Rhythm Paradise Groove - Test / Review

Knifflige Minispielsammlung

Test Video Benjamin Braun getestet auf Nintendo Switch 2

Neue Nintendo-Produktionen erscheinen bereits jetzt überwiegend nur für Switch 2. Der neueste Teil der Timing-basierten "Rhythm Paradise Groove"-Reihe ist jedoch ein Switch-1-Titel, der dank Aufwärtskompatibilität allerdings problemlos auf dem Nachfolger gespielt werden kann. Ob sich das Game im Solo- und Mehrspielermodus für euch lohnen könnte, verrät unser Test.

Vorbeihüpfende Frösche mit einem Seerosenblatt in die Luft katapultieren, beim Volleyball die Pille über das Netz schmettern oder mit zwei auf der Windschutzscheibe tanzenden Gnomen synchron über die Wischblätter springen: Das klingt alles äusserst simpel. Das sind die meisten der über 100 Timing- und taktbasierten Minispiele in "Rhythm Paradise Groove" allerdings nicht, sondern erfordern hohe Konzentration und höchste Präzision bei der Eingabe. Dummerweise verträgt sich Letzteres nur begrenzt mit der Latenzzeit mancher Fernsehgeräte - und 40 CHF erscheinen preislich deutlich überzogen.

Rhythmische Minigames mit Latenzsorgen

Der erste neue Teil der "Rhythm Paradise"-Reihe seit mehr als zehn Jahren ist kein Hybridtitel für beide Switch-Generationen. Stattdessen handelt es sich tatsächlich um ein Spiel für die erste Switch, das dank Aufwärtskompatibilität aber selbstverständlich auch auf der Switch 2 läuft - und nur dort auch in 4K im TV-Modus. So ähnlich wie in den Vorgängern besteht der Titel im Prinzip aus einer üppigen Anzahl von Minigames, von denen zumindest die im Einzelspielermodus quasi komplett in fester Reihenfolge nacheinander freigeschaltet werden müssen. Darin spielt ihr dann etwa einen kleinen Hund am Strand und müsst exakt sieben Sekunden nach dem Pfiff des Frauchens den Aktionsknopf drücken, damit der Kläffer die von ihr geworfene Frisbeescheibe fängt. Hier geht es also anders, als der Spieletitel vermuten lässt, nicht unbedingt um Rhythmus, sondern ganz allgemein formuliert vielmehr um Zeitgefühl und gute Reaktionszeiten.

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So simpel die Minigames erscheinen mögen, der Grossteil der gut 80 im Solo- und noch mal etwa 30 im Mehrspielermodus ist alles andere als ohne. Das liegt allerdings auch daran (was bei uns durch das durchgeschleifte Signal beim Capturing noch mal verstärkt wird), dass das richtige Timing eine geringe Latenzzeit eures TVs oder Monitors erfordert. Es gibt zwar eine spielinterne Funktion, um den Input-Lag durch die verzögerte Darstellung eures Wiedergabe-Geräts auszugleichen. Zumindest bei etwas älteren Fernsehern funktioniert das in einzelnen Minigames gegebenenfalls aber mehr schlecht als recht, besonders im 4K-Modus. Stärker betroffen bis hin zur eingeschränkten Spielbarkeit sind jedoch zum Glück nur die wenigsten der Minispiele. Zockt ihr im Handheld-Modus, könnt ihr das mögliche Latenzproblem praktisch ganz umgehen, da das System die Latenz des internen Bildschirms natürlich einfach automatisch ausgleichen kann.

Simpel gestrickt, aber teils knifflig

Nichtsdestoweniger sind die Minigames vom Grundsatz her überwiegend simpel gestrickt. In einem lauft ihr bloss mit einem kleinen Männchen einen Hindernisparcours entlang und müsst im richtigen Moment springen oder zum Rutschen ansetzen. Ihr könnt euch in diesem Fall auch rein akustisch an den Lauten des Männchens orientieren, um zum passenden Zeitpunkt den entsprechenden Knopf zu drücken. Euch ist es zumindest im ersten, noch recht langsamen Abschnitt aber auch möglich, optisch am Abstand zu Hürden und zum Rutsch-Tor zu orientieren. Das ändert sich allerdings im ultraschnellen Segment, an dem zumindest beim ersten Versuch womöglich sehr viele scheitern werden.

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Perfekt müsst ihr ein Minigame aber nicht abschliessen, um das folgende freizuschalten. Gerade in den ersten drei Stufen respektive den ersten zwölf Minispielen sollten die meisten es spätestens im dritten Versuch hinbekommen, eine "gute" Bewertung zu erreichen, was meist doch einige Fehler zulässt. Da ein ausreichend guter Abschluss allerdings zwingend notwendig ist, um das nächste Minispiel freizugeben, kann man leicht an einem davon auch mal festhängen, was gleichbedeutend damit ist, dass ihr erst kein weiteres Spiel freischalten könnt. Uns ist das etwa bei einem Tanzminispiel passiert, allerdings gar nicht in der eigentlichen Challenge, sondern im vorgelagerten Tutorial, das es für jedes Minigame gibt. Denn da man dort, anders als in der eigentlichen Herausforderung, längere Sequenzen mehrfach perfekt und nicht nur ungefähr schaffen muss, haben wir uns daran förmlich die Zähne ausgebissen. Auch in diesem Fall allerdings aufgrund der Latenzprobleme im TV-Modus. Glücklicherweise kann man das Tutorial auch direkt überspringen und sofort in die eigentliche Challenge einsteigen. Im dritten Versuch waren wir erfolgreich. Es tut uns leid, aber es ist wirklich dämlich, wenn das Tutorial fordernder ist als die eigentlichen Herausforderungen, die in den meisten Fällen nicht mehr als zwei, drei Minuten dauern.

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Doch das ist zum Glück eher die Ausnahme als die Regel. Die Minigames leben zudem von ihrer oft witzigen Machart und natürlich auch von der Musik unter anderem von Mitsuo Terada, besser bekannt als Tsunku, der bereits an früheren Serienteilen beteiligt war. In einem dieser putzigen Minispiele übernehmen wir den Part einer von vier in Reihe formierten pummeligen Winkekatzen. Die (und damit ihr) muss eigentlich kaum mehr tun als kontinuierlich im halbwegs richtigen Tempo zu springen, zwischendrin beim entsprechenden Kommando zu rollen und manchmal nach einem Sprung stehen zu bleiben, damit sie nicht mit den anderen Winkekatzen zusammenstösst. Aber es macht einfach Spass, und dem Hintergrundlied lauschen wir auch gern im Untermenü, in dem sämtliche Stücke beliebig oft angehört werden können.

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