Samsung Odyssey G6 OLED - Test / Review

Teures, aber performantes 2K-OLED-Display

Hardware: Test Video Sönke Siemens Roger Sieber

Sieht auf praktisch jedem Schreibtisch gut aus

Optisch setzt Samsung beim Odyssey G6 OLED auf die Farbe Silber - das harmoniert gut mit den meisten Schreibtisch- und Büro-Umgebungen und wirkt in Kombination mit der tadellosen Verarbeitung sowie den klaren Kanten und dünnen Rändern ziemlich edel. Dazu gesellt sich ein fünfkantiger Standfuss (ähnlich dem des G9), der durch sein Gewicht für hohe Stabilität sorgt, dabei aber gleichzeitig sehr flach ausfällt. Die Tastatur nach Gebrauch unters Display zu schieben, ist somit kein Problem. Durch die Gummifüsse auf der Unterseite kann der Standfuss zudem nicht verrutschen.

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Wie bei vielen anderen Samsung-Bildschirmen integriert der Hersteller auch beim Odyssey G6 OLED eine rückseitige Beleuchtung, hier Core Lightning+ genannt. Gemeint ist ein Lichtring, der sich bei aktiviertem CoreSync farblich mit dem Geschehen auf dem Bildschirm abstimmt. Das sorgt für eine nette Atmosphäre, sofern sich das Display nahe einer Fläche befindet, die das Licht gut reflektiert - idealerweise eine weisse Wand. Wer jedoch eine möglichst opulente Gaming-Beleuchtung wünscht, setzt besser auf externe Beleuchtungssysteme wie beispielsweise die Philips Hue PC Gradient Lightstrips.

Punktabzug gibt es derweil für die fehlenden integrierten Lautsprecher. Selbst ein kleines Soundsystem mit wenig Watt hätte hier schon einen gewissen Mehrwert geboten, wenn man gerade mal keine Kopfhörer oder eigene externe Lautsprecher zur Hand hat.

Erwähnt sei zudem, dass es sich beim Odyssey G6 nicht um einen Smart Monitor handelt. Anders als etwa beim Odyssey G9 könnt ihr hiermit also nicht auf vorinstallierte Streaming-Apps wie Netflix, Disney+, Amazon Video etc. zugreifen.

Überzeugender Bildeindruck

Nun aber zum eigentlichen Highlight: dem OLED-Display. Es löst im 16:9-Format mit 2560 x 1440 Bildpunkten auf (QHD-Auflösung) und ist somit bestens geeignet für 1440p-Gaming - wie eingangs erwähnt auch ohne Einschränkungen auf PS5 und Xbox Series X/S, da HDMI 2.1 unterstützt wird.

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Richtig Gas gibt Samsung hinsichtlich der Bildwiederholrate am PC. Waren beim 32 Zoll grossen G6 noch 240 Hz das höchste der Gefühle, sind mit dem G6 Odyssey OLED bis zu 360 Hz möglich. Speziell E-Sport-Enthusiasten kommen damit - eine entsprechend leistungsstarke Hardware natürlich vorausgesetzt - also voll auf ihre Kosten und geniessen ein sehr Lag-armes Gameplay sowie ein kristallklares Bild ohne Unschärfen. Gleichzeitig sorgt die hohe Hz-Zahl für eine sehr gute Zukunftssicherheit, denn Fakt ist auch: Selbst mit den derzeit schnellsten GPUs erzielt man derzeit nur in ausgewählten Spielen in 1440p Bildraten von über 300 fps, die das Display voll ausreizen würden.

Mac-Nutzer, die ein USB-C-auf-Display-Port-Kabel verwenden, profitieren übrigens von einer Bildwiederholrate von bis zu 240 Hz. AMD FreeSync Premium Pro ist ebenfalls an Bord, wodurch die Bildraten von GPU und Bildschirm ideal synchronisiert werden. Dazu gesellt sich eine Reaktionszeit (Grau zu Grau) von gerade mal 0.03 ms.

Hinsichtlich der Helligkeit stemmt der G6 OLED mit den Voreinstellungen in etwa 250 cd/m², was in der Praxis für tolle Kontraste, knallige Farben und viel Lebendigkeit sorgt. Backlight-Bleeding ist praktisch nicht auszumachen, und die Schwarzwerte sind OLED-typisch hervorragend. Punkten kann Samsungs G6 auch hinsichtlich seiner Performance in hellen Umgebungen (etwa in direkter Fensternähe), denn das matte Display ist hervorragend entspiegelt. HDR10 und HDR10+ werden unterstützt, ebenso wie ein augenschonender Modus, Auto Source Switch+ und zahlreiche Gaming-Features, etwa der Virtual Aim Point (ein wahlweise rotes, blaues oder weisses Fadenkreuz).

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Ebenfalls wissenswert: Unter dem Namen Safeguard+ bündelt Samsung verschiedene Techniken, die Burn-in-Problemen effizient vorbeugen sollen. Hierzu zählt unter anderem eine im AV-Modus verfügbare Erkennung von Logos, Taskleisten und statischen Bildern, die dann in ihrer Helligkeit reduziert werden. Ferner dimmt ein Bildschirmschoner das Bild nach zehn Minuten Inaktivität. Bliebe noch das neuartige dynamische Kühlsystem im Display: Es leitet Hitze mithilfe einer Kühlflüssigkeit wesentlich effizienter ab als die zuvor genutzte Methode auf Basis von Graphitplatten. Wir jedenfalls hatten im Test stets das Gefühl, dass der Bildschirm eine vergleichsweise angenehme Temperatur aufwies.

Fazit

Der Odyssey G6 ist mit ca. 760 CHF sicherlich kein Schnäppchen. Im Gegenzug wird jedoch ordentlich etwas geboten. Das OLED-Display liefert unglaublich knallige Farben, überzeugende Schwarzwerte sowie grandiose Kontraste und sorgt dank 360 Hz Bildwiederholrate, famos schneller Reaktionszeit und tadelloser Entspiegelung für einen sehr klaren Bildeindruck. Ob für "Fortnite", "Call of Duty" oder "Rocket League": Wer als E-Sportler nach einem schicken, kompakten und leistungsstarken OLED-Display sucht, kann mit diesem 16:9-Exemplar nicht viel falsch machen. Flankiert wird das Ganze von einem stylishen, zugleich ausgewogenen Design, einer sehr guten Verarbeitung, einem performanten Kühlsystem und einer flexiblen Verstellbarkeit - Pivot-Funktion inklusive. Dass integrierte Lautsprecher und Smart-Monitor-Funktionen (anders als beim Odyssey G8) fehlen, ist zwar schade, dürfte für Interessierte bei der Kaufentscheidung in Anbetracht der restlichen Performance aber nur geringfügig ins Gewicht fallen. Gleiches gilt für den fehlenden USB-C-Anschluss.

Positiv

  • Sehr einfache Montage
  • Vielseitig verstellbar, inklusive Hochkantmodus
  • Rasante Bildwiederholrate und überragende Reaktionszeit
  • Grandiose Bildqualität
  • Top entspiegelt
  • Stilvolles Design
  • Schön flacher und sehr stabiler Standfuss, Kabelhalterung am Monitorarm

Negative Aspekte

  • VESA-Adapter liegt nicht bei
  • Keine Smart-Monitor-Funktionen
  • Keine integrierten Lautsprecher
  • Kein USB-C-Anschluss
  • Hoher Preis

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