Silent Hill f - Test / Review

Unter den Erwartungen

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 5

Nach langer Durststrecke meldete sich Konamis Survival-Horror "Silent Hill" Ende 2024 mit einem starken Remake des zweiten Teils zurück. Nun schlägt "Silent Hill f" ein komplett neues Kapitel auf und verlegt die Handlung erstmals nach Japan. Ob Fans der Reihe und Genrefreunde im Allgemeinen auf ihre Kosten kommen, verrät unser Test.

Dichter Nebel, fiese Monster sowie eine Kombination aus actionreichem Überlebenskampf und psychologischem Horror waren immer schon ein paar der Merkmale, die "Silent Hill" ausmachen. Obgleich die Reihe aus Japan stammt, spielte bislang noch kein Serienableger im Land der aufgehenden Sonne. Das ändert sich nun mit "Silent Hill f", das auf das Remake von "Silent Hill 2" folgt, abgesehen davon aber der erste Kernteil der Serie seit satten 13 Jahren ist. Die Hoffnungen der Fans auf einen würdigen, komplett neuen Teil sind entsprechend gross. Wir haben auf der PS5 herausgefunden, ob "Silent Hill f" näher an einer Serien-Offenbarung oder doch an einer Enttäuschung liegt.

Alles typisch Silent Hill?

In "Silent Hill f" folgt ihr der Geschichte der Schülerin Hinako, die in den 1960er-Jahren im kleinen Bergdorf Ebisugaoka lebt. Es scheint ein ganz normaler Tag zu sein, doch schnell merkt die junge Frau, dass etwas nicht stimmt. Denn das Dorf wirkt wie ausgestorben, und kaum ist dichter Nebel aufgezogen, entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod, bei dem ihr auf allerlei grässliche Monster trefft, denen ihr euch mit schierer Gewalt entledigen müsst. Das Menschliche kommt dabei aber nicht zu kurz. Denn während Hinako mit ihren inneren Dämonen konfrontiert wird, trifft sie auch auf NPCs wie einen rätselhaften Mann mit Tiermaske, der ihr seine Hilfe anbietet. Wer dahintersteckt und ob er Hinako wirklich helfen möchte oder gar plant, sie zu hintergehen, sollte selbstredend jeder für sich herausfinden.

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Das ist, genauso wie die Frage, was real und was Einbildung ist, typisch "Silent Hill". Das Survival-Abenteuer ist beim Grad der Gewaltdarstellung bisweilen aber deutlich expliziter, wenigstens im Vergleich mit den früheren Teilen der Reihe. Hier fliesst doch immer wieder einiges Blut, oder rot triefendes Gedärm verteilt sich an Wänden und Böden. Das Spiel und die vom japanischen Autor Ryukishi07 stammende Geschichte vernachlässigen die für die Reihe ebenfalls typischen psychologischen Horror-Elemente keineswegs. Es geht um Hinakos Traumata etwa auch im Zusammenhang mit ihrem Freundeskreis oder ihren Eltern, wobei Einsamkeit, Verrat oder das Gefühl, von anderen hintergangen zu werden, ebenfalls eine Rolle spielt. Mehr oder minder serientypisch ist zudem, dass ihr euch nicht nur durch die "echte Welt" bewegt, sondern zwischendrin immer wieder in eine Art Höllenwelt wechselt, die sehr grotesk daherkommt. Besonders an "Silent Hill f" ist dabei, dass diese Teile in vielen Vorgängern relativ klar voneinander getrennt sind und in Hinakos Abenteuer später stärker als in "Silent Hill" miteinander verschmelzen. Spannend ist obendrein, dass sich Hinako selber in dieser "Otherworld" deutlich stärker verändert. Wie genau, möchten wir euch an dieser Stelle nicht spoilern. Doch diese "Veränderung" ist gleichsam eine Stärke des Games - auch in erzählerischer Hinsicht - und eine Schwäche. Denn so richtig mag genau diese "Veränderung" nicht in ein "Silent Hill" passen.

Atmosphärische Spielwelt

Die zunehmende Verschmelzung von "echter Welt" und "Otherworld" sorgt in "Silent Hill f" auch rein optisch für ein atmosphärisches Ambiente - wobei schon der gewählte Schauplatz in der japanischen Provinz der 1960er-Jahre seinen Reiz ausspielt. So schaurig die zunehmend vom Nebel verhangene Welt sein mag, hat sie gleichzeitig wahrlich schöne Seiten. So wachsen überall etwa blutrote Blumenranken, nicht nur am Boden oder an den Gebäuden, sondern ebenso an den Monstern, die dadurch mitunter richtig hübsch aussehen, aber eben gleichzeitig eine grosse Gefahr darstellen. Daraus ergibt sich entsprechend ein hoher Kontrast, der letztlich gut zur "Silent Hill"-Thematik passt und durch die musikalische Untermalung untermauert wird, da "echte Welt" und "Otherworld" jeweils von einem anderen Komponisten stammen - vornehmlich vom Serien-Urgestein Akira Yamaoka und Kensuke Inage. Gekonnt arbeitet Yamaoka dabei teils auch mit Vocals, konkret einem vermutlich traditionellen japanischen Kehlgesang, der gerade bei Feindbegegnungen für Gänsehaut sorgt, da man genau weiss, dass ganz in der Nähe Gefahr lauert. Soundtechnisch nicht gut gelöst ist die Nutzung des internen DualSense-Lautsprechers. Nicht weil es seine Wirkung verfehlt, dass manche Sounds, etwa das sonore Rauschen eines in der Nähe befindlichen Radios, über den Gamepad-Lautsprecher kommt, sondern weil man die Funktion nicht abstellen kann. Wer wie wir mit Kopfhörern spielt, dem geht also tatsächlich etwas verloren.

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Rein technisch ist "Silent Hill f", das die Unreal Engine 5 nutzt, ziemlich gut umgesetzt. Es kommt zwar an einzelnen Stellen zu kleinen Rucklern, wobei das offenbar im Zusammenhang mit Autospeicherpunkten steht. Bei Texturqualität, Beleuchtungseffekten oder dem Detailgrad der (meisten) Umgebungen gibt es hingegen wenig zu meckern. Auf der PS5 Pro bekommt ihr zweifellos das beste Ergebnis, denn das für die leistungsstärkere Variante der aktuellen Sony-Konsole optimierte Spiel bietet die native Auflösung des Qualitäts- und die Bildrate des Performance-Modus, zwischen denen ihr auf der normalen PS5 wählen könnt. Auf der PS5 Pro habt ihr also eine feste Einstellung für die Grafikqualität und klar das optimale Resultat. Doch auch auf der Standard-PS5 hinterlässt "Silent Hill f" einen durchweg guten Eindruck.

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Das Welt-Design ist gut und sorgt mit verschiedenen Schauplätzen wie dem Dorf, Tempeln, einem Waldgebiet oder einer Schule für Abwechslung. Das Monster-Design an sich ist prinzipiell ebenfalls gut gelungen, wobei gerade sich marionettenartig bewegende Feinde ziemlich gruselig sind und entfernt an die Krankenschwestern aus früheren Serienteilen erinnern. Die Gegnervielfalt bleibt aber bis zum Schluss überschaubar, selbst wenn man noch die begrenzte Anzahl an einzigartigen Bossen mitzählt. Genau deshalb legt sich mit der Zeit auch deutlich der Gruselfaktor bei den Feindbegegnungen und, zumindest auf dem Standardschwierigkeitsgrad, ebenso das Gefühl der Bedrohung, da man später fast alles ziemlich locker weghaut. Das grösste Problem von "Silent Hill f" ist das allerdings nicht, sondern das bestenfalls mittelmässige, teilweise einfach nur nervige Kampfsystem.

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