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Resident Evil: Revelations

Hosentaschen-Horror

Test Nico getestet auf Nintendo 3DS

Ich habe mit Horror-Spielen eigentlich meine Mühe, da ich nicht ein sonderlich grosser Fan dieses Genres bin. Nicht mal an Halloween zieh ich mir einen "Saw"-Streifen rein. Seit dem atmosphärisch grossartigen "Dead Space 2" ist meine Abneigung nicht mehr ganz so gross als auch schon. Nun halte ich "Resident Evil: Revelations" in meinen Händen, dass offenbar wieder mehr zu den Ursprüngen des berühmten Franchise zurückkehren will. Ob sich der Ausflug gelohnt hat, verrät unser Test.

"Resident Evil Revelations" will wieder mehr Wert auf eine spannende Geschichte legen. Der Beginn der Geschichte wird mit einigen Rückblenden erzählt, was sehr angenehm ist. Während des gesamten Spiels wechselt ihr öfters das zu steuernde Spielerpaar, zu Beginn reist ihr als Jill Valentine mit dem Neuling Parker an Bord des heruntergekommenen Kreuzfahrtschiff Queen Zenobia. Die beiden sind auf der verzweifelten Suche nach Chris Redfield, dem früheren Partner von Jill. Bei Nachforschungen betreffend eines gefährliches Virus der Terrororganisation Veltro ist der Kontakt zwischen den beiden Parteien plötzlich abgebrochen. Dass dies aber nicht euer Hauptziel ist, erfahrt ihr später. Schliesslich müsst ihr die verwaiste Solarstadt Terragriga untersuchen, wo vor einem Jahr die BOW (eure zombietierähnlichen Gegner) alles Leben aus der Stadt gesaugt haben. Screenshot

Im weiteren Spielverlauf wechselt ihr noch einige weitere Male den Standort und wie erzählt, das Spielerduo, welches für Abwechslung sorgt. Die Geschichte ist in der Tat sehr spannend und ist vor allem spannend gestaltet. Nichtsdestotrotz wirkt sie an wenigen Stellen etwas unausgereift durchdacht und vorhersehbar.

Action, Horror und Rätsel?

Was bereits nach der ersten Spielstunde auffallt: Actionabschnitte gibt es wieder mehr als genug – und das meine ich wörtlich. Mir persönlich gibt es zu viele Ballerabschnitte, wo eine BOW-Welle der nächsten die Klinke in die Hand gibt. Immerhin artet das Ganze nicht in dämliches Rumgeballer aus, wie man es aus anderen Spielen kennt. Dafür ist eure Munition, serientypisch, sehr knapp gehalten. Überlegt euch also clever, wo und wie ihr schiesst. Nebst der Pistole habt ihr für Nahkampfattacken im Übrigen auch ein Messer zur Verfügung. Eine beeindruckende Neuerung im Inventar bildet ein spezielles Scangerät, mit dem ihr Munition aber auch vordergründig die toten BOWs scannen könnt. Ihr erhaltet so wertvolle Heilungsdosis. Screenshot

Leider viel zu einfach gehalten sind die wenigen Rätsel. Grösstenteils besteht das Rätselarsenal nur aus Schieberätsel. Schade – ein besserer Einsatz der Kopfnüsse hätte für mehr Abwechslung und Spass gesorgt. Im Vergleich mit einem "Mass Effect 2" sind auch die Horrormomente etwas rarer gesät. Wenn, dann allerdings richtig gut! Selbst kleinere Überraschungsmomente, wie etwa Ratten, die urplötzlich umherschwirren, lösen ein leichtes Zucken aus. Was die Atmosphäre aber am meisten antreibt, sind Optik und Sound. Letzterer weiss gut zu gefallen. Das Spiel bietet eine deutsche Sprachausgabe und Bildschirmtexte, auf solidem Niveau. Die Synchronsprecher wirken glaubhaft in Ihren Äusserungen. Auch die Spielmusik wirkt gut platziert. Sie halten sich zwar zurück und geben nicht den Ton an (im wahrsten Sinne des Wortes), doch gerade deswegen sorgt sie in Kombination mit der gelungenen Optik für eine tolle Stimmung. Wie erwähnt ist die Optik vorzüglich. Die Zwischensequenzen sind beeindrucken und mit Abstand das Beste, was je über einen Nintendo Handheld gelaufen ist. Auch die Ingame-Grafik wirkt sehr detailliert und um Längen besser, als diejenige aus dem Handheldvorgänger. Die Quantität und Qualität der Details, die über die einzelnen Spielabschnitte verstreut sind, ist auch angemessen. Stellenweise wirken einige Abschnitte zwar karger als andere, doch dies schmälert den Spielspass nicht.

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