Schrödinger's Cat Burglar - Test / Review

Geheimtipp auf vier Pfoten?

Test Video Joel Kogler getestet auf PC

Was passiert, wenn man eine Prise "Portal" und LEGO sowie ganz viel Katzenliebe in einem Labor mischt? Genau das haben sich die Entwickler Abandoned Sheep bei ihrem Spiel "Schrödinger's Cat Burglar" überlegt. Das charmante Rätselspiel mit tierischem Protagonisten lässt euch bald allein oder zu zweit auf abgefahrene Rätsel los.

Gefangen im Physiklabor

Eigentlich wäre das Katzenleben ja ganz einfach: fressen, schlafen, Diebstahl von geheimen Dokumenten aus wissenschaftlichen Laboren, das Übliche. So zumindest sieht der Alltag von Mittens aus, dem titelgebenden Cat-Burglar. Doof nur, dass der geplante Raubzug ordentlich schiefläuft und Mittens plötzlich in einem Quantenlabor feststeckt. Der einzige Weg hinaus führt durch eine Maschine, die uns in zwei geteilte Realitäten spaltet. Plötzlich können wir uns in zwei unterschiedliche Katzen aufteilen und so an zwei Orten gleichzeitig sein.

Praktischerweise führt der einzige Weg nach draussen durch eine ganze Reihe an Testkammern, die für genau so einen Fall (und überraschend katzenfreundlich) entworfen wurden. Unterwegs sammeln wir ganz nebenbei noch jedes geheime Dokument, das wir finden können. Schliesslich ist es nach wie vor ein Raubzug!

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Es ist schon klar, dass "Schrödinger's Cat Burglar" keine neuen Meilensteine bei der Story setzt. Was da ist, wird aber nicht nur unterhaltsam erzählt, sondern auch mit viel Liebe zum Detail und einer ordentlichen Prise Humor animiert. Besonders gefallen hat uns der Igel, der uns via Headset begleitet und oftmals als Stimme der Vernunft agiert.

Aus eins mach zwei

Der Fokus und auch die Stärken des Spiels liegen aber im Gameplay - und das schon von Anfang an. Denn es dauert überraschend lange, bis sich das Quanten-Gimmick des Games überhaupt blicken lässt. Zunächst schleichen wir ganz ohne übernatürliche Kräfte durch die Büros und Labore, um die Steuerung kennenzulernen. Dabei bewegt sich "Schrödinger's Cat Burglar" irgendwo zwischen "Stray" und den "LEGO"-Spielen, denn wie bei letzteren ist die Kamera recht weit von der Spielfigur entfernt. Wie bei "Stray" nutzen wir allerdings festgelegte Punkte, um spielend leicht über verschiedene Plattformen zu hüpfen.

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Ein Platformer ist "Schrödinger's Cat Burglar" hingegen nicht, denn obwohl wir dank des geschickten Einsatzes von Sprüngen versteckte Boni und kosmetische Gegenstände finden können, liegt die Herausforderung immer in der Planung und nicht in der Ausführung. Vor dem Fall in endlose Gruben oder Ähnlichem müssen wir hier keine Angst haben. Stattdessen stehen wir immer wieder vor unpassierbaren Türen, die einen geschickten Einsatz einiger weniger Spielelemente erfordern. So gibt es Gegenstände aus 3D-Druckern, die wir als Gewichte verwenden, oder Kameras, denen wir aus dem Weg gehen müssen. Nach der Einführung kommt dann noch das titelgebende Gimmick dazu, dass wir uns in zwei Realitäten à la Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger aufteilen können. Damit verdoppelt sich unser Katzenheld nicht nur, sondern ist an beiden Orten gleichzeitig und kann so beispielsweise auch Gegenstände von einer Variante zur anderen schicken.

Mit dieser Fähigkeit löst ihr einerseits klar abgesteckte Rätselräume im Stil von "Portal", erkundet dazwischen aber auch immer wieder freiere Passagen mit optionalen Rätseln und Belohnungen. Besonders schön: Wer sich an einem Rätsel die Zähne ausbeisst, kann auf ein unaufdringliches Hinweissystem zurückgreifen.

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Allein mit seinem Setting und sehr variantenreichen Rätsel-Design kann sich "Schrödinger's Cat Burglar" positiv von seiner Konkurrenz abheben. Doch dabei haben es die Entwickler nicht gelassen, denn das komplette Game ist auch kooperativ spielbar, wenngleich nur lokal. Da waren wir doch etwas überrascht, denn immerhin spielen wir für grössere Teile inklusive des Anfangs ja nur eine Katze, ganz ohne zusätzliche Varianten. Tatsächlich steuern dann beide Spieler eine einzelne Spielfigur. Das funktioniert im Couch-Koop auch ganz gut und erlaubt es erfahreneren Gamern, den Mitspielern entweder passiv mit Richtungshinweisen oder aktiv durchs Selbersteuern unter die Arme zu greifen. Wenn wir uns allerdings in zwei Varianten aufteilen, steuert jeder Spieler eine eigene Katze und kann per Knopfdruck beide Vierbeiner wieder zusammenführen. Ein so naht- und reibungsloser Couch-Koop hat uns prompt an die langjährige Reihe von "LEGO"-Spielen erinnert.

Auch "Schrödinger's Cat Burglar" bleibt durchweg sehr zugänglich und knuffig und kann bedenkenlos mit Kindern oder weniger geübten Zockern gespielt werden. Trotzdem sind die Rätsel nicht anspruchslos, sondern fordern selbst erfahrene Knobelfans mit immer neuen Konfigurationen. Die Einstiegshürde bleibt dank simpler und angenehmer Steuerung sowie des charmanten Stils niedrig.

Kriminalfall mit Niedlichkeitsgarantie

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Wenn eines von der ersten Sekunde klar wird, dann, dass es bei Abandoned Sheep sehr viele Katzenfans gibt. Die Animationen von Mittens sind so liebevoll und detailliert inszeniert, wie wir es zuvor nur aus "Stray" kannten. Der eher Cartoon-artige Stil hilft dabei klar, zwischen wichtigen Rätselelementen und Dekoration zu unterscheiden. Wenn dann noch anpassbare Fellfarben und Outfits dazukommen, ist unser Katzenherz sofort geschmolzen. Doch hinter der niedlichen Fassade verbirgt sich ein technisch sehr solides Spiel, das seine Mittel gekonnt nutzt, um euch unbewusst durch die Levels zu lenken, und trotz hübscher Optik so optimiert ist, dass es auch auf schwächeren Laptops reibungslos läuft.

Fazit

"Schrödinger's Cat Burglar" ist für uns ein absolutes Muss für alle Fans von Koop-Rätselspielen. Zu zweit macht das Abenteuer durch die verschiedenen Testkammern enorm viel Spass und bietet dank des gelegentlichen Teilens einer einzelnen Spielfigur auch ein ganz neues Element. Doch allein lohnt sich der Trip ins Reich der Quantenphysik ebenfalls. Obschon die Rätsel nicht ganz das Niveau eines Klassikers wie "Portal 2" erreichen, wurden wir über die ganze Spieldauer immer wieder ordentlich gefordert.

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