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HP Reverb G2 - Hardware-Test

Viele Pixel für Endnutzer

Hardware: Test Simon Gröflin

HP und Valve haben gemeinsame Sache gemacht und zusammen ein VR-Headset entwickelt, das gleich mit mehreren Komponenten der Valve Index punkten kann. Wie bei der High-End-Brille sind die offenen Spatial-Sound-Ohrhörer inbegriffen, die quasi über den Ohren schweben und einen eindrucksvollen 3D-Sound von sich geben. Auch bei der Linsentechnik hat der Steam-Konzern Hand angelegt und beim Kalibrieren mitgeholfen. Das Alleinstellungsmerkmal des 700-Franken-Headsets mit integriertem Tracking ist aber das extrascharfe Bild - bei einer Auflösung von 2160 × 2160 Pixeln pro Auge. Gleich vorweg: Das Bild, die Farben und der Komfort bei der G2 sind auf sehr hohem Niveau! Oder anders gesagt: Manchmal sind es eben mehrere Faktoren, die ein gutes VR-Erlebnis ermöglichen.

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HPs VR-Brille greift mit ihren zwei 2K-LED-Dispays auf die Auflösung des Vorgängers zurück. Erstaunlich: Auch gegenüber höherpreisigen High-End-Brillen wie der Pimax Vision 8K Plus und 8KX ist die visuelle Wahrnehmung sehr scharf. Fliegengittereffekte sind wie bei einer Pimax Vision 8K Plus praktisch nicht präsent. Ein ähnliches Bild zeichnet sich im direkten Vergleich mit der Cosmos Elite, aber auch mit der Oculus Quest 2 im PC-Streaming- bzw. Oculus-Link-Modus ab. Besonders eindrücklich: Wenn man bei einem Spiel wie "Half-Life: Alyx" das Hand-Implantat aus der Nähe betrachtet oder in schummrigen Umgebungen an Mutanten vorbeikriecht, wird deutlich, wie scharf, hell und kontrastreich das Geschehen zur Geltung kommt, da das Headset über einen sehr guten Fokusbereich verfügt.

Grosser Fokusbereich, kein grosser Augenabstand möglich

Ausserdem hat die Reverb G2 einen mechanischen IPD-Regler spendiert bekommen - ein kleiner Luxus, der bei früheren WMR-Headsets nur in besseren Ausstattungen wie der Samsung Odyssey inkludiert war. Der Einstellungsbereich liegt bei 60 bis 68 mm, was wiederum für Kritik sorgen könnte, da es noch grössere Augenabstände im Bereich von 70/71 mm gibt. Allerdings war das Bild bei einem solchen Probanden (respektive dem Autor) sehr scharf. Der Sweetspot bzw. der Bereich, in dem ihr fokussiert, ist somit nicht gerade klein. Brillenträger mit einem maximal 14,5 cm breiten Gestell können sich übrigens freuen: Man findet nicht mehr so beengte Verhältnisse der ersten Windows-Mixed-Reality-Brillen vor. Kleiner Bonus: Ihr könnt die Brille wie bei einer Cosmos Elite und früheren WMR-Brillen nach oben klappen.

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Das horizontale Field of View ist jedoch eingeschränkt. Wir messen mit Testtools nur 95 Grad. Je nach Mensch ist der Abstand zwischen den beiden Linsen respektive zwischen Display und Augen etwas unterschiedlich. Manche empfinden den "Tunnelblick" vielleicht als extremer, andere als geringer. Bei der allerersten HP-Brille für die virtuelle Realität empfanden wir den Taucherbrilleneffekt als störender. Bei der jüngsten Schöpfung liegt es aber auch am Polster, das links und rechts ein wenig das Sichtfeld einschränkt. Sehr auffällig ist der Unterschied bereits mit einer Valve Index (130 Grad), während eine Pimax Vision 8K Plus mit ihren riesigen Linsen ein horizontales Sichtfeld von bis zu 170 Grad abdecken kann. Bei der Oculus Quest 1 und 2 schätzen wir das Field of View, auch im Vergleich zur PSVR, in etwa ähnlich ein (95 bis 100 Grad).

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