South Park: Snow Day! - Test / Review

Furztastisch oder Dünnpfiff?

Test Video Benjamin Braun getestet auf PC

Anpassungen durch Spielkarten

Wenn ihr in den einzelnen Kapiteln eines der zahlreichen Segmente hinter euch gebracht habt, meist ist das Ziel ein einfallsloses "Töte alle Gegner", dürft ihr bei Jimmy eine Bonuskarte auswählen, die euch bestimmte Boni für Waffen oder Skills verleiht - immer nur für die, die ihr ausgerüstet habt, oder eben ganz allgemeine wie mehr Schaden bei vollen oder niedrigen TP. Dazu zählt etwa Bonusschaden für den Dolch, wenn ihr Gegner von hinten angreift. Bei der "Furzflucht" wiederum könnt ihr unter anderem auf Extras treffen, wodurch ihr nach dem Furz auf dem Boden eine giftige Nebelwand hinterlasst, die darin befindlichen Feinden weiteren Schaden zufügt. Für den Zauberstab können abprallende Projektile und Ähnliches freigeschaltet werden. Beim Totem erhöhen manche Karten Heilradius oder Stärke. Andere aktivieren eine leichte Schadenswirkung für Widersacher im näheren Umkreis des Totems. Neben den Karten von Jimmy könnt ihr in bestimmten Truhen in den Levels weitere Karten finden. Bei einem anderen Charakter erhaltet ihr dunkle Karten, mit denen ihr all eure bisherigen Karten um eine Stufe erhöhen könnt, aber auch solche, die sowohl einen Vorteil als auch einen Malus bringen.

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Da gibt es schon einiges, aber nur wenig davon wirkt sich in nennenswertem Mass auf euren Erfolg aus. Selbst wenn ihr ausreichend Klopapier gesammelt habt, das als Geld im Spiel dient, und damit eine Karte direkt in der Stufe erhöht, halten sich die Auswirkungen im Regelfall stark in Grenzen. Das sähe vielleicht anders aus, wenn man die Karten nach einem Kapitelabschluss nicht verlieren würde und sich in der nächsten Mission wieder neue Vorteile erspielen müsste. Aber genau das versucht "Snow Day" zu vermeiden. Es gibt jedoch dann doch Möglichkeiten, dauerhaft Vorteile zu erzielen. Denn in den Levels gesammelte "Dunkle Materie" könnt ihr in einer Art Perktree investieren, um zum Beispiel den Grundschaden, die maximalen TP oder die Heilkraft der Käsebällchen, die als Healthpacks in den Levels erscheinen, zu erhöhen. Um zumindest ein paar der relevanteren davon aktivieren zu können, müsst ihr "Snow Day" allerdings länger spielen, als der Titel euch an halbwegs passabler Unterhaltung bietet. Wir haben es zwar deutlich über diesen Punkt hinaus gespielt, doch selbst auf der mittleren Stufe und nur solo mit den nicht immer sonderlich hilfreichen Bots werdet ihr für die fünf Kapitel und die Arena-Challenges maximal fünf bis sechs Stunden brauchen - inklusive gelegentlichen Scheiterns in den Missionen, bei denen bisweilen innerhalb von Sekunden alle vier Teammitglieder bei maximalen TP nacheinander ausgeknockt werden können.

Fazit

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"South Park: Snow Day" ist auch in Bezug aufs Gameplay keineswegs gänzlich spassbefreit. Denn Gegner mit Furzattacken anzugreifen oder mit Katzenurin zu bespritzen, um sie zwischenzeitlich zu Mitkämpfern zu machen, ist schon lustig. Davon kann das Spiel in Anbetracht der letztlich geringen spielerischen Vielfalt, vor allem aber aufgrund der bestenfalls mässig präzisen Steuerung und der in einigen Umgebungen mangelnden Übersicht allenfalls geringfügig profitieren. Fans der TV-Serie kommen dafür in anderen Bereichen etwas stärker auf ihre Kosten. Die Transformation von Welt und Charakteren in 3D ist gelungen. Die Originalsprecher sowohl in der englischen als auch der deutschsprachigen Synchro sorgen für Atmosphäre. Wenn ihr aber auch ein wirklich gutes Spiel wollt, werdet ihr selbst als Fans mit "South Park: Snow Day" nicht glücklich.

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