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Fragwürdige Symbolik bei der Sonntagszeitung

News Alain Jollat

Werbung spielt mit Klischees, um dem Betrachter in der kurzen Zeitspanne, in der er dem Inserat Beachtung schenkt, so viele Informationen wie möglich übermittelt. Leider bedient sich die Sonntagszeitung mit ihrer neuen Kampagne einem überholten Gamer-Klischee, das so langsam mal begraben werden könnte.

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Wir sehen eine Schulklasse. Jugendliche, die Spass haben. Und auf der rechten Seite steht jemand, der anscheinend so gar keinen Spass hat. Die hellere Haut zeugt von wenigem Sonnenlicht, die Mimik spricht Bände.

Dank der Sonntagszeitung sehen wir hinter die Fassade der Personen. Moorhühner bevorzugen die Casual-Gamer, der Aussenseiter steht auf "richtige" Action, wie der futuristische und bewaffnete Roboter andeutet.

Wir haben nachgefragt: Sind Gamer also noch immer die Kellerkinder ohne sozialem Umgang? Nein, natürlich nicht, heisst es bei der Sonntagszeitung. Das wolle man damin nicht ausdrücken. Es sei nicht Ziel des Inserates, zu provozieren.

Aber es stimme schon, man möchte mit dem Sujet auch auf die gewalthaltigen Games und den möglichen Zusammenhang mit der Jugendgewalt anspielen. Jugendliche kämen heutzutage einfacher an solche Spiele. Man verzichte dabei allerdings auf eine Wertung oder gar Schuldzuweisung. Das Bild solle nur zur Diskussion anregen. Wie man auch bei anderen Motiven der aktuellen Kampagnenreihe sehen könne, würden auch andere Gruppen (wie beispielsweise Politiker oder Ärzte) nicht besonders "schmeichelhaft" dargestellt.

Was meint ihr: Werden hier einfach nur veralterte Vorurteile bedient oder geht die Sonntagszeitung dem Thema wirklich auf den Grund? Was seht ihr in diesem Inserat? Sind etwa die Mitschüler für den Gamer nur Moorhühner, die abgeknallt werden dürfen?

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