Razer Seiren Mini (Streaming-Mikrofon) - Review

Kleines Mikrofon, grossartiger Sound?

Hardware: Test Video Beat Küttel

Es ist mal wieder so weit: Die kalte Jahreszeit ist da, und zusätzlich sorgt COVID-19 dafür, dass viele von uns deutlich mehr Zeit zu Hause statt draussen oder mit Freunden verbringen. Da mag bei manch einem die Frage nach neuen Hobbys aufkommen, und als Gamer liegen Ideen wie Streaming oder Podcasting vielleicht gar nicht so weit entfernt. Doch wie soll man anfangen, um einerseits gut zu klingen, andererseits als Einsteiger nicht gleich extreme Unkosten anzuhäufen? Genau hierfür möchte Razer mit seinem Mikrofon Seiren Mini eine Lösung bieten. Wir konnten das sehr handliche, einsteigerfreundliche Modell testen und verraten euch, ob die rund 60 Franken eine gute Investition für angehende Streamer sind.

Es ist ziemlich schwer fassbar, welch ein grosser Markt Let's-Play-Videos und ähnliche Game-Streaming-Formate oder auch Gaming-Podcasts in den letzten Jahren geworden sind. Für Newcomer heisst das im Umkehrschluss aber auch, dass die Konkurrenz riesig ist. Umso wichtiger also, dass man die Basics richtig macht, und dazu gehört definitiv die Akustik. Denn kaum etwas stört bei einem Stream mehr als eine schlechte Soundqualität. Da kann das Gesprochene an sich noch so toll, spannend oder witzig sein, niemand wird sich länger als ein paar Minuten mit einem dumpf klingenden Sprecher oder Dauerrauschen abfinden wollen. Also weg mit dem Headset-Mikro und her mit dem Razer Seiren Mini.

Klein, aber oho!

Das Razer-Mikrofon folgt in vielen Belangen dem Motto "Weniger ist mehr". Das zeigt sich auch, wenn man das gute Stück aus der Verpackung nimmt. Neben einigem Papierkram kommen einem da nämlich ganze vier Einzelteile entgegen, aus denen ohne weitere Probleme das Mikro zusammengesetzt wird. Als da wären: ein Standfuss, das Mikrofon selber sowie ein Verbindungsstück, um die beiden Teile zusammenzuschrauben. Dieses Verbindungsstück erlaubt es auch, das Mikrofon leicht in eine Richtung zu neigen. Zu guter Letzt darf natürlich das Kabel, mit dem ihr das Razer Seiren Mini an den PC anschliesst, nicht fehlen. Es handelt sich dabei um ein USB-auf-Micro-USB-Kabel. Das Micro-USB-Ende des Steckers, das in den Mikroständer gesteckt wird, ist dabei ziemlich ungewöhnlich geformt. Das sorgt zwar einerseits dafür, dass es sich sowohl von der Farbe als auch von der Form sehr schön einfügt. Bei Verlust oder Beschädigung des Kabels werdet ihr aber Mühe haben, ein Standard-Micro-USB-Kabel einzustecken, was doch ein kleiner Wermutstropfen ist. Doch genug der Vorrede, schliesslich haben wir jetzt alles zusammengebaut. Also ab damit an den PC, wo wir den Probanden per USB anschliessen. Natürlich wird das Seiren Mini sofort erkannt, und wer jetzt erwartet, dass man sich zuerst in eine Software stürzen muss, um den richtigen Sound zu finden, täuscht sich. Denn Razer hat das Mini-Mikrofon nicht nur preislich, sondern auch in anderen Bereichen auf den Einsteigermarkt zugeschnitten. Dazu gehört ebenfalls die Tatsache, dass es sich um ein Plug-&-Play-Mikro handelt. Es ist also nach dem Anschliessen kein weiteres Setup mehr nötig. Ihr könnt sofort mit Podcasts, Streamings oder Probeaufnahmen beginnen. Letzteres haben wir getan - und waren positiv überrascht.

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Das Seiren Mini hat eine sogenannte Supernieren-Charakteristik, was bedeutet, dass es so aufgebaut ist, dass vor allem Geräusche von vorn registriert werden. Das ergibt Sinn, denn wenn ihr am PC streamt, interessiert hauptsächlich eure von vorn kommende Stimme und nicht etwa Mausklicks oder Tastatureingaben, die hinter dem Mikro stattfinden. Natürlich können diese Geräusche nicht komplett ausgeblendet, aber eben doch gedämpft werden. Die Kondensator-Kapsel (14 mm) des Seiren Mini ist besonders gut geeignet, um Stimmen aufzuzeichnen. In unserem Test hat das besser als gedacht funktioniert, immerhin erwartet man von so einem Mini-Mikro im unteren Preissegment ja nicht allzu viel. Doch das Seiren Mini lieferte in unserem Test ein klares, ausgeglichenes und rauschfreies Klangbild. Mit anderen Worten: Direkt nach dem Einstecken erzielt das Gerät ein natürliches und äusserst zufriedenstellendes Ergebnis. Natürlich steht es euch frei, mittels einer Audio-Software weitere Einstellungen vorzunehmen. Aber wer sich eben einen einfacheren Ansatz wünscht und schlicht das Mikro einstecken und loslegen möchte, braucht sich um den Sound hier keine Sorgen zu machen.

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Was in Sachen Akustik natürlich ebenfalls eine Rolle spielt, ist der Raum, in dem ihr aufnehmt, und die Positionierung des Mikrofons. Es ist nun mal eine Tatsache, dass ein Raum ohne Vorhänge und Teppich mehr hallt, genauso wie andere Eigenschaften Einfluss auf die Qualität haben. Ab Werk kann auch das Seiren Mini hier natürlich keine Wunder vollbringen. Dennoch waren wir in unserem nicht optimierten Raum sehr zufrieden mit der Hall-Reduktion. Das mag erneut am Aufbau des Mikros liegen, das eher auf Geräusche von vorn fokussiert ist. Von dort kommt eure Stimme, und euer Körper blockt von den Wänden zurückgeworfenen Schall zu einem gewissen Grad ab. Und alles, was aus anderen Richtungen kommt, wird vom Razer-Mikrofon wie gesagt recht erfolgreich ignoriert. Wer aber hier noch bessere Ergebnisse erzielen will, kann natürlich Zubehör kaufen, etwa einen Popschutz oder eine aufstellbare, kleine Schaumstoffwand, um bei Bedarf weitere Optimierungen zu erreichen. In Sachen Positionierung muss hier die Grösse angesprochen werden, denn das Seiren Mini ist so klein, dass es normal auf den Schreibtisch gestellt schlicht nicht hoch genug reicht, um "direkt" hineinsprechen zu können. Ihr müsst also entweder irgendeine Box oder etwas Ähnliches als Untersetzer benutzen. Oder aber einen Mikrofonarm, um das gute Stück auf der richtigen Höhe zu positionieren. Stellt ihr es hin, hilft der Schockdämpfer dabei, kleinere Berührungen der Tischplatte und ähnliche Malheurs auszugleichen, sodass eure Zuhörer davon nichts mitbekommen.

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