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Snack World: Die Schatzjagd - Test / Review

Leckeres Dungeon-Crawling-Dessert oder ranziges Rollenspiel?

Test Video Beat Küttel getestet auf Nintendo Switch

Viel hilft nicht immer viel

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Zu Beginn wurden wir von den Tutorials fast erschlagen, obwohl sie eigentlich über mehrere Quests gestaffelt präsentiert wurden. Das Spiel beinhaltet wirklich eine ganze Menge Mechaniken, die nicht unbedingt alle auf den ersten Blick einfach zu durchschauen sind. Glücklicherweise lassen sich aber alle wichtigen Sachen auch im Nachhinein noch einmal in einem umfangreichen Glossar nachschlagen, und es werden sogar animierte Erklärungen geboten. Dennoch hatten wir den Eindruck, dass diese Tutorials in manchen Bereichen dann doch einige Fragen offen liessen. Auch das Vergleichen von Waffen und Rüstung fällt nicht immer leicht. Hinzu kommt, dass ihr Gegenstände mit dem gleichen Namen (zum Beispiel eine Waffe), aber unterschiedlichen Buffs im Inventar haben könnt, was nicht unbedingt zur Übersicht beiträgt. Womit ihr ebenfalls viel zu tun haben werdet, sind Verbrauchsgegenstände. Darunter fallen Tränke, die euch während eurer Quests Vorteile gewähren oder euch und eure Verbündeten heilen. Viel häufiger werdet ihr aber aus Schatztruhen und von erledigten Gegnern erbeutete Materialien aufsammeln, die ihr fürs Crafting brauchen könnt. Von Items zum Färben eurer Waffen und Ausrüstung bis hin zu Sets, mit denen ihr (sobald ihr alles habt) eine Waffe oder ein Rüstungsteil verbessern könnt, gibt es hier einige Möglichkeiten.

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Das klingt alles ziemlich umfangreich - und ist es auch. Das Problem ist, dass sich all die vielen Möglichkeiten, die das Spiel bietet, für uns zu beliebig angefühlt haben. Mit anderen Worten: Das Spiel konnte uns nicht so sehr packen, wie wir es uns gewünscht hätten. Zwar vermag "Snack World: Die Schatzjagd - Gold" durchaus zu unterhalten, und das gar nicht mal schlecht. Aber ein wirklich gutes Rollenspiel muss einen irgendwann packen und danach nicht mehr loslassen, und das fehlt uns irgendwie. Wie bereits erwähnt, liegt das unserer Meinung nach ein Stück weit daran, dass Level-5 hier einfach alles Mögliche ins Spiel gepackt hat. Da man sich nicht sonderlich viel Mühe gemacht hat, die einzelnen Elemente aufeinander abzustimmen, entsteht daraus nicht der angesprochene Sog, der uns Gamer bei der Stange hält. Stattdessen quält man sich schon fast durch gewisse Menüs und Mechaniken, um doch nicht etwas zu verpassen.

Das klingt jetzt allerdings alles fast zu negativ, denn immerhin ist das eigentliche Gameplay durchaus unterhaltsam. Die erwähnten Waffenwechsel sorgen für Abwechslung beim Kämpfen, und Aktionen wie Wegrollen oder Blocken tragen zusätzlich dazu bei, dass dieser Aspekt des Spiels vielseitiger wird. Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass ihr euch mit bis zu drei menschlichen Mitspielern (lokal oder übers Internet) ins Getümmel stürzen könnt. Das macht das Ganze zwar ein ganzes Stück chaotischer, aber auch unterhaltsamer. Zudem gibt es Missionen, die als Einzelkämpfer auch schon im frühen Spielverlauf nicht ganz ohne sind. Zwar dürft ihr häufig Mitstreiter und auch sogenannte Snacks (Helfermonster mit verschiedenen Skills, die euch im Kampf aktiv unterstützen) mitnehmen, aber ein vollwertiger Ersatz für menschliche Mitspieler sind sie natürlich nicht. Zudem lassen sich nur Nebenmissionen, aber nicht die primären Storyquests mit menschlichen Mitspielern bestreiten. Das ist wohl ein Stück weit dem Balancing geschuldet, aber dennoch schade. Immerhin gibt sich das Spiel Mühe, bei euren möglichen computergesteuerten Begleitern einiges an Charakter durchschimmern zu lassen. Das liegt sicher auch daran, dass "Snack World" in Japan wie erwähnt ein ganzes Multimedia-Franchise ist und entsprechend auch Nebenfiguren mehr Aufmerksamkeit erhalten und ausgefeilter sind als in einem RPG, das nicht von so einer breiten, bereits existierenden Hintergrundgeschichte zehren kann. Es versteht sich dabei von selbst, dass auch viele dieser Figuren Namen mit Essensbezug haben: Chup (von Ketchup), Mayona oder Peperon etwa.

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