britische Unternehmen mit Sitz in Luton, nördlich von London, schon zahlreichen Kult-Heimcomputern der 1980er-Jahre einen zweiten Frühling beschert. Mit dem THE QUICKSHOT II bringen die Engländer nun auch einen der bekanntesten Joysticks jener Ära zurück auf den Markt - und das mit einigen durchaus interessanten Neuerungen.
Bevor wir uns diese im Detail ansehen, jedoch noch ein kurzer Exkurs in die Vergangenheit: Der erste Quickshot kam 1982 auf den Markt und war einer der allerersten Joysticks mit ergonomisch geformtem Griff, dessen Design an die Steuerknüppel von Kampfflugzeugen erinnerte. Kombiniert mit zwei gut erreichbaren Feuertasten, vier Saugnäpfen an der Unterseite und einem fairen Einstiegspreis (in den USA startete man mit 14,95 US-Dollar), mauserte er sich schnell zum Verkaufsschlager unter Heimcomputer-Fans.

Bereits im Folgejahr brachte Hersteller Spectravision dann bereits das Nachfolgemodell namens Quickshot II auf den Markt. Zu den wichtigsten Neuerungen zählte ein Schiebeschalter auf der Hinterseite. Einmal aktiviert, musste man vor allem in Actionspielen nicht mehr ständig und in kurzen Abständen auf die Feuertaste hämmern, um viele Schüsse hintereinander abzugeben. Ebendieses Dauerfeuer machte den Stick zum Gamechanger in vielen Horizontal- und Vertikal-Shootern sowie Actionspielen jener Zeit und bescherte dem Hersteller dieser und weiterer Quickshot-Modelle bis 1999 rund 42 Millionen Verkäufe.
Knapp 43 Jahre später feiert der Kultstick nun zum Preis von rund 35 CHF sein Revival. Am ikonischen Look und Formfaktor des Originals ändert sich Gott sei Dank so gut wie nichts. Noch immer erstrahlen Stick, Basis und die Saugnäpfe auf der Unterseite in einem stylishen Schwarz, was einen schönen Kontrast zum knalligen Rot der Feuertasten bildet. Stichwort Feuertasten: Die befinden sich wie gehabt - gut erreichbar für Zeigefinger und Daumen - an der Oberseite des Joysticks, sind hier nun allerdings mit Mikroschaltern ausgestattet. Gleiches gilt für die Schalter, die Bewegungen des Joysticks in unterschiedliche Richtungen erkennen.
Ein halbes Dutzend neuer Tasten
Ebenfalls neu sind die insgesamt sechs Funktionstasten nahe der Joystick-Basis. Links thronen die Tasten X, Y und Menü (zu erkennen an drei horizontal angeordneten Strichen), rechts die Tasten L, R und Home (zu erkennen an einem kleinen Häuschen). Da hier lediglich Rubberdome- und keine Mikroschalter zum Einsatz kommen, ist der Druckpunkt weniger markant, aber immer noch gut spürbar. Vorteil der neuen Tasten: Der THE QUICKSHOT II lässt sich dadurch auch für modernere Games verwenden, die mehr als nur zwei Aktionstasten benötigen.

Ausserdem kann der Stick durch die zusätzlichen Tasten für die eingangs erwähnten Retro-(Mini-)Konsolen des Herstellers genutzt werden. Wichtig: Damit dies auch mit dem THEC64, THEC64 Mini und THEVIC20 ordnungsgemäss klappt und die oberen beiden Tasten in Spielen korrekt erkannt werden, muss man den THE QUICKSHOT II in diesen Fällen zunächst in den sogenannten Kompatibilitätsmodus schalten. Das klappt denkbar einfach und erfordert lediglich das gleichzeitige Drücken der Tasten X, Y, L und R für einen Zeitraum von etwa drei Sekunden. Wie genau sich dies auf die Tastenbelegung auswirkt, zeigt die hier eingefügte Übersicht.

Zugegeben: Die Lösung mit dem Kompatibilitätsmodus ist solide, und man hat sich schnell an die jeweilige Tastenzuordnung gewöhnt. Noch schöner wäre es allerdings, wenn Retro Games die Firmware seiner jeweiligen (Mini-)Konsolen noch mal aktualisieren würde, sodass sich das grafische Interface automatisch an die Tastenbelegung des THE QUICKSHOT II anpasst.
Von dieser kleinen Ungereimtheit abgesehen, macht der Stick im Zusammenspiel mit der Hardware von Retro Games jedoch, was er soll. Egal ob man nun in "Boulder Dash" für den THE400 Mini funkelnde Edelsteine sammelt oder in Andrew Braybooks Shooter-Klassiker "Uridium" für den THEC64 Mini feindliche Raumschiffe in die Luft jagt: Die Steuerung ist präzise, und jeder Richtungswechsel wird von einem wohligen Klicken der Mikroschalter begleitet.

Und da sich natürlich auch hier der beliebte Autofeuer-Modus per Schiebeschalter aktivieren lässt, halten sich kräftezehrende Klickorgien mit dem Zeigefinger in Grenzen. Dank der vier Saugnäpfe auf der Unterseite haftet der Stick zudem fest an glatten, sauberen Oberflächen und sorgt so für einen guten Halt.
Ebenfalls erwähnenswert ist die verbesserte Kabellänge. War das integrierte Kabel damals gefühlt zwischen 100 und 120 cm lang, stehen hier nun ca. 180 cm zur Verfügung - genug, um auch auf dem Sofa in einem recht entspannten Abstand zur jeweiligen (Retro-)Konsole zu sitzen.
