Vom Multiplayer-Hit zum rundenbasierten Taktikspektakel: Ubisoft überrascht auf der gamescom mit der Ankündigung des an "XCOM" erinnernden "Rainbow Six Tactics". Zugleich scheint das Konzept nahezu perfekt zu der Marke zu passen. Wir liefern euch Detail-Eindrücke zum Strategie-Hoffnungsträger.

Als "Rainbow Six" 1998 erschien, war die Reihe fast ein Gegenentwurf zum klassischen Shooter: erst planen, dann handeln. Team zusammenstellen, Ausrüstung wählen, Routen festlegen - und hoffen, dass der sorgfältige Plan beim ersten Feindkontakt nicht in Sekunden zerbricht.
Über die Jahre verschob sich der Schwerpunkt. "Rainbow Six 3" wurde zugänglicher, "Vegas" actionreicher, und "Siege" machte aus der Marke schliesslich einen kompetitiven Multiplayer-Dauerbrenner. Die taktische DNA blieb, doch die ausführliche Einsatzplanung der frühen Teile trat zunehmend in den Hintergrund.
Bei dem auf der gamescom 2026 angekündigten "Rainbow Six Tactics" dreht sich diese Entwicklung nun überraschend um. Statt Ego-Perspektive und Echtzeitgefechten setzt Ubisoft auf rundenbasierte Einsätze, Operator-Teams und präzise Planung. Das wirkt zunächst wie ein radikaler Genrewechsel. Nach unserer ersten Begegnung stellt sich jedoch eher die Frage: Ist "Tactics" vielleicht die konsequenteste Rückkehr zu den Wurzeln der Reihe seit Jahren?
Bekannte Features, aber im Strategiegewand!
"Rainbow Six Tactics" ist als Singleplayer-Erfahrung geplant und legt dabei grossen Wert auf die Kampagne. Letztere wird in vollumfänglichen Zwischensequenzen präsentiert. Dabei übernehmt ihr die Rolle des Kommandanten Six, also des Chefs der titelgebenden Spezialeinheit. Dieser ist niemand Geringeres als Paul Bishop, den einige vielleicht noch aus den "Vegas"-Teilen kennen. Er übernimmt die Kontrolle über die Rainbow-Einheit.

Als zentraler Schauplatz dient das Hauptquartier, in dem ihr euch um die Belange des Teams kümmert und beispielsweise verletzte Soldaten auf der Krankenstation behandelt oder deren Talente ausbildet. Dabei greift ihr auf 15 Operatoren zurück, die allesamt aus dem "Rainbow Six"-Universum stammen. Ash beispielsweise ist eine schwere Schützin mit Schrotflinte, Montagne schleppt einen Schutz mit sich herum und kann damit Schüsse blocken oder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und Glaz ist der versierte Scharfschütze im Team.
Wichtig: Im Spielverlauf werdet ihr zwar die Fertigkeiten der Operatoren ändern und verbessern können, jedoch wird es nicht möglich sein, deren Ausrüstung zu verändern. Letztlich repräsentieren die Spezialisten Spielstile mit individuellen Fertigkeiten, die zum Meistern der rundenbasierten Gefechte gewinnbringend eingesetzt werden wollen. In den Missionen seid ihr mit bis zu vier Personen unterwegs. Als weiteres Kern-Feature erklärt Ubisoft die zerstörbare Umgebung. Ash beispielsweise kann mit einem Mini-Raketenwerfer Löcher durch Wände oder Türen schiessen. Der sogenannte "Piercing Shot" geht ebenfalls durch Mauerwerk.

Sehr schön auch: Schüsse aus der Schrotflinte werden als Kegel angezeigt, was die Streuung entsprechend darstellt. Wie aus Spielen dieser Art bekannt, zeigt auch "Rainbow Six Tactics" Trefferwahrscheinlichkeiten mit Prozentzahlen an. Dadurch sollen Angriffe plan- und nachvollziehbar bleiben.