Mehr Kontrolle, mehr Komfort, mehr Performance: Das Razer Raiju V3 Pro will die neue Referenz unter den PS5-Pro-Controllern sein. Ob das gelingt, zeigt unser Test.
Wer kompetitiv zockt oder seine eigenen Fähigkeiten im Spiel gezielt optimieren möchte, landet früher oder später bei sogenannten Performance-Gamepads. Geräte wie Sonys DualSense Edge oder Razers eigenes Wolverine V3 Pro zeigen seit einiger Zeit, wohin die Reise geht: mehr Tasten, kürzere Reaktionswege, anpassbare Trigger und ein Design, das vor allem auf Effizienz ausgelegt ist. Mit dem Raiju V3 Pro für rund 200 CHF möchte Razer genau in diesem Segment punkten – und richtet sich damit an alle, die im Spiel noch ein bisschen mehr aus sich und ihrer Hardware herausholen wollen. Doch kann der Controller im Alltag wirklich mit den etablierten Pro-Pads mithalten?
Lieferumfang und Preis
Das Razer Raiju V3 Pro kommt in einem robusten Hartplastik-Etui daher, das mehr als genügend Stauraum für das Gamepad sowie das mitgelieferte, 2 m lange USB-Kabel (Typ A auf Typ C), zwei wechselbare Stick-Aufsätze und den USB-Dongle für den Wireless-Betrieb bietet.

Praktischerweise liegt dem Set auch ein kleiner Schraubendreher bei, mit dessen Hilfe ihr bei Bedarf die Aktionstasten an der Unterseite entfernen könnt. Im Test erwies sich das "Tuning" des Razer Raiju V3 Pro als vergleichsweise fummelig. Beim Tausch der Analog-Stick-Kappen setzt Razer leider nicht auf Magnete, sondern auf eine direkte, mechanische Bindung, die mit einem kleinen Pfeil gekennzeichnet ist. Den Schaft entsprechend zu platzieren und zu justieren, erfordert daher mehr Fingerfertigkeit als notwendig. Der Austausch von Tasten und Analog-Sticks ist übrigens die einzige mechanische Anpassungsoption. Beispielsweise könnt ihr das Digitalkreuz nicht tauschen.
Im Vergleich zu vielen anderen Razer-Produkten gibt es beim Raiju V3 Pro keinerlei LED-Spielereien. Dadurch halten die Akkus länger, und im Spiel wird man nicht von unnötigen Lichteffekten abgelenkt. Wir jedenfalls haben diese Features nicht vermisst. Für die Konfiguration greift ihr entweder zur Razer-Mobile-App auf eurem Smartphone oder verwendet die hauseigene Synapse-Software am PC. Damit könnt ihr etwa die Analogstick-Empfindlichkeit oder auch das Tastenlayout festlegen.
Fehlende PS5-Controller-Features
Die Installation des Razer Raiju V3 funktioniert gewohnt flott: Entweder schliessen wir den Controller direkt mithilfe des beiliegenden USB-A-auf-USB-C-Kabels an die Konsole an, oder wir stellen eine Wireless-Verbindung per Dongle her. Die PS5 erkennt das neue Gerät danach problemlos. Für eine volle Akkuladung benötigt das Raiju rund drei Stunden und hielt im Test dann locker 25+ Stunden durch. Der Original-DualSense schafft zumeist nicht mal die Hälfte, bevor er an den Strom muss. Für "bequeme" Vielspieler ist die Akkulaufzeit also definitiv ein grosser Pluspunkt!

Allerdings gibt es auch einen drastischen Makel: Dem Razer Raiju V3 fehlt es leider an für die PlayStation 5 prägenden Funktionen wie etwa die adaptiven Trigger oder auch das haptische Feedback. Diese Features veränderten in der Vergangenheit tatsächlich das Spielgefühl und wurden speziell in First-Party-Titeln wie "Astro Bot" immer wieder clever eingesetzt. Greift ihr zum Raiju V3, müsst ihr darauf leider verzichten. Sogar das Einschalten der Konsole via PlayStation-Taste funktioniert hier nicht. Wer den DualSense oder gar den DualSense Edge gewohnt ist, wird diese Möglichkeiten schmerzlich vermissen!
