Streaming: Serien im September - Special

Väter, Mütter, Inseln und Phantome

Artikel Video Steffen Haubner

Heartstopper (Netflix)

"Heartstopper" ist eine Verfilmung der gleichnamigen LGBTQ+-Graphic-Novel- und Webcomic-Reihe der britischen Autorin Alice Oseman. Sie handelt von dem 15-jährigen Charlie Spring, der in seiner Schule versehentlich geoutet und daraufhin schwer gemobbt wird. Seine Freunde bieten ihm Schutz, doch auch Nick Nelson, ein Rugby-Spieler, der normalerweise eher der Gruppe seiner Peiniger angehören würde, scheint für Charlie immer interessanter zu werden. Die beiden lernen sich kennen, und es fällt sofort auf, dass Nick anders als seine Rugby-Freunde ist. Die Serie ist dem Webcomic stark nachempfunden, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass Oseman am Drehbuch mitschreibt. Die Umsetzung einiger visueller Effekte wie animierte, umherfliegende Blätter oder dunkle Blitze, sobald ein Charakter mit schmerzlichen Gedanken zu kämpfen hat, ist ausgesprochen gelungen. Beim Casting wurde insbesondere auf diverse Schauspieler gesetzt, deren sexuelle Orientierung jenen der Charaktere entspricht, die sie verkörpern.

Seit dem 3. August läuft die zweite Staffel der Serie, die zum Grossteil in Paris spielt. Auch sie enthält die typischen Feel-good-Momente, Zeiten der Selbstfindung und Probleme beim Ausdrücken der Identität des Protagonisten. Die Staffel adressiert allerdings auch mentale Schwierigkeiten und Krankheiten und zeigt die Verwirrung und Angst, mit der queere Leute häufig zu kämpfen haben. Season 2 steht der ersten in nichts nach. Ganz im Gegenteil: Die Schauspieler wirken sogar noch glaubhafter und intensiver in ihrer Darstellung als zuvor. Auch in der Handlung zieht die Spannung merklich an, die Atmosphäre wirkt noch fesselnder als in der ersten Staffel. Nicht queere Menschen, die sich schon immer mal mit LGBTQ+ auseinandersetzen wollten, und für die Toleranz, Empathie und Mitmenschlichkeit keine Fremdworte sind, sollten ebenfalls mal in die Serie hereinschauen!

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