DeathAdder V4 Pro - Hardware-Test

Unglaublich leicht und extrem präzise: Razers neue Pro-Maus

Hardware: Test Steffen Haubner

"Hab ich überhaupt etwas in der Hand?" Diese Frage werdet ihr euch tatsächlich öfter stellen, wenn ihr die DeathAdder V4 Pro im Einsatz habt. Lediglich 56 g wiegt die schwarze Version. Warum die weisse Variante ein Gramm mehr auf die Waage bringt, muss an dieser Stelle unbeantwortet bleiben. Bei Gelegenheit müssen wir hier unbedingt noch mal bei Razer nachhaken. So oder so ist sie 10 % leichter als das Vorgängermodell und damit die bislang leichteste DeathAdder, ohne dass ihr Abstriche bei Form oder Grösse machen müsst. Swipes gehen damit im wahrsten Sinne des Wortes federleicht von der Hand. Ganz ehrlich: Das Ding ist schon fast erschreckend leicht!

Screenshot

Selbst ausprobieren muss man die glatte Oberfläche, mit der man Werbung für Rasierapparate machen könnte, und die ergonomische Form, die sich geradezu in die Handfläche schmiegt. Man merkt hier schon: Wir sind Fans der DeathAdder-Maus, aber tatsächlich muss man sich auch schon anstrengen, um etwas Negatives an diesem Eingabegerät zu finden, das klar im Profisegment angesiedelt ist. "Counter-Strike-"-Pro Nikola "NiKo" Kovač vom Team Falcons spielte laut Razer eine entscheidende Rolle bei der Validierung der DeathAdder V4 Pro. Beim Finale der PGL Bukarest 2025 führte NiKo die Falcons mit einer Vorabversion zum 3:0. Sein Input trug zu mehreren Detailveränderungen bei, die nun zur endgültigen Form geführt haben.

Gehen wir das kleine Geschoss mal im Detail durch. Im Test fällt uns unmittelbar die Präzision des Scroll-Rads auf. Bei einem Blick auf die technischen Details stellen wir überrascht fest, dass es sich um ein optisches Exemplar handelt. Eine ungewöhnliche Entscheidung von Razer, denn bei Gaming-Mäusen im E-Sport-Bereich sind eigentlich mechanische Lösungen Standard. Da diese laut Razer zwar taktiles Feedback bieten, jedoch im Laufe der Zeit aufgrund von Verschleiss anfällig für Probleme wie uneinheitliches Scrollen und Geistereingaben werden, habe man sich für ein optisches Scroll-Rad entscheiden. Das biete nicht nur mehr Präzision, sondern auch eine mehr als dreimal so hohe Lebensdauer, da es bei einem optischen Encoder keine physischen Kontaktpunkte gebe.

Stichwort Präzision. Hier spielt natürlich der Sensor eine zentrale Rolle. Der - bitte einmal schnell nachsprechen - "Razer Focus Pro 45K Optical Sensor Gen-2" erreicht bis zu 45'000 dpi, 900 IPS und 85 G. Razer verspricht eine "Auflösungsgenauigkeit von 99,8 % auf einer Vielzahl von Oberflächen". Tatsächlich haben wir es nicht geschafft, die Maus mit verschiedenen Untergründen ernsthaft zu irritieren. Sogar auf einer durchsichtigen und spiegelnden Plastikbox verrichtet sie unverdrossen ihren Dienst. Na ja, das sind zugegebenermassen auch nicht gerade Turnierbedingungen! Über die Razer-Synapse-Software habt ihr zudem jede Menge Anpassungsoptionen wie Empfindlichkeit und Abtastrate. Eine niedrigere Abtastrate kann etwa bei älteren Titeln sinnvoll sein, da sie nicht für solch hochpräzise Geräte entwickelt wurden. Natürlich könnt ihr auch die Tastenbelegung, die Energiespareinstellungen und sogar die LED-Anzeige am Dongle-Adapter euren Wünschen anpassen.

Screenshot

Womit wir beim "HyperSpeed Wireless Gen-2 Dongle" wären. Der ist jetzt als Halbkugel geformt und über ein 1,8 m (!) langes Kabel mit eurem Rechner verbunden. Das erlaubt es, ihn an den wirklich optimalen Punkt für eine ungestörte Verbindung zu eurer Maus zu platzieren. Auf einer dreiteiligen LED-Anzeige an der Front gibt er, falls ihr das in der Software nicht ändert, standardmässig die Verbindungsqualität, den Akkustand und die Abtastrate an. Letztere bestimmt, wie oft eure Maus Daten an den PC überträgt, wobei höhere Raten schnellere und genauere Eingaben bedeuten. Es liegt auf der Hand, dass die Qualität von Datenübertragung und -empfang entscheidend ist, damit die Signale effizient und verzögerungsfrei übertragen werden. Bei der V4 Pro entsprechen 8'000 Hz Leistung einer tatsächlichen 8'000-Hz-Abtastrate, was schnelle und in einem Match überlebenswichtige Reaktionszeiten ermöglicht. Eine 37 % geringere Latenz als bei der Vorgängergeneration verspricht Razer. Es spielt also faktisch keine Rolle mehr, ob ihr die Maus oder den Halbkugel-Dongle mit dem PC verbindet. Ausserhalb des Spiels wird die Abtastrate via Synapse übrigens auf 1'000 Hz gesenkt, um die Batterielebensdauer zu verlängern. Bis zu 150 Stunden bei 1'000 Hz oder 22 Stunden bei 8'000 Hz hält der Akku durch.

Screenshot

Apropos Ausdauer: Razer gibt die Lebensdauer der Maus mit mehr als 100 Millionen Klicks an. Basis dafür ist ein komplett überarbeitetes Schalterdesign. Das alles können wir natürlich nur bedingt überprüfen. Fakt ist, dass jeder Klick klar hörbar ist und ein gutes Gefühl vermittelt. Absicht oder nicht: Ein Linksklick hört sich anders an als ein Rechtsklick oder ein Klick aufs Scrollrad. Im Vergleich mit anderen Mäusen zeigt sich, dass ein sehr viel leichterer Druck auf die Tasten notwendig ist, um einen Klick auszulösen. Was wir auch nicht überprüfen können, sondern Razer einfach glauben müssen: Die DeathAdder V4 Pro werde aus 90 % recycelten Materialien und biobasierten Polyamidfasern aus erneuerbaren Quellen wie Pflanzen hergestellt. Auch Rizinusöl soll eine Rolle spielen, wozu wir uns flache Witzchen jetzt einfach mal verkneifen. So oder so wird das Gehäuse der Maus damit um 7 %, die Seitenwände aber um bis zu 72 % steifer, sodass sich der Nager - Stichwort Präzision - selbst bei starkem Druck nicht verformt.

Fazit

Die DeathAdder V4 Pro ist so ein Device, das man einmal ausprobiert und dann - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht mehr aus der Hand legen will. Die Maus ist wirklich schon surreal leicht, bewegt sich geschmeidig über jede Art von Oberfläche und überzeugt uns mit einem guten Klickgefühl sowie einer hohen Präzision. Der Halbkugel-Dongle, der die wichtigen Infos auf einen Blick liefert, und die vielen Anpassungsmöglichkeiten runden das ausgezeichnete Gesamtbild ab.

Kommentare

Maus DeathAdder V4 Pro [Razer] Artikel