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Rainbow Six Siege - Test

Der taktischste Shooter der letzten fünf Jahre

Test Benjamin Kratsch getestet auf PC

"Rainbow Six Siege“ präsentiert sich im Test als kompromissloser Shooter für „Counter-Strike“-Veteranen. Ein Spiel, das mit Ideen, Taktik, Hämmern, Thermit-Sprengsätzen und zerstörbarer Umgebung punktet, aber es trotz „London has Fallen“-Star Angela Bassett nicht schafft, seine Koop-Kampagne zu zünden.

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Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, in denen Taktik-Shooter noch echte Taktik forderten? Köpfchen statt Kugeln? Die kehren im grossen Test zu „Rainbow Six Siege“ zurück. Während „Rainbow Six Vegas“ zwar ein sehr spassiger, taktisch jedoch arg eingeschränkter Galerie-Shooter war, liefert „Rainbow Six Siege“ genau das, wonach sich Taktikfüchse schon seit Jahren sehen: Einen Shooter, der Planung voraussetzt. Ja, der sich stellenweise anfühlt wie ein Schachspiel. Ihr müsst immer drei Züge voraus denken, denn der Feind macht das Gleiche: Wie reagiert ihr auf den Einsatz von Senfgas? Was tun, wenn der Feind die Wände mit Stahl verstärkt oder Türen vermint? Ubisoft Montreal operiert dabei mit dem höchstmöglichen Gebot an Authentizität. Es gibt zwar auch krude Elemente wie beispielsweise das Abschiessen von C4-Sprengfallen mit der Pistole, doch gerade die Physik ist stark auf Realismus getrimmt. Und das heisst vor allem eines: Ihr seid nie sicher.

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Wenn ihr als Teil einer internationalen Spezialeinheit bestehend aus dem amerikanischen FBI, den russischen Spetsnaz, dem deutschen GSG9, französischen GIGN und britischem SAS über eine Treppe schleicht, dann könnten die Terroristen jederzeit durch die Wände feuern, den Mörtel bröckeln lassen, euer Team aus allen Richtungen unter Beschuss nehmen. Natürlich lässt sich nicht alles zerstören, die Struktur an sich bleibt intakt, dazu gehören auch Treppen. Aber ansonsten gibt es nur wenige Materialien, die die Kugeln einer M4, FN-Scar oder Ak-47 nicht durchschlagen würden. Ihr solltet euch ergo mit Schilden vorne schützen, dem Feind mit Blend- und Rauchgranaten die Orientierung nehmen. Hat er euch ohnehin entdeckt, nutzt die Physik: Mit der Schrotflinte lassen sich Wände penetrieren, ist das Loch gross genug, Handgranate rein, ein Problem weniger. Doch „Rainbow Six“ würde sich nicht um Spezialeinheiten drehen, hätten sie nur Standardequipment Marke „Counter-Strike“. Die vielen unterschiedlichen Operator bringen ein ganzes Arsenal an Sprengstoffen mit: Thermit beispielsweise, um sich durch stahlverstärkte Wände zu brennen. Oder Semtex, mit dem sich ganze Wände wegsprengen lassen für Überraschungsangriffe.

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