Resonance: A Plague Tale Legacy - Vorschau / Preview

Uncharted-Feeling im Mittelalter

Vorschau Video Benjamin Braun

Der erste Teil bot noch hauptsächlich klassische Stealth-Action, der zweite war teils schon deutlich offensiver. Das Serienprequel zu "A Plague Tale" ist nun mehr wie "Uncharted" mit Schwertern statt mit Schusswaffen. Die Parallelen zu Naughty Dogs Actionreihe gehen aber weit über die Action hinaus, denn Hauptheldin und Piratin Sophia muss auch kleinere Geschicklichkeitspassagen bewältigen und kreative Puzzles lösen.

Die Geschichte von Amicia de Rune, ihrem kleinen Bruder Hugo und ihrer gefährlichen Reise durch das von der Pest heimgesuchte Frankreich des 14. Jahrhunderts ist mit "A Plague Tale: Requiem" im Prinzip auserzählt. Ausserdem brauchten die Entwickler einfach mal eine Pause von den beiden, wie uns Senior Producer Eric Chort im Interview auf einem Anspiel-Event in Paris erzählt. Die Welt selbst hält allerdings noch andere Geschichten bereit, die mit den De-Rune-Kindern direkt nichts zu tun haben - und genau eine solche ist die im Prequel "Resonance: A Plague Tale Legacy". Als Piratin Sophia, die eine wichtige Nebenrolle in "A Plague Tale Requiem" spielte, müsst ihr euch ebenfalls mit den Schergen der Inquisition auseinandersetzen. Diesmal allerdings nicht mit Steinschleuder und Blendpulver aus dem Verborgenen heraus, sondern mit dem Schwert in der Hand. Was wir beim Hands-on erlebt haben und warum wir mehr als nur einmal an "Uncharted: The Lost Legacy" denken mussten, erfahrt ihr in diesem Vorschaubericht.

Ein mythologisches Geheimnis

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Die Handlung von "Resonance: A Plague Tale Legacy" spielt im Jahr 1334, also rund 14 Jahre vor den Ereignissen von Amicias erstem beziehungsweise 15 Jahre vor denen ihres letzten Abenteuers. Der "Schwarze Tod" hat Europa also noch nicht erreicht, Hugo ist nicht einmal geboren, und Amicia liegt bestenfalls noch in den Windeln. Sophia, die Piratin, mit deren Schiff ihr im letzten Teil unterwegs wart, steht nun im Zentrum der Handlung. Die dreht sich um die minoische Kultur und damit auch Minos selbst, den mythischen König der Mittelmeerinsel Kreta. Ihr seid also sozusagen als eine Art Schatzsucherin auf jenem Eiland unterwegs, stosst dabei auf ein uraltes Geheimnis, dem mit der Inquisition parallel auch eine feindliche Übermacht hinterherjagt, und erforscht antike Tempel. Diese grobe Beschreibung erinnert nicht zufällig ein bisschen an die Abenteuer von Archäologin Lara Croft oder die von Nathan Drake. Die Gemeinsamkeiten hören damit allerdings längst nicht auf, nur mit dem Unterschied, dass Sophia nicht zur Knarre greift, sondern sich ihren Verfolgern mit Falchion, Kopis und anderen Klingenwaffen entgegenstellt.

Spektakuläre Schwertkampf-Action

Unsere Demo versetzt uns gleich ins vierte Kapitel "From Hell It Rose". Gemeinsam mit der (zumindest hier) nicht selbst spielbaren Begleiterin Leni, die Amicia äusserlich auffällig ähnelt, versuchen wir den Eingang eines Tempels zu erreichen. In grosser Höhe quetschen wir uns an schmalen Felswänden vorbei. Unter uns ein riesiges Lager der Inquisition, die nach uns sucht und uns eine rätselhafte Sphäre abjagen soll, die sich später noch als äusserst nützlich erweisen soll. Die Soldaten entdecken uns zum Glück nicht, aber das ändert sich schnell, als wir den Eingang erreichen. Gut ein halbes Dutzend Widersacher stellt sich uns in den Weg. Mit dem Schwert verteilen wir Hiebe, weichen auf Knopfdruck aus und blocken Attacken der Gegner. Bestimmte am Boden liegende Objekte dürfen wir auf die Kontrahenten werfen, sie damit betäuben oder vorübergehend blenden, um sie ohne Gegenwehr angreifen oder zeitweise aus dem Kampf zu nehmen. Gelingt der Block im rechten Moment, wird die Aktion zur Parade, und wir bringen die Feinde schneller aus der Balance. Als Belohnung dürfen wir ein Special ausführen oder gleich einen bemerkenswert blutigen Finisher, bei dem die Kamera sehr nahe herangeht, um die spektakulären Aktionen auch angemessen in Szene zu setzen. Etwas erhöht steht zudem ein Bogenschütze, dem wir mit dem Schwert nichts anhaben können. Aber Sophia besitzt einen Greifhaken, mit dem wir uns nicht nur an bestimmten Haltepunkte etwa über Abgründe schwingen, sondern auch Widersacher in erhöhten Positionen kurzerhand zu uns nach unten ziehen können.

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Die Kills sehen allerdings nicht nur cool aus, sie erfüllen auch einen wichtigen Zweck. Denn jeder getötete Gegner stellt einen Abschnitt des Lebensenergiebalkens von Sophia wieder her, der bei feindlichen Treffern arg in Mitleidenschaft gezogen wird. Allzu viele Fehler am Stück dürfen wir uns hier also nicht erlauben, damit die Piratenbraut nicht aus den Latschen kippt. Auf dem mittleren von drei Schwierigkeitsgraden war das in der Demo aber noch kein Problem, obwohl wir es in späteren Kämpfen teils mit mehreren Wellen von 15 und mehr Feinden zu tun bekommen - darunter auch deutlich stärkere Varianten, die unblockbare Attacken beherrschen, wesentlich besser gepanzert sind und nennenswerten Schaden oft nur durch aufgeladene Hiebe nehmen.

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Das klingt im ersten Moment zumindest teilweise nach Genrestandard. Es fühlt sich tatsächlich aber recht frisch und einzigartig an. Die Schwertkämpfe machen schon mit dem anfänglichen Angebot an Fähigkeiten ziemlich viel Spass, auch aufgrund der überwiegend sehr guten Animationen. Ihr könnt Sophia natürlich im Rahmen eines Skilltrees verbessern. So erweitert ihr beispielsweise das Ausweichmanöver um eine Aktion, bei der ihr gleichzeitig normale Gegner am Arm packt und ein Stück zur Seite schleudert. Wenn wir es richtig anstellen, können wir das nutzen, um den Widersachern unmittelbar danach in den ungeschützten Rücken zu fallen. Ein anderes Upgrade lädt Energie für einen (für normale Kontrahenten) unblockbaren und sofort tödlichen Angriff auf, also ein bisschen wie beim Kombozähler in der "Batman Arkham"-Reihe oder ähnliche Systeme in vielen anderen Action-Adventures. Natürlich ist die Erhöhung der Anzahl an Lebensenergie-Balken ebenfalls möglich. Ihr könnt neben verschiedenen Waffen zudem etliche Ausrüstungsteile finden, die beim Anlegen Perk-artige Vorteile bringen und dabei etwa das Zeitfenster für erfolgreiche Paraden leicht erhöhen. Wir finden die Kämpfe jedenfalls sehr ansprechend und sind gespannt, welche Spezialfähigkeiten, Gegnertypen und Ausrüstungsobjekte es sonst noch gibt. Ein Blick ins Menü deutet jedenfalls an, dass uns da noch einiges erwartet.

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