Reanimal - Test / Review

Actionreicher Grusel-Platformer

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 5

Im neuen Spiel des "Little Nightmares"-Erfinders Tarsier Studios erwartet euch einmal mehr eine dichte Grusel-Atmosphäre. Im Koop- und Crossplay-fähigen Platformer schreiben die Schweden die Action jedoch wesentlich grösser als die Puzzle-Anteile. Ob ihr euch das Spiel trotzdem oder vielleicht sogar genau deswegen nicht entgehen lassen solltet, verrät unser Test.

Nach den erfolgreichen ersten beiden Teilen von "Little Nightmares" liess ein dritter Teil nicht allzu lange auf sich warten. Der wurde allerdings vom "Until Dawn"-Macher Supermassive Games umgesetzt, denn während Serienerfinder Tarsier Studios inzwischen zur Embracer Group gehört, verblieben die Rechte an "Little Nightmares" bei Bandai Namco. "Reanimal", das neue Spiel von Tarsier, schlägt mit seinem grotesken Horror-Setting und auch spielerisch jedoch in dieselbe Kerbe. Wir haben den actionreichen Grusel-Platformer für euch auf PS5 Pro und Switch 2 gespielt. Ob es das bessere oder das schlechtere "Little Nightmares III" oder etwas völlig anderes geworden ist, erfahrt ihr hier und im oben eingebauten Testvideo mit Spielszenen von beiden Testplattformen.

Kinder-Duo auf Horror-Insel

In "Reanimal" landet ihr nach einer kurzen, verstörenden Sequenz, die den Blick aus einem Brunnenschacht zeigt, auf einem Boot mitten im Ozean. Im Solomodus steuert ihr einen kleinen Jungen, der schon bald ein junges, ihm offenbar bekanntes Mädchen aus dem Meer fischt. Das Mädchen folgt euch ab diesem Zeitpunkt als ständiger Begleiter, kann im lokal und online verfügbaren Koop-Modus aber auch vom zweiten Spieler gesteuert werden. Gemeinsam begebt ihr euch jedenfalls auf eine nahe gelegene Insel, auf der allerlei mörderische Kreaturen lauern.

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Anders als in "Little Nightmares" und vielen anderen vergleichbaren Platformern, bleiben die Helden und andere Charaktere, denen ihr begegnet, hier nicht stumm. Es werden allerdings nur wenige Sätze gesprochen, die kaum mehr als Andeutungen über die Charaktere oder den Hintergrund der Insel machen. Sätze wie "Ich dachte, du wärst tot", als der Junge das Mädchen ganz am Anfang aus dem Wasser zieht. Da bleibt jedenfalls reichlich Raum für Interpretationen, die zum Ende schier ins Unermessliche wachsen. Letztlich aber spielt die Story gar keine so wichtige Rolle. Denn atmosphärisch zündet das Abenteuer in erster Linie mit seiner stilvoll-gruseligen Grafik, dem schaurigen Monsterdesign und mit der stimmungsvollen Musikuntermalung, die gerade in besonders dramatischen Momenten gekonnt aufbraust.

Bemerkenswert am Schauplatz ist die recht grosse Vielfalt. Ein Waldstück mit Bahndepot, eine Stadt oder ein verfallenes Herrenhaus sind nur ein paar der Orte, die ihr in den neun Kapiteln der drei Hauptakte betreten werdet. Überall wimmelt es von kleinen Referenzen auf Horrorfilme und -spiele, besonders auch auf die "Little Nightmares"-Reihe. Zudem seid ihr nicht ausnahmslos zu Fuss unterwegs, sondern steuert neben dem in mehreren Abschnitten genutzten Boot auch andere Fahrzeuge wie einen Eis-Truck und etwas anderes, das wir euch nicht vorwegnehmen möchten.

Flüchten, verstecken, kämpfen

Vor den grässlichen Kreaturen wie einem hageren Hünen müsst ihr euch immer wieder mal verstecken, um keinen brutalen Tod zu sterben. Ungesehen oder in einer überfluteten Wäscherei ungehört bleiben zu müssen, ist hier spielmechanisch aber eher die Ausnahme. Wesentlich häufiger müsst ihr die Füsse in die Hand nehmen und vor den Angreifern respektive Verfolgern flüchten. Da der richtige Pfad nicht immer voraussehbar ist, spielt Trial & Error nicht gerade eine untergeordnete Rolle. Wir brauchten aber nur bei wenigen Schleich- und Fluchtpassagen eine grössere Anzahl an versuchen, weshalb uns "Reanimal" damit nicht wirklich genervt hat. Auch ein wichtiger Unterschied zu bestimmten Passagen in "Little Nightmares III".

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Der Action-Anteil wächst aber auch in Form echter Kämpfe im Vergleich zu den beiden letzten Spielen von Tarsier an. Dabei könnt oder vielmehr müsst ihr euch also tatsächlich mit Waffengewalt wehren, auch im Rahmen von Bossfights, in denen ihr sowohl zuschlagen als auch durch Ducken ausweichen oder bestimmte Objekte nach Gegnern werfen müsst, um zu überleben. Direkt attackieren könnt ihr zudem verschiedene "normale" Feinde, darunter aggressive Möwen am Strand oder kleine Mistkerle, die aussehen, als ob sie aus Gips wären, und unter den Hieben unserer Brechstange entsprechend regelrecht zerbersten. Die Actionsequenzen sind indes allesamt nicht sonderlich schwierig, zumindest im Solomodus. Denn der KI-Begleiter nimmt euch zwar nicht die ganze Arbeit ab, macht von sich aus jedoch keine Fehler. Wenn ihr irgendwo einen Schrank öffnet und angefallen werdet, woraufhin der Sidekick euch retten muss, ist auf die KI absolut Verlass, was bei einem echten Mitspieler nicht zwingend so sein muss. In manchen Fluchtsequenzen kann man den KI-Sidekick gar bis zu einem gewissen Grad als Wegweiser missbrauchen. Das schadet der Atmosphäre allerdings nicht.

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